Sie sprach einen der berühmtesten Sätze der Kinogeschichte und bekam gerade mal 380 Dollar dafür: Mit diesen vier Worten rührte Pat Welsh uns alle zu Tränen!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Unzählige Filmfans haben im Kino und auf dem heimischen Sofa wegen „E.T.“ Tränen vergossen, auch aufgrund der knarzig-sehnsüchtigen Zitate des Titelhelden. Doch nur ein Bruchteil der „E.T.“-Fans weiß, wer den Außerirdischen gesprochen hat...

Bei einem Budget von 10,5 Millionen Dollar generierte der geradewegs märchenhafte Sci-Fi-Film „E.T. – Der Außerirdische“ weltweit Einnahmen in der Höhe von über 790 Millionen Dollar. Allein in den USA befand sich Steven Spielbergs Regiearbeit 16 Wochen lang auf Platz eins der Kinocharts, und vorübergehend war sie (ungeachtet der Inflation) der weltweit erfolgreichste Kinofilm der Geschichte!

Mit diesem immensen Erfolg ging großer kultureller Einfluss einher. John Williams' mit einem Oscar prämierte Musik zählt zu den bekanntesten Stücken der Kinohistorie. Heute noch wird die Silhouette der auf einem Fahrrad befindlichen Hauptfiguren vor einem Vollmond in Filmen und Serien imitiert. Und der Satz „E.T. nach Hause telefonieren“ wird seit Generationen nachgeplappert, selbst von Leuten, die „E.T.“ nie gesehen haben.

Falls ihr nun Lust bekommen habt, „E.T.“ wieder einmal zu schauen oder endlich nachzuholen: Derzeit ist der Spielberg-Klassiker bei Amazon Prime Video im Abo abrufbar!

„E.T.“ ist außerdem aktuell bei Disney+* und dem Sky-Streamingdienst WOW* im Abo enthalten. Ihr habt also viele Optionen zur Auswahl, um euch in Spielbergs Sci-Fi-Familienfilm zu stürzen, der ein wichtiges Besetzungsmitglied aufweist, das viel zu oft in Vergessenheit gerät.

Das dürfte daran liegen, dass es im Gegensatz zu Hauptdarsteller Henry Thomas und Co. nicht im Abspann genannt wird: Die Rede ist von Pat Welsh. Sie hat im englischen Original E.T. ihre knarzig-rauchige Stimme geliehen und dafür eine Gage von 380 Dollar erhalten.

Darum geht es in "E.T."

Außerirdische landen auf der Erde, werden während ihrer friedlichen Mission allerdings von FBI-Agenten und NASA-Mitarbeitern gestört, weshalb sie überstürzt aufbrechen. Eines der Aliens wird in dieser Hektik zurückgelassen und sucht daher Unterschlupf in der nahegelegen Vorort-Siedlung. Dort wird es vom zehnjährigen Junge Elliott (Henry Thomas) entdeckt.

Sie freunden sich nach kurzem Schock an und Elliott tauft seinen neuen Freund E.T., zudem weiht er seinen großen Bruder Michael (Robert MacNaughton) und seine kleine Schwester Gertie (Drew Barrymore) in das Geheimnis ein. Doch E.T. hat Heimweh – und die Zeit drängt! Denn das FBI hat Lunte gerochen und jagt den außerirdischen Knirps...

Von Radio-Seifenopern über "E.T." zu "Star Wars"

Welsh erlangte zunächst Bekanntheit als Sprecherin in kitschig-dramatischen Radio-Serien. Mit dem Filmgeschäft hatte sie hingegen kaum Berührungspunkte: Sie hat einen verschwindend kleinen Auftritt im Drama „Ihr erster Mann“ (auch bekannt als „Abschied auf Waterloo Bridge“) aus dem Jahr 1940. Für „E.T.“ wurde sie Jahrzehnte später aus reinem Zufall entdeckt:

Tontechniker Ben Burtt, der auch zahlreiche der ikonischen Soundeffekte im „Star Wars“-Kosmos erfand und am Pixar-Meisterwerk „WALL·E“ mitarbeitete, bekam die markante Stimme der Kettenraucherin in einem Kamera-Fachgeschäft zu Ohren – und sprach sie einfach an. Danach blieb sie sozusagen in der Familie und wurde zudem gebeten, im Finale der ursprünglichen „Star Wars“-Trilogie, „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“, den Kopfgeldjäger Boushh zu vertonen.

Während Boushh im „Star Wars“-Franchise keinerlei nennenswerten Eindruck hinterließ, wurde „E.T. nach Hause telefonieren“ 2005 vom American Film Institute auf Platz 15 der 100 besten Filmzitate der US-Geschichte gewählt. Und solltet ihr euch sorgen, dass Welsh übers Ohr gehauen wurde: Zusätzlich zu ihrer 380 Dollar hohen Gage erhielt sie nach dem Sensationserfolg von „E.T.“ eine Bonuszahlung als Vergütung.

In der deutschen Synchronisation ist übrigens die Schauspielerin Paula Lepa als E.T. zu hören. Sie sammelte ihre Schauspielerfahrungen als Darstellerin in Musicals, Singspielen und Operetten sowie in ein paar Spielfilmen. Später war sie vor allem als Synchronautorin und Synchronregisseurin tätig – sie übernahm aber aufgrund ihrer stark an Welsh erinnernden Stimme in der deutsch vertonten Fassung die „E.T.“-Titelrolle.

Und wusstet ihr eigentlich, dass Spielberg während der Arbeit an „E.T.“ eine heftige Standpauke verpasst bekam? Wer dafür verantwortlich war, weshalb er sie sich anhören musste und was er im Rückblick davon hält, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

"Inakzeptables Verhalten": Diese Hollywood-Größe gab Steven Spielberg "die Standpauke seines Lebens" – und machte ihn damit zu einem besseren Regisseur

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