"Für ihn war ich nur ein B-Movie-Western-Star": John Wayne bekam Absage von Regie-Legende – und rächte sich Jahre später!
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Es dauerte ein bisschen, bis John Wayne zur Western-Ikone wurde. Obwohl er einen Film nach dem anderen drehte, wollte es mit dem Durchbruch nicht so recht klappen – auch deshalb, weil ein Erfolgsregisseur zunächst nicht mit ihm drehen wollte...

Universal Pictures / Paramount Pictures

Im Jahr 1930 ergatterte John Wayne seine erste große Western-Hauptrolle: In „Der große Treck“ von Raoul Walsh spielte er den Trapper Breck Coleman, der einen Konvoi von Siedlern durch unerschlossenes Gebiet führt. Heute gilt der Film als großer Klassiker des Genres – doch weil er seiner Zeit technisch voraus war und in einem für die meisten Kinos ungeeigneten Breitbildformat gedreht wurde, floppte er an den Kinokassen. Aus diesem Grund musste sich Wayne bis zu seinem großen Durchbruch noch ein bisschen gedulden.

Der große Treck
Der große Treck
Starttermin 26. Juni 2013 | 2 Std. 05 Min.
Von Raoul Walsh
Mit Louise Carver, John Wayne, Marguerite Churchill
User-Wertung
3,1

In den darauffolgenden Jahren stand die spätere Western-Ikone zwar nahezu pausenlos vor der Kamera. Bei den meisten in dieser Zeit entstandenen Filme handelte es sich allerdings um eher günstige Produktionen, die aus guten Gründen längst in Vergessenheit geraten sind. Es ist also wenig verwunderlich, dass Wayne seine große Chance gekommen sah, als Cecil B. DeMille – einer der legendärsten Studioregisseure Hollywoods und bekannt für Monumentalfilme wie „König der Könige“ (1927) – im Jahr 1936 die Besetzung für einen neuen Western namens Der Held der Präriezusammentrommelte. Der Film sollte um reale Figuren wie Calamity Jane, Buffalo Bill oder General Custer kreisen, wobei sich Wayne selbst für die Hauptrolle des Wild Bill Hickok ins Spiel brachte.

Doch als er sich mit DeMille traf, kassierte er einen eiskalten Korb: „Sie waren doch in ‚Der große Treck‘, oder?“, soll der Filmemacher zu ihm gesagt haben (via Far Out Magazine). „Seitdem ist viel Wasser den Bach hinuntergeflossen.“ Waynes ernüchtertes Fazit: „Für ihn war ich nur noch ein kleiner B-Movie-Western-Star.“ Der Part ging schließlich an Gary Cooper („Zwölf Uhr mittags“).

Auch John Wayne erteilte Cecil B. DeMille eine Abfuhr ...

Drei Jahre später änderte sich für Wayne alles. Denn „Ringo“ (besser bekannt unter seinem Originaltitel „Stagecoach“) markierte nicht nur den Beginn seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Meisterregisseur John Ford, sondern machte ihn endgültig zum Superstar. Nun standen dem Schauspieler sämtliche Türen offen – und sogar DeMille klopfte nun an seiner Tür. Er wollte den späteren Oscar-Preisträger („Der Marshal“) für seinen Western „Der scharlachrote Reiter“.

Wayne hatte die damalige Kränkung allerdings nicht vergessen – und so ließ er dem „Die zehn Gebote“-Macher über seinen Assistenten ausrichten: „Sagen Sie Mr. DeMille, dass inzwischen zu viel Wasser den Bach heruntergeflossen ist, als dass ich diese Rolle noch wollen würde.“ Erneut sprang übrigens Gary Cooper als Ersatz ein!

... doch später bereute er seine Entscheidung!

Man kann sich die Genugtuung, die Wayne in diesem Moment empfunden haben muss, nur allzu gut vorstellen. Doch wie aus der Biografie „John Wayne: The Man Behind The Myth*“ hervorgeht, bereute der „Rio Bravo“-Darsteller seine Entscheidung später. „Es war ein riesiger Fehler […], denn ein Film von DeMille hätte mir viel Ruhm eingebracht“, wird Wayne in dem Buch zitiert.

Doch zum Glück gab es später ein Happy End: Für das Seeräuber-Abenteuer „Piraten im karibischen Meer“ (1942) kamen Wayne und DeMille endlich doch noch zusammen – und sie sollen sich blendend verstanden haben. Das gilt eher nicht für eine Regie-Legende, mit der Wayne nie zusammengearbeitet hat, für die er aber trotzdem nichts als Verachtung übrig hatte. Mehr dazu erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Ich will ihn in eine Million Einzelteile reißen": John Wayne verachtete diesen begnadeten Meisterregisseur

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