Clint Eastwood bekam eine seiner ikonischsten Rollen nur deshalb, weil der ursprüngliche Star "zu teuer" war
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor 62 Jahren wurde Clint Eastwood dank seiner Rolle in „Für eine Handvoll Dollar“ unsterblich. Doch fast wäre es ganz anders gekommen, denn Sergio Leone hatte für sein Western-Meisterwerk eigentlich einen anderen Superstar im Sinn.

Clint Eastwood hat 41 Spielfilme als Regisseur in Szene gesetzt und in dieser Funktion auch seine zwei Oscars gewonnen – für „Erbarmungslos“ (1992) und „Million Dollar Baby“ (2004). Und doch denken viele Menschen noch immer zuerst an seine zahlreichen ikonischen Western-Rollen, wenn sie an das mittlerweile 95 Jahre alte Hollywood-Urgestein denken. An vorderster Stelle steht da natürlich Sergio Leones legendäre Dollar-Trilogie – „Für eine Handvoll Dollar“ (1964), „Für ein paar Dollar mehr“ (1965) und „Zwei glorreiche Halunken“ (1966).

Die drei Meilensteine des Italo-Westerns haben Eastwoods Paraderolle des wortkargen, einsamen Reiters geprägt, und man könnte sich wohl unmöglich ein anderes Gesicht auf den Plakaten vorstellen. Doch was selbst manch eingefleischter Fan des „Dirty Harry“-Stars nicht weiß: Tatsächlich war Eastwood nicht die erste Wahl von Leone und seinem Drehbuchpartner Duccio Tessari, als die beiden nach der idealen Besetzung für den „Mann ohne Namen“ in „Für eine Handvoll Dollar“ suchten!

Dieser Superstar sollte eigentlich die Hauptrolle in "Für eine Handvoll Dollar" übernehmen

In einem Interview mit der BBC verriet Leone: „Ich wollte eigentlich James Coburn, aber er war zu teuer.“ Coburn hatte durch Filme wie „Die glorreichen Sieben“ oder „Gesprengte Ketten“ bereits den Status eines internationalen Superstars, als der spätere „Spiel mir das Lied vom Tod“-Schöpfer seine Trilogie in Angriff nahm.

Eastwood dagegen war – zumindest im Kino – ein unbeschriebenes Blatt. Leone ließ sich allerdings schnell von dem gebürtigen Kalifornier überzeugen, der dank der TV-Serie „Tausend Meilen Staub“ bereits Wildwest-Erfahrung vorzuweisen hatte.

„Ich sah in seiner Figur aus ‚Tausend Meilen Staub‘ keinen Charakter, sondern nur eine physische Erscheinung“, fuhr Leone fort. „Was mich an Clint am meisten beeindruckte, war seine lässige Art, sich zu bewegen. Für mich sah Clint sehr nach einer Katze aus.“

Clint Eastwood hatte ursprünglich keine Lust

In einem anderen BBC-Interview sprach auch Eastwood darüber, wie er zu dem Projekt kam (via AdoroCinema) – und verriet, dass er ursprünglich gar keine Lust darauf hatte. „Mir gefiel ‚Für eine Handvoll Dollar‘ aber schließlich doch, und ich hatte das Gefühl, dass ein europäischer Ansatz dem Western vielleicht eine neue Note verleihen könnte.“

So kam es dann auch – während das Genre in seinem Herkunftsland, den USA, an kommerzieller Bedeutung verlor, kam es vor allem in Italien (bzw. Spanien, wo viele der Italo-Western-Klassiker gedreht wurden) zu neuer Blüte. Leone und Coburn kamen Jahre später übrigens doch noch zusammen: 1971 übernahm der Schauspieler an der Seite von Rod Steiger die Hauptrolle im Western „Todesmelodie“.

Wenig überraschend ist „Für eine Handvoll Dollar“ auch Teil unserer Liste der besten Western aller Zeiten laut den Bewertungen der FILMSTARTS-Community. Wenn ihr wissen wollt, auf welchen Platz er es geschafft hat (und welches Meisterwerk an der Spitze steht), dann lest direkt im folgenden Artikel weiter:

4,67 von 5 Sternen! Das ist der beste Western aller Zeiten – laut den deutschen Zuschauern

Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer brasilianischen Schwesternseite AdoroCinema erschienen.

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