"Er widerspricht allem, was mir heilig ist": Dieser Kino-Megahit hat Mel Gibson richtig wütend gemacht
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Der zweiterfolgreichste Film des Jahres 2006 war ein starbesetzter Mystery-Thriller. Während die Bestseller-Adaption allein in Deutschland 5,6 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte, war Mel Gibson alles andere als erfreut über den Film.

Mel Gibson fiel in Hollywood wegen antisemitischer Ausfälle, homophober Tiraden und Vorwürfen der häuslichen Gewalt in Ungnade. Es ist also schwer vorzustellen, dass sich der „Mad Max“-Darsteller, „Lethal Weapon“-Star und Oscar-Preisträger („Braveheart“) von der reinen Existenz eines Films beleidigt fühlen könnte – zumal er auch mit seinen eigenen Werken, etwa der von ihm inszenierten Kreuzigungs-Schlachtplatte „Die Passion Christi“ (2004), regelmäßig Kontroversen auslöste.

Und doch gibt es einen Film, auf den Gibson extrem empfindlich reagiert hat – eine Bestseller-Verfilmung, die vor ziemlich genau 20 Jahren in Sachen Box-Office-Erfolg nur von „Fluch der Karibik 2“ übertrumpft und allein in Deutschland von 5,6 Millionen Zuschauer*innen gesehen wurde: Die Rede ist von „The Da Vinci Code – Sakrileg“!

The Da Vinci Code - Sakrileg
The Da Vinci Code - Sakrileg
Starttermin 18. Mai 2006 | 2 Std. 32 Min.
Von Ron Howard
Mit Tom Hanks, Audrey Tautou, Jean Reno
Pressekritiken
2,9
User-Wertung
3,0
Filmstarts
2,5

Ganz allein war Gibson mit seiner Empörung tatsächlich nicht: Bereits vor dem Kinostart des auf der gleichnamigen Buchvorlage von Dan Brown basierenden Mystery-Thrillers liefen katholische Organisationen und Kirchenvertreter Sturm gegen den Film. Sie warfen ihm vor, zentrale Glaubensinhalte zu verfälschen, indem er unter anderem behauptet, Jesus sei mit Maria Magdalena verheiratet gewesen und ihre Nachfahren lebten bis heute.

Aus denselben Gründen lehnte auch Gibson, selbst tief im katholischen Glauben verwurzelt, den Film entschieden ab: „Er widerspricht allem, was mir heilig ist – den Grundfesten meines Glaubens“, wetterte der 70-Jährige in einem Interview (via Far Out Magazine). „‚The Da Vinci Code‘ ist zwar ausdrücklich ein fiktionales Werk, vermischt aber geschickt Tatsachen mit Außenseiter-Theorien auf eine Weise, die auf manche Menschen tatsächlich plausibel wirken könnte“.

Dem Erfolg von „The Da Vinci Code“ – den übrigens Ron Howard inszeniert hat, mit dem Gibson zehn Jahre zuvor den Thriller „Kopfgeld – Einer wird bezahlen“ drehte – konnten natürlich weder die Boykottaufrufe katholischer Gruppierungen noch Gibsons Worte etwas anhaben. Der erste Fall des von Tom Hanks gespielten Symbologen Robert Langdon spülte weltweit mehr als 758 Millionen US-Dollar in die Kinokassen und zog mit „Illuminati“ (2009) und „Inferno“ (2016) zwei Fortsetzungen nach sich.

Wenn ihr übrigens wissen wollt, warum Mel Gibson seinen Hollywood-Kollegen Christopher Walken für Satan hält, dann lest doch auch den nachfolgenden Artikel:

"Christopher Walken ist der Antichrist": Darum möchte Mel Gibson niemals mit dem "Pulp Fiction"- und "Dune"-Star zusammenarbeiten

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