Wenn der Regisseur der „Equalizer“-Trilogie einen Fantasy-Blockbuster mit Anleihen an „Matrix“ und „Highlander“ dreht, dazu noch mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle, dann ist das eigentlich ein Ereignis. Aber die Verantwortlichen des Hollywoodstudios Paramount werden schon gewusst haben, warum sie 2021 die „Gunst“ der Corona-Pandemie nutzten, um „Infinite - Lebe Unendlich“ von Antoine Fuqua („Training Day“) auf ihrem hauseigenen Streaming-Service Paramount+ abzuladen.
Weil es Paramount+ damals in vielen Teilen der Welt noch nicht gab, darunter auch in Deutschland, landete „Infinite - Lebe Unendlich“ hierzulande am 1. Juni 2021 im Abo von Amazon Prime Video – und zwar (fast) ohne jedes Marketing. Selbst wir haben damals nur mehr oder weniger zufällig davon mitbekommen, dass der sicherlich nicht ganz billige (Möchtegern-)Blockbuster im Amazon-Abo gelandet ist.
Aber jetzt kommt „Infinite“ doch noch mal aus der Versenkung hervorgekrochen – und setzt sich mit 10,4 Millionen Views und 18,4 Millionen geschauten Stunden direkt auf Platz 3 (!) der globalen Netflix-Wochencharts (nur hinter „The Old Guard 2“ und „KPop Demon Hunters“). Und das, obwohl er nur in ausgewählten Ländern überhaupt bei Netflix gelandet ist – auch in Deutschland ist „Infinite“ weiterhin NICHT bei Netflix verfügbar, sondern nur bei anderen VoD-Anbietern oder auf DVD / Blu-ray etwa bei Amazon:
Darum geht’s in "Infinite - Lebe Unendlich"
Evan McCauley (Mark Wahlberg) leidet unter mysteriösen Erinnerungen, die nicht aus seinem aktuellen Leben stammen. Was er nicht weiß: Er ist ein „Infinite“ – Teil einer geheimen Gruppe von Menschen, die seit Jahrhunderten wiedergeboren werden und Erinnerungen früherer Leben behalten. Die Infinites sind gespalten: Die Believer, angeführt einst von Heinrich Treadway (Dylan O’Brien), setzen ihre Fähigkeiten zum Schutz der Menschheit ein. Die Nihilists hingegen, angeführt von Bathurst (Chiwetel Ejiofor), wollen das Leben auf der Erde auslöschen, um der Wiedergeburt zu entfliehen.
Als Evan auf Bathurst trifft und von Nora (Sophie Cookson) befreit wird, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. In seinen verborgenen Erinnerungen liegt der Schlüssel zum Versteck eines Artefakts namens „das Ei“, das über das Schicksal allen Lebens entscheidet…
Darum raten wir von "Infinite" ab
„Infinite - Lebe Unendlich“ kommt auf RottenTomatoes auf miserable 17 Prozent positive Wertungen – und selbst das erscheint uns viel zu hoch. Passender sind da schon die drei Nominierungen für die Goldene Himbeere – für den Schlechtesten Film des Jahres, den Schlechtesten Schauspieler des Jahres (Mark Wahlberg) und die Schlechteste Nebendarstellerin des Jahres (Sophie Cookson).
Auch unserer Kritiker Jochen Werner zeigte sich in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik alles andere als begeistert – und gab am Ende lediglich einen mickrigen Stern. Sein Fazit: „‚Infinite - Lebe unendlich‘ ist trotz der erprobten ‚Shooter‘-Combo Antoine Fuqua / Mark Wahlberg ein erdrückend freud- und ideenloser Film geworden. Ein Paradebeispiel höchstens für das in eineinhalb Lockdownjahren verstärkt aufgetretene Phänomen der weitgehend spurlos im Streaming versenkten Großproduktionen.“
Neben „Infinite“ gab es diese Woche übrigens noch eine zweite Netflix-Erfolgsstory – und bei der ist der Film zumindest mittelprächtig (und in Deutschland auch im Netflix-Abo verfügbar):
Trotz schwacher Kritiken und reichlich Verspätung in 74 Ländern auf Platz 1: Dieses Fantasy-Sequel erobert Netflix weltweit im Sturm!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.