2019 hießen die großen Oscar-Favoriten „Roma“ und „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ – beide waren in zehn Kategorien nominiert. Auch „A Star Is Born“ und „Vice – Der zweite Mann“ hatten mit jeweils acht Nominierungen gute Chancen, bei der 91. Verleihung der Academy Awards ordentlich abzuräumen – und mit „Black Panther“ und „Bohemian Rhapsody“ gingen auch zwei der größten Kino-Hits des Jahres 2018 ins Rennen um den noch immer wichtigsten Filmpreis der Welt.
Der große Sieger des Abends trug allerdings einen anderen Titel: „Green Book – Eine besondere Freundschaft“. Die Tragikomödie gewann zwar lediglich drei Statuen (bei insgesamt fünf Nominierungen) – doch neben Auszeichnungen für das Originaldrehbuch und Mahershala Ali (als Bester Nebendarsteller) gab es auch den Hauptpreis als Bester Film.
"Green Book" ist einer der umstrittensten Oscar-Sieger
Die Entscheidung stieß damals auf breites Unverständnis: Die erste Solo-Regiearbeit von Peter Farrelly, der zuvor mit seinem Bruder Bobby Komödien-Klassiker wie „Dumm und Dümmer“ und „Verrückt nach Mary“ verantwortet hatte, galt vielen im Vergleich zur Konkurrenz als zu konventionell und gefällig.
Zudem wurde der Film für seinen vereinfachenden, süßlich-versöhnlichen und damit nicht mehr sonderlich zeitgemäßen Umgang mit der zentralen Rassismus-Thematik kritisiert. In der Tat wirkt „Green Book“ so, als seien seit „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ nicht bereits 30 Jahre ins Land gezogen. Doch worum geht es in dem Film eigentlich?
„Green Book“ erzählt die Geschichte des italoamerikanischen Rausschmeißers Tony „Lip“ Vallelonga (Viggo Mortensen), der Anfang der 1960er-Jahre als Fahrer für den afroamerikanischen Pianisten Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) engagiert wird. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine Konzerttour durch die Südstaaten der USA, in denen die Rassentrennung noch Gesetz ist. Angewiesen auf das titelgebende ‚Negro Motorist Green Book‘, das ihnen den Weg zu den wenigen sicheren Unterkünften weist, prallen auch in der Enge des Wagens zwei Welten aufeinander. Doch wie das so ist in dieser Art Film, bilden die anfänglichen Differenzen und Vorurteile letztlich nur den Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
Mit einem weltweiten Einspielergebnis von 321 Millionen US-Dollar (gegenüber einem bescheidenen Budget von 23 Millionen) war „Green Book“ ein Box-Office-Erfolg. Doch mit der Zeit ist er aus dem kollektiven Filmgedächtnis nahezu verschwunden – schließlich gab es im Jahr 2018 zahlreiche Werke, die einen deutlich größeren kulturellen Fußabdruck hinterlassen haben.
Ein ähnliches Schicksal hat übrigens auch den großen Oscar-Sieger von 2022 ereilt. Falls ihr schon vergessen habt, welcher Film sich unter anderem gegen „Dune“ und „West Side Story“ behaupten konnte, dann lest direkt im folgenden Artikel weiter:
Er gewann den wichtigsten Oscar, doch schon 4 Jahre später ist er fast vergessen: Nicht mal "Dune" und Steven Spielberg hatten eine Chance gegen diesen FilmFILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover, um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.
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