"Wer zur Hölle war das?": Als Samuel L. Jackson vor 35 Jahren zum ersten Mal auf Quentin Tarantino traf, hielt er ihn für "grottenschlecht"
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Quentin Tarantino und Samuel L. Jackson verbindet heute eine der berühmtesten Partnerschaften Hollywoods. Doch als sie sich vor 35 Jahren erstmals begegneten, wusste Jackson nicht einmal, wer da vor ihm saß.

Wer an Samuel L. Jackson denkt, landet wahrscheinlich schnell auch bei Quentin Tarantino – und andersrum. Schließlich hat Jackson seit seiner Darstellung des Profikillers Jules Winnfield in Tarantinos ikonischem Zweitwerk „Pulp Fiction“ (1994) in beinahe jedem Film des Kult-Regisseurs mitgespielt. So sah man ihn in „Jackie Brown“ (1997), er hatte einen Kurzauftritt in „Kill Bill: Vol. 2“, war in den beiden Western „Django Unchained“ (2012) und „The Hateful 8“ (2015) mit von der Partie, und im Kriegs-Thriller „Inglourious Basterds“ (2009) fungierte er als Erzähler.

Falls ihr nun glaubt, die beiden wären sich irgendwann über den Weg gelaufen und hätten sich auf Anhieb blendend verstanden, irrt ihr euch allerdings gewaltig. Die erste Begegnung zwischen Tarantino und Jackson lief alles andere als reibungslos ab!

Jackson saß Tarantino beim Casting gegenüber – und hatte keine Ahnung, wer er ist!

1991 sprach Jackson für eine Rolle in Tarantinos Spielfilmdebüt vor – dem Gangster-Thriller „Reservoir Dogs“. Ursprünglich war vorgesehen, dass er gemeinsam mit seinen bereits verpflichteten Schauspiel-Kollegen Harvey Keitel und Tim Roth (beiden sollte er wenige Jahre später am Set von „Pulp Fiction“ begegnen) für das Casting die entsprechenden Szenen liest. Doch stattdessen fand er sich mit zwei ihm völlig unbekannten Männern als Spielpartner wieder.

„[Tarantino] war einer von denen, die mit mir die Szenen gelesen haben. Er und Produzent Lawrence Bender“, erinnerte sich Jackson später in einem Interview an das Treffen zurück (via Far Out Magazine). Tarantino war damals allerdings noch längst nicht der Regie-Star, der er heute ist. Jackson hatte keine Ahnung, wer Tarantino überhaupt war, und niemand erklärte dem heute 77-Jährigen, mit wem er da eigentlich an einem Tisch saß. Also hielt er sie für Statisten.

Reservoir Dogs
Reservoir Dogs
Starttermin 10. September 1992 | 1 Std. 39 Min.
Von Quentin Tarantino
Mit Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen
User-Wertung
4,4
Filmstarts
5,0

„Ich sollte eigentlich mit Harvey Keitel und Tim Roth vorsprechen, aber stattdessen tauchten diese beiden Typen auf“, fährt Jackson fort. „Ich dachte nur: ‚Wer zur Hölle sind die denn?‘ Außerdem waren sie schrecklich. Ich ging aus dem Vorsprechen und dachte: Den Job bekomme ich garantiert nicht. Diese Typen waren grottenschlecht. Wer zur Hölle war das?‘ Ich hatte keine Ahnung, wer sie waren.“

Die Rolle in „Reservoir Dogs“ sollte Jackson tatsächlich nicht bekommen – und sicherlich hat er damals nicht geahnt, dass aus dieser holprigen ersten Begegnung schon wenige Jahre später eine der prägendsten Regisseur-Schauspieler-Partnerschaften der Filmgeschichte entstehen würde.

Mit seiner Einschätzung von Tarantinos schauspielerischem Talent lag der Nick-Fury-Darsteller übrigens womöglich gar nicht so falsch. Schließlich musste Tarantino damals diversen Produzenten sogar eine Lüge auftischen, um den Eindruck zu erwecken, er sei ein gefragter Schauspieler:

"Niemand würde den Film jemals sehen": Quentin Tarantino hat vorgetäuscht, im größten Flop einer Regie-Legende mitgespielt zu haben
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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