"Ein Wunder": Seltene "Star Wars"-Filmfassung wiederentdeckt – und nun erstmals nach fast 50 (!) Jahren wieder im Kino gezeigt
Annemarie Havran
Annemarie Havran
-Mitglied der Chefredaktion
Annemarie liebt „Star Wars“ im Allgemeinen und „The Mandalorian“ im Besonderen. Diese Frischzellen-Kur hat das Franchise gebraucht.

Gibt es sie oder gibt es sie nicht, die originale Fassung von „Krieg der Sterne“, die gut genug erhalten ist, um sie noch auf der großen Leinwand vorführen zu können? Ein Mega-Event beim BFI Film on Film Festival bestätigte nun: Es gibt sie!

Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy ließ es sich nicht nehmen, bei diesem besonderen Anlass persönlich die Bühne zu betreten: Am 12. Juni 2025 wurde beim BFI Film on Film Festival in London die Urfassung des ersten „Star Wars“-Films von 1977 aufgeführt – die es so seit dem damaligen Kinostart nie wieder zu sehen gab, da Regisseur George Lucas ab da bekanntlich an dem heute als „Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung“ bekannten Sci-Fi-Klassiker herumdokterte.

Seitdem gelten Kopien dieser Originalfassung als eine Art heiliger Gral unter „Star Wars“-Fans – immerhin schoss darin Han tatsächlich noch zuerst. Entsprechend groß war die Aufregung, als im April 2025 bekannt wurde, dass das British Film Institute einer „nicht verblassten Dye-Transfer-IB-Technicolor-Ausgabe der britischen Erstveröffentlichung“ von „Star Wars“ habhaft geworden war und plane, diese bei seinem jährlich stattfindenden Filmfestival aufzuführen. Die Tickets gingen weg wie warme Semmeln.

Qualität der "Star Wars"-Kopie sei "ein Wunder"

Nun war es also so weit, und nach fast einem halben Jahrhundert konnten die Glücklichen, die an Karten gekommen waren – darunter auch Regisseur Edgar Wright –, auf der großen Leinwand bestaunen, wie die berühmten gelben Rolltitel am Anfang noch ohne die Einblendung des Untertitels „Episode IV: A New Hope“ („Eine neue Hoffnung“ aussehen) aussahen. Der BFI-Verantwortliche Ben Roberts nannte es bei der Bühnenpräsentation vor Beginn der Filmvorführung „ein Wunder“, dass die Ausgabe überhaupt noch gut genug erhalten sei, um sie öffentlich aufzuführen.

Kathleen Kennedy erinnerte sich laut dem Magazin The Independent bei ihrem Auftritt derweil an den Stellenwert, den diese „Star Wars“-Urfassung bei Lucasfilm habe: „Es handelt sich um unglaubliche Folklore. Schon als in die Firma kam, gab es endlose Diskussionen darüber, wo sich alles befinde und was denn nun tatsächlich der erste Print sei. Und es ist wirklich bemerkenswert – was ihr zu sehen bekommt, ist in der Tat der erste Print, und ich bin mir nicht einmal sicher, ob es noch einen zweiten dieser Art gibt. So selten ist der.“

Kennedy führte weiter aus, dass George Lucas dann über die Jahre viel an dem Film herumgebastelt und viel ausprobiert habe. „Und dann haben alle irgendwann den Überblick verloren, was es ursprünglich war“, so die Lucasfilm-Chefin.

Lucasfilm-Chefin: Vorführung der seltenen Fassung ist genehmigt

Kennedy betonte, unter anderem auch aus einem ganz besonderen Grund anwesend zu sein: Sie wolle mit ihrer Teilnahme die Original-Ausgabe und deren Vorführung „legitimieren“, also zeigen, dass dies alles im Sinne von Lucasfilm geschehe – als Reaktion auf die Sorge einiger Fans, dies sei gar nicht der „Star Wars“-Film, den George Lucas überhaupt noch im Umlauf haben wolle, und eine Vorführung könne gar nicht mit dem Segen des Unternehmens geschehen. Immer wieder hatte der Filmemacher im Laufe der Jahre seine Unzufriedenheit mit der Urfassung ausgedrückt. Sie sei nur der halbe Film, den er im Sinn gehabt habe.

Seit 1977 hat sich „Star Wars“ zu einem riesigen Franchise weiterentwickelt. Aktuell sind zahlreiche neue Projekte in Arbeit, darunter der Kinofilm „Starfighter“, in dem Ryan Gosling in die Hauptrolle schlüpft. Wer an seiner Seite eine Böswichtin geben wird, erfahrt ihr in diesem Artikel:

Horror-Queen wird "Star Wars"-Bösewichtin: Gerade erst stand sie für Christopher Nolan vor der Kamera

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