Es ist der Winter 1992. In den Kinos laufen Filme wie der Disney-Animations-Hit „Aladdin“, „Kevin - Allein in New York“ oder die Thriller-Romanze „Bodyguard“. Eben in dieser Zeit warf der größte Blockbuster des kommenden Filmjahres seinen Schatten voraus – in Form eines Teasers, der es äußerst geschickt verstand, die Neugier des Publikums anzufachen, ohne dass jeder Zuschauer beziehungsweise jede Zuschauerin direkt gewusst haben dürfte, dass hier eine Zeitenwende bevorsteht. Denn zu sehen bekamen sie zunächst nicht viel.
Auf der Leinwand erschienen Archäologen, die im Inneren einer Höhle nach uralten Fossilien und Gesteinsproben suchen. Ein Fundstück erweckt dabei die besondere Aufmerksamkeit eines Wissenschaftlers. Nachdem er den Stein aufbricht, kommt ein in Bernstein eingeschlossenes prähistorisches Insekt zum Vorschein. Die Musik schwillt bedeutsam an, und eine feierliche Erzählerstimme setzt ein:
Sie erklärt, wie es Forschenden gelungen sei, aus den in einer Mine in Südamerika gefundenen Überresten eines prähistorischen Moskitos die DNA von Dinosauriern zu gewinnen – und auf dieser Basis die Urzeit-Giganten wieder zum Leben zu erwecken. „Zum ersten Mal teilen sich Menschen und Dinosaurier die Erde“, heißt es, während die Kamera immer näher an das Fossil heranzoomt. „Es geschieht an einem Ort namens Jurassic Park. Diesen Sommer wird Regisseur Steven Spielberg Sie dorthin mitnehmen.“
Ein Trailer wie ein Versprechen: Zum einen reichte der Name von Steven Spielberg damals aus, um das Interesse der Kinogänger*innen zu wecken – schließlich handelte es sich bei dem „Disclosure Day“-Macher schon damals um eine lebende Legende, die für bahnbrechende Kino-Hits wie „Der weiße Hai“, „E.T. - Der Außerirdische“ und das „Indiana Jones“-Franchise verantwortlich war.
Zum anderen wollte nun natürlich jeder sofort die Dinosaurier sehen. Schließlich war es Anfang der 1990er-Jahre keineswegs selbstverständlich, dass ausgestorbene Urzeitriesen auf der Leinwand halbwegs glaubwürdig zum Leben erweckt werden konnten. Zwar hatte es zuvor schon zahlreiche Dinosaurier-Filme gegeben („Die verlorene Welt“ beispielsweise erschien bereits 1925!), doch die Dinos waren immer ganz klar als Spezialeffekte zu erkennen – in Form von Puppen, Stop-Motion-Animationen oder anderen Tricktechniken. Der erste Teaser zu „Jurassic Park“ ließ jedoch bereits erahnen, dass Spielberg hier etwas Neues plante.
Nach "Jurassic Park" war das Kino nicht mehr dasselbe
Und in der Tat: Als „Jurassic Park“ im Sommer 1993 in die Kinos kam, brach eine neue Ära des (Blockbuster-)Kinos an. Spielberg kombinierte riesige, handgebaute Animatronics von Stan Winston mit damals revolutionären CGI-Effekten von Industrial Light & Magic. Gerade diese Mischung machte den Unterschied (im Übrigen auch im Vergleich zu heutigen, überwiegend digital geschaffenen Filmen): In Nahaufnahmen wirkten die Dinosaurier greifbar und körperlich, und in den Totalen bewegten sie sich mit einer so noch nie gesehenen Natürlichkeit über die Leinwand. Zum ersten Mal hatte man im Kino das Gefühl, echte, lebendige Dinos zu beobachten.
Die technische Pionierleistung zahlte sich bekanntlich mehr als aus. „Jurassic Park“ wurde nicht nur mit großem Abstand zum erfolgreichsten Film des Jahres 1993 (allein in Deutschland sahen ihn über 9,3 Millionen Zuschauer*innen), sondern mit einem weltweiten Einspielergebnis von 914 Millionen US-Dollar auch zum erfolgreichsten Film aller Zeiten. Erst vier Jahre später konnte dieser Rekord gebrochen werden – von James Camerons nicht minder revolutionärem Katastrophen-Epos „Titanic“.
1997 brachte Spielberg selbst die Fortsetzung „Vergessene Welt - Jurassic Park“ in die Kinos, im Jahr 2001 vollendete „Jurassic Park III“ die erste Trilogie. Mit „Jurassic World“ (2015) wurde das Franchise 14 Jahre später erfolgreich neu belebt. Erst im vergangenen Jahr kam mit „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ der siebte Teil der Reihe in die Kinos – und ein Ende der Dino-Saga ist nach wie vor nicht in Sicht.
Übrigens brachte Spielberg im selben Jahr wie „Jurassic Park“ eine weitere Großproduktion auf die Leinwand, die ebenfalls Kinogeschichte schrieb: „Schindlers Liste“. Wie „Star Wars“-Schöpfer George Lucas ihm dabei geholfen hat, zwei so aufwändige und dazu noch völlig unterschiedliche Filme zur gleichen Zeit fertigzustellen, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Ich stecke in Schwierigkeiten": So hat "Star Wars"-Schöpfer George Lucas einen der größten Blockbuster von Steven Spielberg gerettetUnsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.