Wenn Christopher Nolan einen neuen Film plant, stehen die Stars förmlich Schlange. Der 55-Jährige bräuchte vermutlich nicht einmal ein fertiges Drehbuch, um jeden Schauspieler beziehungsweise jede Schauspielerin sofort davon zu überzeugen, in seinem nächsten Projekt mitzuwirken. Allein die Besetzungsliste seines aktuellen Fantasy-Blockbusters „Die Odyssee“ liest sich mehr als beeindruckend: Matt Damon, Robert Pattinson, Anne Hathaway, Zendaya, Charlize Theron, Tom Holland und Lupita Nyong'o sind nur einige der zahlreichen großen Namen, die in seiner epischen Literatur-Adaption zu sehen sind.
Doch ein einziges Mal ist es Nolan passiert, dass er ein klares „Nein“ bekommen hat – und einiges an Überredungskunst einsetzen musste, um seinen Wunschkandidaten doch noch zu überzeugen. Vor 20 Jahren versuchte der „Interstellar“-Macher nämlich zunächst vergeblich, Musikikone David Bowie („Let's Dance“) für die Rolle des Erfinders Nikola Tesla in seinem Thriller „Prestige – Die Meister der Magie“ zu gewinnen.
„Er war schon immer eines meiner größten Idole, und ich fand, dass er perfekt für Nikola Tesla wäre“, erinerte sich Nolan in einem Interview (via Far Out Magazine). „Also schickten wir ihm das Drehbuch […]. Er sagte Nein. Zum ersten Mal überhaupt ging ich daraufhin noch einmal auf jemanden zu und fragte: ‚Kann ich ihn einfach persönlich treffen? Kann ich versuchen, ihn im direkten Gespräch zu überzeugen?‘ Sie stimmten zu. Also schrieb ich ihm hastig eine bessere Rede für seinen ersten Auftritt, erschien mit einer neuen Drehbuchfassung und habe ihn im Grunde angefleht – und so wurde aus einem Nein schließlich ein Ja.“
Bowie – der bereits in den 1970er-Jahren für Filme wie „Der Mann, der vom Himmel fiel“ vor der Kamera stand – gesellte sich also zur ohnehin schon illustren Besetzung um Hugh Jackman, Christian Bale, Michael Caine und Scarlett Johansson hinzu. Zum Glück! Denn nicht umsonst heißt es in der offiziellen 4,5-Sterne-Kritik auf FILMSTARTS, die Rolle wirke „wie für David Bowie geschrieben.“
Später musste Nolan jedenfalls keine Schauspieler*innen mehr anbetteln, in seinen Filmen mitzuspielen – auch Heath Ledger nicht, der in „The Dark Knight“ die wohl definitive Darstellung des Batman-Widersachers Joker ablieferte. Heute ist vor diesem Hintergrund kaum noch vorstellbar, dass sich viele Comic-Fans anfangs vehement gegen diese Casting-Entscheidung aussprachen. Mehr dazu lest ihr im folgenden Artikel:
"Schlechteste Besetzung aller Zeiten": So hart musste Christopher Nolan für Heath Ledger als Joker kämpfen