Das sind die 10 besten Horrorfilme aller Zeiten – laut "Amsterdamned II"-Kultregisseur Dick Maas!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Seitdem er nach „Scream“ eine Woche lang nicht schlafen konnte, jagt er diesem Gefühl hinterher – und schaut deshalb so gut wie jeden Horrorfilm.

Sein „Familie zum Knutschen“ hat in Deutschland ein Millionenpublikum angelockt, international ist Dick Maas mit seinem Action-Horror „Verfluchtes Amsterdam“ zum Kultregisseur avanciert. Jetzt startet das Sequel „Amsterdamned 2“ in den Kinos …

Verfluchtes Amsterdam“ (1988) ist purer Kult! Nicht nur macht darin ein durch die Grachten tauchender Psycho-Killer die niederländische Hauptstadt unsicher – es gibt darin auch eine bis heute unerreichte Motorboot-Verfolgungsjagd, auf die selbst ein gewisser Geheimagent mit der Lizenz zum Töten neidisch sein darf. 37 Jahre später serviert uns der niederländische Starregisseur Dick Maas („Fahrstuhl des Grauens“) eine Fortsetzung, in der sich der eigentlich bereits pensionierter Ermittler Eric Visser (Huub Stapel) ein weiteres Mal mit einer blutigen (Unterwasser-)Mordserie konfrontiert sieht …

Pünktlich zum deutschen Kinostart von „Amsterdamned II - Verfluchtes Amsterdam“ (am 19. März 2026) haben wir ein ausführliches Interview mit Dick Maas geführt – und dabei nicht nur über aufwändige Actionszenen, die FSK-Freigaben seiner Filme sowie seine großen Erfolge speziell in Deutschland, sondern auch über seine Probleme mit der FILMSTARTS-Kritik zu „Amsterdamned 2“ gesprochen. Außerdem verrät er uns seine persönliche Horror-Top-10 aller Zeiten – und da gibt es wahrscheinlich nur wenige, auf die man in diesem Zusammenhang eher hören sollte!

FILMSTARTS: Überall nimmt die Bürokratie immer nur zu. Wie viel schwerer war es diesmal, all die nötigen Genehmigungen für den Dreh der Verfolgungsjagd in den Grachten von Amsterdam zu bekommen?

Dick Maas: Es war hart. Es braucht immer Zeit, solche Genehmigungen zu erhalten, aber in den Achtzigern war es doch noch ein bisschen einfacher. Wir haben deshalb schon ein Jahr vor Beginn der Dreharbeiten losgelegt, all die verschiedenen Ämter der Stadt mit ins Boot zu holen. Aber jeder kennt den ersten Film, alle haben gute Erinnerungen daran – und an einigen Stellen sitzen noch immer dieselben Leute, mit denen wir schon damals zusammengearbeitet haben. Alle hatten Lust auf eine Fortsetzung, deshalb konnten wir auch Dinge machen, die man normalerweise in Amsterdam nicht tun darf.

Natürlich wird auch in „Amsterdamned II“ wieder durch die Kanäle der Stadt geheizt! Splendid
Natürlich wird auch in „Amsterdamned II“ wieder durch die Kanäle der Stadt geheizt!

FILMSTARTS: Die Boot-Verfolgungsjagd in „Verfluchtet Amsterdam“ würde auch jedem Bond-Blockbuster gut zu Gesicht stehen. Habt ihr damals gewusst, worauf ihr euch da einlasst – oder wart ihr vor allem jung und naiv genug, um das durchzuziehen?

Dick Maas: Natürlich waren wir jung und naiv, aber ich habe damals einfach geschrieben, was ich selbst sehen wollte – und dann haben wir versucht, das auch umzusetzen. Die Pyramiden wurden auch irgendwann mal gebaut – und eine solche Boots-Verfolgungsjagd mitten in der Stadt erscheint zunächst vergleichbar unmöglich. Aber wir haben es einfach getan und es hat mich selbst überrascht, dass die Verantwortlichen der Stadt so gut mit uns kooperiert haben. Ich meine, die Szene ist sieben Minuten lang – und ich habe wirklich alle Hindernisse hineingepackt, die ich mir in Amsterdam vorstellen konnte. Heutzutage würde man die Szene wahrscheinlich viel schneller schneiden, aber wir haben uns einfach die Zeit für die Szene genommen, die wir für nötig hielten.

FILMSTARTS: Wenn man sowas Wahnsinniges auf die Beine stellt, dann sollte man es meiner Meinung nach auch in all seiner Pracht und möglichst ohne Schnitte zeigen …

Dick Maas: Ja, das war die Idee. Wir hatten noch keine visuellen Effekte, das haben wir wirklich alles von Hand gemacht. In „Verfluchtes Amsterdam“ gibt es einen gemalten Hintergrund, ansonsten ist das alles 100-prozentig praktisch umgesetzt. Das macht die Sequenz nur noch effektiver. Heute würde man es wahrscheinlich mit CGI oder KI machen, allein des Geldes wegen. Aber bei uns gab es all die realistischen Stunts, wir hatten schließlich gar keine andere Wahl.

Bloß kein 08/15-Poster

FILMSTARTS: Das Poster zu „Amsterdamned II“ zeigt jetzt auch keinen Killer, sondern einen Jetski, dessen Heckwelle die römische Zahl „II“ ins Wasser zeichnet. War es deine Entscheidung, beim Marketing mehr auf den Action- als auf den Horror-Aspekt zu setzen?

Dick Maas: Wenn man das Motiv kopfüber betrachtet, sieht es aus wie eine verrückte Figur. Aber für mich war „Verfluchtes Amsterdam“ auch nie ein Horrorfilm, ich habe ihn stets als Actionfilm mit Horrorelementen bezeichnet. Trotzdem war es sehr schwer, ein gutes Poster zu entwerfen, das direkt die Aufmerksamkeit des Betrachters einfängt. Wir wollten keinen Killer mit einem Messer, mir schwebte da schon ein bisschen was Ambitionierteres vor.

Regisseur und Drehbuchautor Dick Maas bei der Premiere von „Amsterdamned II“. Tom Cornelissen
Regisseur und Drehbuchautor Dick Maas bei der Premiere von „Amsterdamned II“.

FILMSTARTS: Ist es wahr, dass ihr damals schon über ein Sequel namens „Rotterdoom“ nachgedacht habt?

Dick Maas: Ja, aber das war eher augenzwinkernd gemeint. Wenn man sich überlegt, wie eine Fortsetzung wohl aussehen könnte, landet man schnell bei „Rotterdamned“ – und von da dann bei „Rotterdoom“. Aber das war alles nicht ernsthaft, es gab nie ein Skript und ich wollte damals auch kein Sequel machen. Es gab zwar immer wieder Anfragen, aber nie eine gute Story – zumindest nicht bis vor zweieinhalb Jahren. Da habe ich entschieden, dass eine Fortsetzung nicht unbedingt eine Kopie des Originals sein muss, sondern ruhig auch etwas Neues bieten sollte – und das haben wir glaube ich gefunden, etwas, das Fans nicht enttäuscht, aber auch genügend Frisches bietet.

Megahits in den deutschen Kinos

FILMSTARTS: Meine früheste Erinnerung an einen deiner Filme ist nicht „Verfluchtes Amsterdam“, sondern die „Eine Familie zum Knutschen“-Trilogie, die ja hierzulande megaerfolgreich war. „Eine Familie zum Knutschen in Manhattan“ hatte mehr als 1,3 Millionen Kinobesucher*innen, was für eine niederländische Produktion absolut unerhört ist, und im Fernsehen liefen die Filme ebenfalls rauf und runter. In der Rückschau: Wie wichtig war der deutsche Markt für deine Karriere?

Dick Maas: Das ist lustig, aber in Deutschland mochten die Leute meine Filme von Anfang an, schon bei „Fahrstuhl des Grauens“ war das so. Man darf auch nicht vergessen, nach den drei „Eine Familie zum Knutschen“-Filmen kam ja auch noch die TV-Serie mit mehr als 60 Folgen, die lief auch sehr erfolgreich in Deutschland. Also lass es mich so sagen, ich bin sehr zufrieden mit meinen deutschen Fans.

FILMSTARTS: Was ganz amüsant ist: Während „Verfluchtes Amsterdam“ damals von der FSK ab 16 Jahren freigegeben wurde, kam „Eine Familie zum Knutschen“ zunächst sogar mit einer FSK ab 18 Jahren in die Kinos …

Dick Maas: Ja? Das ist verrückt! Bei uns hatte „Eine Familie zum Knutschen“ damals gar keine Altersbegrenzung. Inzwischen ist es etwas strenger geworden, jetzt ist er glaube ich ab 12. Aber ab 18 ist echt zu viel.

FILMSTARTS: „Amsterdamned II“ hat direkt eine FSK 12 bekommen. Ich habe gerade heute den Facebook-Post eines Kinos aus Düren gesehen, das trotzdem keine Gäste unter 16 Jahren in den Film lassen will. Was meinst du dazu?

Dick Maas: Heutzutage ist doch das, was man im Internet vorgesetzt bekommt, so viel schlimmer als alles, was es in „Amsterdamned II“ zu sehen gibt. Also für mich ist der Film für jedes Alter okay. In Holland ist er jetzt auch ab 12. Sie haben versucht, ihn auf ab 16 anzuheben, aber das hat zum Glück nicht funktioniert.

Das Problem mit der FILMSTARTS-Kritik

FILMSTARTS: Ich habe von unserem PR-Kontakt gehört, dass du über eine Stelle in meiner Kritik zu „Amsterdamned II“ gar nicht happy warst …

Dick Maas: Ja, ich war sehr sauer.

FILMSTARTS: Es geht darum, dass ich über die Eröffnungsszene geschrieben habe, dass die ersten Bilder von Amsterdam unschön nach CGI oder KI aussehen würden, in Wahrheit handelt es sich allerdings um eine ziemlich ausgeklügelte Drohnenaufnahme. Meine nächste Frage hast du eigentlich schon vorweggenommen, ob du dich denn nach all den Jahren noch darüber aufregen kannst, wenn Leute „Bullshit“ über deine Filme schreiben?

Dick Maas: Immer, wenn ich einen Film drehe, halte ich ihn für ziemlich gut, und ich kann mir dann gar nicht vorstellen, was Leute gegen ihn haben könnten. Aber damit liege ich jedes Mal falsch. Es gibt immer jemanden, der etwas zu Meckern hat – und mit dem Internet hat sich das alles noch mal massiv gesteigert. Wenn ich dann deine Kritik lese und du die erste Einstellung als „schlechtes CGI“ bezeichnest, dann denke ich direkt daran, wie viel Geld es uns gekostet hat, diesen aufwändigen Drohnenflug zu machen, mit drei Durchläufen und einem wahnsinnigen Aufwand. Das ist schon ein bisschen deprimierend.

FILMSTARTS: Ich habe beide Filme am Stück gesehen – und womöglich hängt meine Wahrnehmung auch damit zusammen, dass die Stadt Amsterdam selbst in den vergangenen 40 Jahren etwas von ihrer rauen Authentizität eingebüßt hat. Was vermisst du denn am meisten am „alten“ Amsterdam?

Dick Maas: Nun ja, eine Menge! Ich lebe seit 50 Jahren in Amsterdam, seit 30 Jahren in meiner aktuellen Wohnung im Zentrum der Stadt. Ich habe die Veränderungen also hautnah miterlebt – und die Stadt ist einfach nicht mehr so „cinematic“ wie früher. Das fängt schon bei den verkehrsberuhigenden Maßnahmen an. Man kann praktisch keine Autoverfolgungsjagen mehr drehen, weil überall Bodenwellen eingebaut wurden. Auch bei den Kanälen hat sich viel getan. Ich musste lange nach den passenden Locations für „Amsterdamned II“ suchen, weil viele Grachten inzwischen so an den Seiten begrünt sind, dass sie schlicht nicht mehr nach Amsterdam aussehen.

Gleich zu Beginn von „Amsterdamned II“ erleidet ein amerikanisches Touristen-Paar ein feuriges Schicksal! Splendid Film
Gleich zu Beginn von „Amsterdamned II“ erleidet ein amerikanisches Touristen-Paar ein feuriges Schicksal!

FILMSTARTS: Hat es deshalb auch besonders viel Spaß gemacht, das Touristenpaar zu Beginn, das viel lieber nach Dubai weiterfliegen möchte, besonders genüsslich zu meucheln?

Dick Maas: Das meine ich natürlich schon als Statement, auch wenn ich persönlich Touristen keinesfalls hasse. Aber es macht natürlich Spaß, dass sie, nachdem sie im Dialog gesagt haben, dass sie Amsterdam verabscheuen, sofort gekillt werden.

FILMSTARTS: „Scream“-Fans warten ja bereits seit 30 Jahren darauf, dass sich endlich mal Sidney Prescott (Neve Campbell) als Ghostface erweist. Habt ihr mit der Idee gespielt, Eric Visser (Huub Stapel) zum Killer zu machen?

Dick Maas: Wir haben drüber gesprochen, so einen Twist kann man natürlich immer einbauen – mal sehen, ob irgendwann noch ein „Amsterdamned 3“ kommt …

FILMSTARTS: Du warst so nett, uns vorab deine Top 10 Horrorfilme aller Zeiten zuzuschicken, die wie folgt lauten …

… wenn du dich auf einen davon beschränken müsstest, welcher davon hat dich denn speziell bei „Verfluchtes Amsterdam“ und „Amsterdamned 2“ am meisten beeinflusst?

Dick Maas: Ich könnte jetzt natürlich einfach „Der weiße Hai“ sagen, allein wegen des Wassers und der Taucher. Aber ich glaube, es ist eine Kombination. „Alien“ hat mir beigebracht, wie man mit geringen Mitteln ein maximales Maß an Suspense kreiert – der Film braucht gar nicht viel Gore, um seine Spannung zu halten. Ich muss gestehen, dass ich gar nicht so ein großer Fan reiner Horrorfilme bin. Ich mag viel mehr Produktionen mit viel Action und Suspense, in die einige Horror-Effekte mit hineingemischt werden. Das sind Filme nach meinem Geschmack.

„Amsterdamned II – Verfluchtes Amsterdam“ läuft ab dem 19. März 2026 in den deutschen Kinos.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren