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    Das "Predator"-Prequel "Prey" auf Disney+: Amber Midthunder verrät uns, dass sie zunächst gar nicht wusste, dass …
    04.08.2022 um 17:15
    Björn Becher
    Björn Becher
    -Mitglied der Chefredaktion
    Von den Stunts eines Buster Keatons über die Akrobatik eines Jackie Chans hin zur Brachialgewalt in „The Raid“. Björn Becher liebt Actionfilme.
    Mitarbeit von:
    Stefan Geisler

    … sie hier in einem „Predator“-Film mitspielen soll. Trotzdem ist sie nun als junge Kriegerin Naru dabei, die sich im Jahr 1719 mit einem Predator anlegt. „Prey ist ab dem 5. August 2022 exklusiv bei Disney+ verfügbar.

    Disney und seine verbundenen Unternehmen

    „10 Cloverfield Lane“-Regisseur Dan Trachtenberg erzählt in „Prey“ eine Geschichte, die weit vor den Ereignissen in „Predator“ mit Arnold Schwarzenegger und „Predator 2“ mit Danny Glover spielt: Einer der Alien-Jäger landet im Jahr 1719 tief im heutigen Amerika. Dort wehrt sich ein Komantschen-Stamm gegen wilde Tiere und die französischen Trapper, welche die Natur und die Einheimischen misshandeln. Doch schon bald müssen sie die Komantschen auch gegen eine außerirdische Killermaschine kämpfen...

    » "Prey" auf Disney+*

    Die Hauptrolle spielt Amber Midthunder, die schon als Kind das erste Mal vor der Kamera stand. In den vergangenen Jahren sorgte sie unter anderem in der schrägen Marvel-Serie „Legion“ sowie aktuell in der Sci-Fi-Serie „Roswell, New Mexico“ für Aufsehen. In Filmen war sie sowohl in „The Ice Road“ wie auch in „The Marksman – Der Scharfschütze“ an der Seite von Liam Neeson zu sehen.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Prey"

    Der nun auf Disney+ verfügbare „Prey“ ist aber ihre bis dato größte Rolle und für unseren Redakteur Stefan Geisler ein naheliegender Anlass, um über Repräsentation im amerikanischen Kino zu reden – aber auch darüber, wie es denn nun ist, in einem „Predator“-Film mitzuspielen und somit quasi in die Fußspuren von Arnold Schwarzenegger zu treten.

    Erst die Memes, dann der Film

    FILMSTARTS: Wie vertraut warst du vorher mit dem „Predator“-Franchise. Gehörst du zu den Leuten, die mit dem ersten Film aufgewachsen sind?

    Amber Midthunder: Ich erinnere mich ehrlicherweise gar nicht daran, ob ich vorher je einen „Predator“-Film gesehen hatte. Aber mir war der Stellenwert in der Popkultur natürlich bekannt. Ich kenne sehr viele der berühmten Zitate, Referenzen und Memes. Als sie mir dann irgendwann verraten haben, dass „Prey“ ein „Predator“-Film ist, habe ich mir natürlich direkt alle anderen angeschaut. Den ersten Film habe ich mittlerweile schon ziemlich oft gesehen. Es war aber durch die ganzen Memes echt cool, bei der ersten Sichtung sagen zu können: „Wow, ich kenne dieses Zitat” oder “Oh, das erkenne ich”...

    Den Predator kannte die Hauptdarstellerin vorher vor allem durch Memes.

    FILMSTARTS: Es gab ja sehr viel Geheimhaltung um „Prey“. Ab wann wusstest du, dass es ein „Predator“-Film wird?

    Amber Midthunder: Ich wusste es ziemlich lange nicht. Ich habe im Februar 2020 das erste Mal vorgesprochen und da noch keine Ahnung gehabt. Da wusste ich nur, dass es um eine junge Komantschin geht, die Jägerin werden will. Dann lag aber wegen Corona alles erst mal auf Eis. Erst eineinhalb Jahre nach meinem ersten Vorsprechen kam das Projekt wieder zu mir zurück. Da habe ich dann erfahren, um was es wirklich geht.

    Wie fühlt man sich so als Arnies Nachfolgerin?

    FILMSTARTS: Du trittst ja nun quasi die Nachfolge von Arnold Schwarzenegger an. Hast du einen besonderen Druck gefühlt, in die Fußstapfen einer solchen Legende zu treten?

    Amber Midthunder: Nein – unsere Figuren sind dann ja doch sehr anders. Regisseur Dan Trachtenberg hat auch viel über die Unterschiede gesprochen. Die sind ja nicht nur physischer Natur. Wir spielen in einer völlig anderen Zeit. Dann gibt es bei uns dieses Konzept der rohen Gewalt vs. Strategie. Strategie ist bei uns ein wichtiger Teil. Während des Drehs habe ich auch oft vergessen, dass es ein „Predator-Film“ ist - bis ich den Predator wieder gesehen habe und dachte: „Ah stimmt, da war ja noch was…“

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    Eine glänzend aufgelegte Amber Midthunder im Interview mit uns zu "Prey".

    FILMSTARTS: Was für eine Bedeutung hat der Predator deiner Meinung nach für Narus Geschichte? Er ist ja offensichtlich mehr als einfach nur eine beliebige Gefahr, die es zu bekämpfen gilt…

    Amber Midthunder: Das ist eine tolle Frage. Der Predator kann eine Metapher für so viele Dinge sein. Ich hatte während des Drehs zum Beispiel eine sehr persönliche Deutung für mich im Sinn. Aber ich denke, er symbolisiert vor allem die stetige Bedrohung für Naru und ihre Gemeinschaft.

    Das Konzept, die eigene Gemeinde vor einer Gefahr von außerhalb zu beschützen, ist schließlich besonders für indigene Völker kein unbekanntes Thema. Die Gemeinde wird hier ja dauerhaft bedroht, nämlich von den französischen Jägern, von Kolonialisten. Der Predator ist so die Metapher für jegliche Art von Bedrohung von außerhalb, die ein Volk angreift. 

    Sind die Siedler oder der Predator schlimmer?

    FILMSTARTS: Wer ist für die Komantschen eine größere Bedrohung? Die Siedler und Büffeljäger oder doch der Predator? 

    Amber Midthunder: Das ist eine weitere gute Frage, weil das eine Sache ist, die ich an diesem Film liebe: Es ist doch einfach stark, wie diese echte Geschichte innerhalb eines spaßigen, großen Unterhaltungsfilms thematisiert und eingewoben wird. Ich habe „Prey“ gerade erst noch mal gesehen und die Szene mit den Büffeln hat mich wirklich berührt. Das ist etwas, das meinen Vorfahren echt passiert ist. Wenn ich also zwischen dem Predator und den französischen Pelzjägern entscheiden muss, bin ich mir sicher: Naru hasst die französischen Pelzjäger noch etwas mehr.

    Disney und seine verbundenen Unternehmen
    Die Darstellung der Komantschen spielt in "Prey" eine große Rolle.

    FILMSTARTS: In welchem Umfang erkennst du dich selbst in Naru wieder?

    Amber Midthunder: Auf viele verschiedene Weisen. Wir sind natürlich unterschiedliche Menschen, aber wir teilen eine ähnliche Kultur. Ich bin zwar Lakota, Nakota und Dakota und keine Komantsche, aber auch ich stamme von den „Plains People“, den Prärie-Menschen, ab. Während der vielen Gespräche mit unserer Produzentin Jhane Myers, die Mitglied der Komantschen in Oklahoma ist, habe ich viel über deren Kultur und die zahlreichen Parallelen gelernt.

    Allein deswegen war es ein wirklich unglaubliches und einzigartiges Erlebnis, diesen Film zu machen. Ich konnte so viel über diese Zeit lernen und darüber nachdenken, wie es wohl für mein Volk zu dieser Zeit war. Neben dem kulturellen Aspekt gibt es aber auch charakterliche Gemeinsamkeiten. Sie ist eine Person, die etwas wirklich will, eine klare Vision für ihr Leben hat und gegen die Leute ankämpft, die ihr sagen, sie könne das nicht. Ich denke, damit kann sich jeder identifizieren.

    Das kann Hollywood von "Prey" lernen

    FILMSTARTS: Die bereits von dir angesprochene Repräsentation der Kultur amerikanischer Ureinwohner spielt in eurem Film eine große Rolle. Wie unterscheidet ihr euch von vorigen Darstellungen?

    Amber Midthunder: Die Mühe, die Dan Trachtenberg, unsere Produzentin Jhane Myers als Mitglied der Komantschen und das Filmstudio in eine genaue und respektvolle Repräsentation gesteckt haben, ist so etwas von immens und lobenswert. Das habe ich in dieser Form noch nie gesehen. Darauf bin auch am meisten Stolz!

    Wenn man sich anschaut, wie indigene Völker bisher in der Filmgeschichte dargestellt wurden, dann ist das doch sehr oft sehr eindimensional und fast menschenunwürdig – gerade und vor allem in Historienfilmen. In diesem Film sieht man dagegen Menschen im 18. Jahrhundert mit richtigen Persönlichkeiten und Beziehungen. Wir haben dabei eine Vielfalt verschiedenster Charaktere. Das bekommt man leider nicht oft zu sehen.

    FILMSTARTS: Was kann Hollywoods Blockbuster-Kino von dieser Repräsentation lernen? 

    Amber Midthunder: Hoffentlich, wie man es richtig macht.

    "Prey" ab 5. August 2022 auf Disney+

    „Prey“ kommt am 5. August 2022 zu Disney+ und ist dann exklusiv auf dem Streamingdienst verfügbar. Dort könnt ihr übrigens auch alle vorherigen „Predator“-Filme, also „Predator“, „Predator 2“, „Predators“, „Predator: Upgrade“ und auch die Crossover „Alien vs. Predator“ und „Alien vs. Predator 2“ streamen.

    Weitere Mitarbeit an diesem Text: Adi Muslimovic

    *Bei diesem Link zu Disney+ handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

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