Einer der größten Actionstars aller Zeiten hatte einen Auftritt in "Forrest Gump" – und ihr habt ihn garantiert nicht erkannt!
Sebastian Groß
Sebastian Groß
-Freier Autor
Manchmal fühlt er sich alt, weil er damals „The Big Lebowski“ oder „Matrix“ zum Kinostart gesehen hat. Andererseits konnte er damals „The Big Lebowski“ und „Matrix“ zum Kinostart sehen. Zum Glück behält er das für sich, außer jemand fragt ihn. Jetzt fragt ihn halt endlich.

Ein Oscar-prämiertes Meisterwerk steckt voller versteckter Details und berühmter Persönlichkeiten. Doch kaum jemand weiß, dass sich hinter einer legendären Szene ein Action-Superstar verbirgt.

Es gibt Filme, die ihre Zuschauer*innen auf eine Reise durch die Geschichte mitnehmen. Und es gibt Filme, die ihre Hauptfigur gleich mitten hineinwerfen. Genau das macht Robert Zemeckis' vielfach ausgezeichnetes Meisterwerk „Forrest Gump“ (1994), das bis heute zu den beliebtesten Produktionen der 1990er-Jahre zählt und Tom Hanks („Der Soldat James Ryan“) endgültig zum Publikumsliebling krönte.

Forrest Gump
Forrest Gump
Starttermin 13. Oktober 1994 | 2 Std. 20 Min.
Von Robert Zemeckis
Mit Tom Hanks, Gary Sinise, Robin Wright
Pressekritiken
4,5
User-Wertung
4,6
Filmstarts
4,5
Auf Paramount+ streamen

Im Laufe der Handlung begegnet Forrest zahlreichen berühmten Persönlichkeiten und wird Zeuge einiger der prägendsten Momente der amerikanischen Geschichte. Mal schüttelt er Präsidenten die Hand, mal steht er unvermittelt neben kulturellen Ikonen. Eine der ersten historischen Figuren, die seinen Weg kreuzen, ist allerdings keine Politikerin und kein Staatsmann, sondern der spätere King of Rock ’n’ Roll: Elvis Presley.

Als Elvis vorübergehend in der Pension von Forrests Mutter (Sally Field) wohnt, beobachtet er den Jungen beim Gehen. Wegen seiner Beinschienen bewegt sich der kindliche Forrest auf ungewöhnliche Weise – und genau diese Bewegungen dienen dem Musiker als Inspiration für seinen später weltberühmten Hüftschwung. Nicht vergessen werden darf, dass die Szene auch von der Darstellung des jungen Forrest lebt.

Er war der junge "Forrest Gump": Was wurde aus dem Schauspieler, der sich eine ikonische Rolle mit Tom Hanks teilte?

Diese Szene mit dem späteren Rockstar ist ein augenzwinkernder Einfall, der perfekt zum Humor des Films passt. Jahrzehnte später griff auch Regisseur Baz Luhrmann diesen Mythos in „Elvis“ (2022) auf, in dem die provokanten Tanzbewegungen des Sängers für regelrechte Ekstase beim Publikum sorgen.

Die Wahrheit hinter Forrest Gumps Elvis-Szene

Wer die Szene heute sieht, dürfte davon ausgehen, dass ein Elvis-Imitator oder ein bekannter Schauspieler den Musiker vollständig verkörpert. Tatsächlich wird Presley in „Forrest Gump“ von Peter Dobson dargestellt. Der Schauspieler übernahm die körperliche Darstellung und sorgte dafür, dass Aussehen, Haltung und Bewegungen möglichst nah am Original lagen.

Doch Dobson war lediglich die halbe Miete. Denn die Produzenten entschieden sich dafür, die Stimme des Musikers separat einzusetzen. In der englischen Originalfassung stammt diese nämlich von einer Person, die mit Elvis bereits bestens vertraut war.

Die Stimme gehört niemand Geringerem als Kurt Russell. Viele Zuschauer*innen haben diesen Gastauftritt bis heute nie bemerkt, obwohl Russell längst zu den bekanntesten Gesichtern des Actionkinos gehört. Sein Beitrag beschränkt sich auf wenige Dialogzeilen, dennoch steckt dahinter eine spannende Geschichte. Schließlich hatte er den legendären Sänger bereits viele Jahre zuvor selbst gespielt – und zwar in einer Produktion, die für seine Karriere eine entscheidende Rolle spielen sollte. Zudem hatte er auch seinen allerersten Filmauftritt an der Seite des King.

Vor "Die Klapperschlange" war Kurt Russell bereits der King

1979 schlüpfte Kurt Russell für den Fernsehfilm „Elvis“ in die Rolle des späteren Musikidols. Regie führte damals John Carpenter, der noch vor seinen größten Genre-Erfolgen stand. Die Produktion erzählt den Aufstieg Presleys vom einfachen Jungen aus dem Süden der USA bis zum gefeierten Superstar und brachte Russell viel Anerkennung ein. Für seine Leistung wurde er sogar für einen Emmy nominiert.

Noch wichtiger war allerdings die Zusammenarbeit mit Carpenter. Aus ihr entstand eine der produktivsten Partnerschaften der Filmgeschichte. Gemeinsam drehten die beiden anschließend Klassiker wie „Die Klapperschlange“ (1981), „Das Ding aus einer anderen Welt“ (1982) und „Big Trouble In Little China“ (1986). Vor allem als wortkarger Antiheld Snake Plissken wurde Russell zur Kultfigur.

Dass er heute als einer der größten Actionstars aller Zeiten gilt, liegt jedoch nicht nur an diesen Filmen. Auch Werke wie „Tombstone“ (1993), „Stargate“ (1994), „Breakdown“ (1997), „Star Force Soldier“ (1998) oder seine Auftritte in der „Fast & Furious“-Reihe machten ihn über mehrere Generationen hinweg zu einem festen Bestandteil des Genres. Russell verkörperte Helden nie als unfehlbare Kampfmaschinen, sondern als charismatische Figuren mit Ecken und Kanten, trockenem Humor und enormer Leinwandpräsenz.

Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet ein Star dieses Kalibers in einem der berühmtesten Filme aller Zeiten versteckt wurde. Während Millionen Menschen die Elvis-Szene in „Forrest Gump“ kennen, haben die wenigsten bemerkt, dass hinter der Stimme des King ein Mann steckt, der selbst Filmgeschichte geschrieben hat: Kurt Russell. Aber selbst solch eine Legende hat nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen. Mehr dazu im folgenden FILMSTARTS-Artikel:

"Mein Leben und meine Karriere wären vielleicht anders verlaufen": Kurt Russell hat einen der größten Sci-Fi-Filme aller Zeiten abgelehnt

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