Wie wenige andere ging Meisterregisseur Christopher Nolan in seiner Karriere immer wieder neue Wege und setzte auf innovative Ansätze. Seine Entschlossenheit wurde belohnt: Meisterwerke wie „Dunkirk“ oder „Interstellar“ und – vor allem – seine mutige Neuinterpretation von Batman in der „The Dark Knight“-Trilogie machten Nolan zu einem der führenden Filmemacher Hollywoods.
Auch Millionen Filmfans in aller Welt schätzen seine Experimentierfreude und die unalltägliche Umsetzung seiner Stoffe. Man denke nur an komplex erzählte, von mehreren Zeitebenen durchzogene Filme wie „Inception“ oder „Tenet“. Jene Risikofreude vermisst der Oscar-Preisträger heutzutage allerdings bei vielen großen Filmstudios – gerade, wenn es um Blockbuster geht.
Nolan kritisiert die großen Hollywood-Studios
Im Gespräch mit der New York Times verwies der Star-Regisseur darauf, dass die Studios bei Mainstream-Filmen allzu oft auf Nummer sicher gehen würden. „Wenn man sich wirklich für Filme und die Geschichte des Kinos interessiert, erkennt man eines: Um erfolgreich zu sein, muss man Risiken eingehen.“ Das größte Risiko sei es, auf Nummer sicher zu gehen, so der Filmemacher. „Genau das funktioniert bei Blockbustern oft nicht. Das Publikum möchte etwas Neues.“
Anschließend berichtete Nolan, wie er seiner Frau und Produzentin Emma Thomas einst die Idee hinter seinem längst zum Klassiker avancierten Mystery-Thriller „Memento“ (2000) vorgestellt hatte. Nolan zufolge habe ihr das Drehbuch gefallen – doch aufgrund der rückwärts erzählten Story und dadurch bedingten Komplexität des Films hatte sie Zweifel.
So hat ausgerechnet "Die nackte Kanone" (!) Christopher Nolan zu einem der wichtigsten Elemente seiner Filme inspiriertDer 55-Jährige argumentierte jedoch, dass Experimente bestimmte Filmprojekte sogar stärken können. „Sie machen einen Film unverwechselbar und geben Regisseuren die Möglichkeit, dem Zuschauer etwas Neues zu bieten.“ Obwohl es zunächst schwer war, einen Filmverleih für „Memento“ zu begeistern, habe er letztlich „sein Publikum gefunden“.
Ob sein neuestes Werk, das in wenigen Wochen startende Action-Abenteuer „Die Odyssee“, sein Publikum im gewohnten „Nolan-Umfang“ findet, bleibt abzuwarten. Der Regisseur selbst zeigt sich jedenfalls zuversichtlich. „Ich möchte keine Vorhersagen über ‚The Odyssey‘ treffen, aber in der Vergangenheit wurden wir immer dafür belohnt, wenn wir Vertrauen in das Publikum hatten.“
Die Reaktionen auf Nolans Äußerungen fallen indes gemischt aus. Kritiker verweisen auf den Widerspruch, dass der Regisseur einerseits originelle Stoffe und Mut einfordert, andererseits aber ausgerechnet eine Adaption der Odyssee, immerhin eine der ältesten und berühmtesten Geschichten der westlichen Welt, vorlegt. Viele sehen es als wenig innovativ oder bahnbrechend an, ein solch klassisches Werk neu aufzulegen. Nolan-Fans setzen dem entgehen, dass der kreative Wert nicht in einer bestimmten Vorlage liegt, sondern in der spezifischen Inszenierung und originellen Umsetzung eines Regisseurs.
Kurz vor dem Kinostart seines fast dreistündigen Mammutwerks gab der gefeierte Filmemacher jüngst Einblicke in seine großen Inspirationen. Darunter zwei Meisterwerke, die laut Nolan jeder Filmfan gesehen haben sollte:
Bevor "Die Odyssee" ins Kino kommt: Diese zwei Meisterwerke müsst ihr laut Christopher Nolan gesehen habenUnsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.