51 Stimmen für Tim Allen, ein Spielzeug fürs Toiletten-Training und das Problem mit Mega-Fan Quentin Tarantino: Das große FILMSTARTS-Interview zu "Toy Story 5"
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„Toy Story 5“ steht kurz davor, die Milliarde-Dollar-Marke am weltweiten Box-Office zu durchbrechen. Jetzt startet der Megahit auch in Deutschland – und wir haben die Pixar-Legenden Pete Docter und Lindsey Collins in Berlin zum Interview getroffen.

Fußball-WM und Schulferien haben dazu geführt, dass „Toy Story 5“ (ab dem 23. Juli im Kino) einige Wochen später als in großen Teilen der Welt in den Kinos startet. Aber das tut der Vorfreude keinen Abbruch – und so lautet das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik: „Gelacht! Geweint! Auch nach dem fünften Teil gibt es absolut keinen Grund, die „Toy Story“-Reihe wie ein aussortiertes Spielzeug auf dem Dachboden einzumotten – ganz im Gegenteil!“

Im Vorfeld des Starts von „Toy Story 5“, in dem es die bekannten Spielzeuge diesmal mit einem froschförmigen, Bonnies gesamte Aufmerksamkeit absorbierenden Tablet namens Lilypad zu tun bekommen, kamen Pixar-Kreativchef Pete Docter (Oscars für „Oben“, „Alles steht Kopf“ und „Soul“) sowie die „Toy Story 5“-Produzentin Lindsey Collins (oscarnominiert für „Rot“) auch nach Berlin, um den Kinorelease zu promoten …

FILMSTARTS: Mit Superstars wie Tom Hanks und Tim Allen auf der Sprecherliste – wie waren die Reaktionen auf die Ankündigung, dass es einen neuen Sheriff in der Stadt geben und Jessie diesmal die Protagonistin sein wird?

Lindsey Collins: Sie waren beide begeistert. Tim hat sich ganz besonders darüber gefreut, dass es diesmal 51 Versionen von Buzz Lightyear gibt. Er meinte sofort: „Es gibt 51? Ja, mehr von mir. Mehr von mir im Film.“ Er mochte vor allem die Herausforderung, all die verschiedenen Buzz-Stimmen zu entwickeln.

Pete Docter: Außerdem macht es Spaß mit Jessie als Protagonistin. Sie hat es definitiv verdient. Sie ist eine großartige Figur – viel Tiefe, eine Menge Traumata, und ganz viel Power und Energie.

FILMSTARTS: Es gibt auch diesmal viele neue Spielzeuge. Aber es gibt auch eines, von dem ich zuvor noch nie gehört habe, nämlich ein elektronisches Töpfchen-Lern-Spielzeug in Form einer Toilettenpapierrolle. War das eine Kindheitserinnerung von jemandem aus eurem Team?

Lindsey Collins: Nein, das gibt es in der Realität gar nicht.

FILMSTARTS: Ich bin sehr beruhigt, dass das nicht wirklich auf Kinder losgelassen wurde.

Lindsey Collins: Als Mutter muss ich sagen, dass ich es mir sehr wünschen würde. Ich habe in meiner Zeit eine Menge Toilettentraining gemacht – und ein Spielzeug, das für die Kinder Anreize schafft, selbst auf den Pott zu gehen, wäre da sehr willkommen gewesen …

Das Toiletten-Training-Spielzeug Besserwisser hat – zum Glück – kein reales Vorbild in der echten Bild. Disney und seine verbundenen Unternehmen
Das Toiletten-Training-Spielzeug Besserwisser hat – zum Glück – kein reales Vorbild in der echten Bild.

FILMSTARTS: „Toy Story 5“ ist das erste Pixar-Sequel, bei dem eine Studio-Legende die Regie übernommen hat. Sonst war es immer entweder der Originalschöpfer oder jemand ganz Neues – wie zuletzt auch mit Josh Cooley bei „Toy Story 4“. Wie ist die Entscheidung für Andrew Stanton („Findet Nemo“, „Wall-E“) gefallen?

Pete Docter: Wir haben ihn einfach gefragt.

Lindsey Collins: Ich meine, er hat jeden einzelnen Teil der Reihe geschrieben. Er ist quasi die Stimme von Woody. Er selbst sagt, dass er bei der Arbeit an „Toy Story“ das Drehbuchschreiben gelernt hat.

Pete Docter: Wir haben ihn gebeten, sich ein paar Gedanken zu machen – und er kam direkt mit ein paar Ideen, die uns sofort gepackt haben – eine davon war Jessie und die andere die Technologie als zentrale Gefahr für die übrigen Spielzeuge. Alle von uns meinten sofort: „Ja, das wäre aus der Sicht eines Spielzeugs absolut so!“

FILMSTARTS: Wenn ihr die Fähigkeit besitzen würdet, in eure eigene Kindheit zu reisen: Welchen eurer Filme würdet ihr eurem Kindheits-Ich am liebsten mitbringen?

Lindsey Collins: Ich würde „Wall-E“ wählen. Es gibt nicht viele Worte und einen so empathischen Helden, mit dem man sich sofort identifiziert. Ich glaube, den Film hätte ich als Kind wirklich geliebt.

Pete Docter: Bei mir wäre es „Oben“. Wenn ich es durch die ersten zehn Minuten geschafft hätte, gibt es den sprechenden Hund, den verrückten Vogel und die ganze Abenteuer-Geschichte – das wäre genau meins gewesen.

Die Pixar-Urgesteine Lindsey Collins und Pete Docter im Gespräch mit den FILMSTARTS-Redakteuren Christoph Petersen und Nino Steffeck. Webedia
Die Pixar-Urgesteine Lindsey Collins und Pete Docter im Gespräch mit den FILMSTARTS-Redakteuren Christoph Petersen und Nino Steffeck.

FILMSTARTS: Ihr wart beide auch an „Toy Story 2“ beteiligt. Wie habt ihr damals den Scheckmoment erlebt, als es kurz so aussah, als sei der komplette Film versehentlich gelöscht worden?

Pete Docter: Ich glaube, ich habe das damals gar nicht bewusst wahrgenommen. Ich habe es dann auf dem Flur gehört, als die Dateien bereits wieder hergestellt waren.

Lindsey Collins: Mir ging es ganz ähnlich. Aber damals gab es eh ein allgemeines Gefühl der Unsicherheit. Das war eben ganz zu Beginn der Technologie – und da konnte es passieren, dass beim Rendern über Nacht einfach eine der Figuren aus der Einstellung verschwunden ist …

Pete Docter: … oder auch nur ein Teil der Figur. Da war dann plötzlich keine Nase mehr da.

Lindsey Collins: Nach der Hälfte der Szene verschwanden dann plötzlich die Füße. Es gab immer die Chance, dass etwas verschwindet, explodiert, nicht funktioniert oder nicht rendert – da war irgendwie klar, dass irgendwann auch mal der ganze Film gelöscht werden würde. Gott sei Dank hatte jemand ein Backup.

Pete Docter: Noch angsteinflößender war es aber, als das Studio kurz davor war, das komplette Projekt zu stoppen. Der zweite Teil war ursprünglich als Direct-to-Video-Sequel geplant, aber dann wurde neun Monate vor Abgabe entschieden, stattdessen doch einen Kinofilm zu machen – wir hatten deshalb nur zwei Wochen, die ganze Story noch mal komplett neu zu entwickeln.

Lindsey Collins: „Toy Story 2“ ist einer meiner Lieblingsfilme. Also zum Glück ist am Ende alles doch noch gut ausgegangen.

FILMSTARTS: Einer der berühmtesten Fans von „Toy Story“ ist Quentin Tarantino. Die ersten drei Filme hält er für die perfekte Trilogie – und deshalb weigert er sich auch, sich weitere „Toy Story“-Teile anzusehen. Was sagt ihr dazu?

Pete Docter: Ich würde sagen, gut für ihn. Er sollte bei seiner Meinung bleiben.

Lindsey Collins: Ja, ist schon okay. Ich habe trotzdem das Gefühl, er verpasst was.

Wenn ihr ganz genau hinhört, werdet ihr bemerken, dass auch einer der größten Superstars des Planeten neu in „Toy Story 5“ mit an Bord ist:

Bei der Fortsetzung einer der beliebtesten Filmreihen von Disney ist jetzt auch der größte Superstar unserer Zeit an Bord!

Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.
Mitarbeit von:
Nino Steffeck
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