Wer auf eine zügige Umsetzung von „BioShock“ bei Netflix gehofft hatte, nachdem der Streamingdienst im Februar 2022 die Übernahme des schon lange gärenden Projekts angekündigte, wurde enttäuscht. Wir schreiben nun Mitte 2025 – und von „BioShock“ immer noch keine Spur, nicht einmal ein Produktionsbeginn ist in Sicht. Die gute Nachricht: Regisseur Francis Lawrence ist immer noch an Bord. Und das ist keine Selbstverständlichkeit bei einem Projekt, dessen Ankündigung schon so lange her ist.
Das Projekt auf die lange Bank zu schieben, war für Lawrence aber auch kein allzu großes Problem – schließlich war und ist er in der Zwischenzeit gut beschäftigt. Nach „Die Tribute von Panem - The Ballad Of Songbirds & Snakes“ inszeniert er nun auch den nächsten „Hunger Games“-Film „Die Tribute von Panem: Der Tag bricht an“, und am 11. September 2025 startet seine Stephen-King-Adaption „The Long Walk“. Und dann wäre da ja auch noch „Constantine 2“, den Lawrence immer mal wieder aus der Schublade holt, dreht und wendet, und ihn dann vorerst wieder reinpackt. Dass Lawrence „BioShock“ aber weiterhin definitiv auf seiner Rechnung hat, bestätigte der Regisseur nun mit einem Update zum Drehbuch.
"BioShock"-Adaption sei "schwierig"
An diesem werde nämlich fleißig gearbeitet, und er habe gerade erst einen neuen Drehbuchentwurf zu „BioShock“ bekommen und ein Meeting mit dem sogenannten Writers’ Room anberaumt, also dem Team, das an dem Sci-Fi-Abenteuer schreibt. Er bestätigte, dass der Film weiterhin in der Entwicklung sei – aber „BioShock“ sei gleichzeitig auch eine sehr „schwierige Adaption“, bei der man sich viele Dinge sehr genau überlegen müsse, um sie richtig hinzukriegen.
„Schwierig“ dürfte womöglich sein, dass Netflix bereits vor einem Jahr angekündigt hat, die Spieleverfilmung mit einem eher moderaten Budget umsetzen zu wollen. Eine genaue Zahl wurde nicht genannt, aber von einer „viel kleineren Version“ mit einer „eher persönlichen Sichtweise“ war die Rede – und das ist nur schwer vorstellbar, wenn man an das aufwendig designte Sci-Fi-Horror-Game mit seiner stimmungsvollen Art-déco-Kulisse und der detailliert ausgestalteten Unterwasserwelt von Rapture denkt, das nicht nur FILMSTARTS-Redakteur Markus Trutt begeistert hat, sondern Spiele-Fans rund um den Globus.
Viel Hin und Her bei Netflix
Dass die vielen Änderungen im Geschäftsmodell von Netflix samt deutlich stärkerem Sparkurs die Umsetzung von „BioShock“ verzögert haben, deutete Lawrence im Interview mit IGN erneut an: „Es gab einen Führungs-Wechsel bei Netflix, und so werden Projekte angehalten und wiederbelebt, und dann wieder angehalten und wieder wiederbelebt. Aber ich glaube ganz ehrlich, dass es für uns gerade ziemlich gut aussieht.“
Im Ab-18-Game „BioShock“ wird in den 1940er Jahren die Unterwasserstadt Rapture vom Großindustriellen Andrew Ryan als Gegenentwurf zur restlichen Gesellschaft gegründet. Eine Droge verhilft den Bewohner*innen zu besonderen Fähigkeiten, lässt sie aber im Laufe der Zeit wahnsinnig werden, sodass das einstige Utopia irgendwann untergeht. An diesen zerstörten Ort verschlägt es Jahre später den mit seinem Flugzeug abgestürzten Protagonist Jack, der den Geheimnissen der Stadt auf den Grund geht…
Im Streaming ist gerade die zweite Staffel einer anderen Videospiel-Adaption zu Ende gegangen. Was das Ende der neuen „The Last Of Us“-Folgen über die kommende dritte Staffel verrät, erfahrt ihr hier:
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