Es kommt immer häufiger vor, dass sich chinesische Produktionen an der US-Konkurrenz vorbei auf Platz 1 der globalen Kinocharts schieben – und das, obwohl sie ja meist erst mal nur im eigenen Land starten, während Hollywood-Blockbuster in der Regel weltweit (fast) gleichzeitig starten. So ist es nur wenige Monate her, dass sich das Action-Abenteuer „Ne Zha 2“ noch vor „Alles steht Kopf 2“ zum erfolgreichsten Animationsfilm aller Zeiten gemausert hat – und das, obwohl von den Einnahmen von 1,9 Milliarden Dollar gerade einmal mickrige 20 Millionen Dollar nicht aus China selbst stammen.
Damit ist „Ne Zha 2“ übrigens mit riesigem Abstand auch der bislang weltweit erfolgreichste Film des Jahres – mit fast 900 Millionen Dollar Vorsprung auf Platz 2 („Lilo & Stitch“) und fast einer Milliarde Dollar Vorsprung auf Platz 3 („Ein Minecraft Film“).
Auch in dieser Woche ist es wieder so weit: Wo „The Fantastic Four: First Steps“ an seinem zweiten Wochenende massiv eingebrochen und „Die nackte Kanone“ nicht ganz wie erhofft aus den Startblöcken gekommen ist, hat eine weitere chinesische Produktion richtig abgeliefert: Das historische Kriegs-Drama „Dead To Rights“ von Ao Shen brachte es am vergangenen Wochenende auf Einnahmen von 82,3 Millionen Dollar – und damit allein in China auf drei Millionen mehr als die Marvel-Konkurrenz „The Fantastic Four“ weltweit.
Darum geht’s in "Dead To Rights"
„Dead To Rights“ basiert auf realen historischen Ereignissen, auch wenn wir wohl davon ausgehen dürfen, dass die Geschehnisse – wie im chinesischen Mainstream-Kino inzwischen kaum noch anders möglich – massiv patriotisch überhöht dargestellt werden: Während des Massakers von Nanjing (1937) gibt sich ein Postbote nach der japanischen Besetzung als Fotolaborant aus. Als solcher arbeitet er in einem Fotoatelier, das auch die japanische Armee nutzt. Tatsächlich verwendet er das Studio aber als geheimes Flüchtlingslager: Zivilist*innen und chinesische Soldaten finden dort Schutz.
Unter dem Deckmantel, Fotos für die Besatzer zu entwickeln, bewahrt er zudem heimlich aufgenommenes Filmmaterial auf, das die begangenen Gräueltaten dokumentiert. Anfangs konzentrieren sich die Personen nur auf das Überleben, doch im Laufe der Handlung entscheiden sie sich, die Fotos als Beweise zu schützen und publik zu machen. Der Postbote setzt dabei sein Leben aufs Spiel, übernimmt riskante Missionen zur Flucht der Geflüchteten und bemüht sich, die Negativfilme in Sicherheit zu bringen…
„Dead To Rights“ schlägt also in eine ähnliche Kerbe wie das Kriegs-Epos „The 800“, das 2020 mehr als 460 Millionen Dollar eingespielt hat – und so zum weltweit zweiterfolgreichsten Film des ersten Corona-Jahres (nur hinter „Demon Slayer - The Movie: Mugen Train“) avancierte.
Und apropos Erfolgsgeschichten am Box Office – auch Brad Pitt hat gerade erst seinen persönlichen Rekord überboten:
Sogar vor "World War Z" und "Inglourious Basterds": Das ist seit heute der erfolgreichste Film von Brad Pitt überhaupt!