"Es war eine schwierige Zeit für mich": Dieser Thriller mit John Wayne rief sogar das FBI auf den Plan!
Patrick Fey
Patrick Fey
-Freier Autor
Patrick Fey ist freier Autor und in dieser Funktion unter anderem auch als Filmkritiker für FILMSTARTS.de tätig.

Während der McCarthy-Ära konnte jede noch so unverdächtige Person schnell als kommunistische*r Verschwörer*in verfolgt werden. So kam es, dass selbst John Wayne, seines Zeichens extremer Anti-Kommunist, eines Tages den Verdacht der Behörden erregte.

Turner Classic Movies (TCM)

Es mag aus heutiger Sicht regelrecht irrwitzig anmuten, aber es gab eine Zeit, als der ikonische Western-Star John Wayne für eines seiner Filmprojekte unter besonderer Beobachtung der staatlichen Behörden stand. Wayne, in gewisser Weise das Paradebeispiel eines Republikaners des 20. Jahrhunderts, stand schließlich selten im Verdacht, gegen die Regierung zu konspirieren. Doch während der Dreharbeiten zu Edward Ludwigs politischem Noir-Thriller „Marihuana“, gedreht Anfang der 1950er-Jahre zu Zeiten der sogenannten „Red Scare“ – der Furcht vor kommunistischer Unterwanderung des Staates –, wurde auch Wayne plötzlich zum Prüfungsgegenstand.

In dem Film verkörpert John Wayne einen Ermittler des zu dieser Zeit wirkmächtigen ‚Komitees für unamerikanische Umtriebe‘, und das durchaus als identitätsstiftender Held. Dieser Held namens Jim McLain reist mit Partner Mal Baxter nach Hawaii, um ‚umtriebige‘ Kommunist*innen aufzuspüren. Diese werden durchweg als Bösewichte dargestellt, die weder vor Drogen, Entführungen und Erpressung noch vor Tötung zurückschrecken.

Als der Westernheld verdächtig wurde

Angesichts der Tatsache, dass Wayne somit als gewissermaßen freiwilliger und inoffizieller verlängerter Arm der staatlichen Propaganda-Maschinerie fungierte, ist es durchaus von einer gewissen Ironie, dass eines Tages der vom berüchtigten J. Edgar Hoover geleitete Geheimdienst FBI zum Set reiste, um sich Waynes Arbeiten an „Marihuana“ einmal genauer anzusehen. Ganz offensichtlich waren Hoover und Co. nicht hinreichend über die Handlung des Filmes im Bilde. Wie das Far Out Magazine berichtet, seien sie etwa davon ausgegangen, Wayne und Kollege James Arness würden zwei FBI-Beamte spielen.

„Sogar J. Edgar Hoover hat mich und den Film untersuchen lassen“, wird Wayne dort zitiert. „Er schickte Agenten nach Hawaii, um uns zu überprüfen. Er dachte, wir würden FBI-Agenten spielen und wollte wissen, wie das FBI dabei rüberkommt.“ Als die Beamten jedoch herausfanden, dass Wayne und Arness Ermittler des Komitees für unamerikanische Umtriebe porträtierten, habe man sie in Ruhe gelassen, so Wayne.

Wie der Star aus Klassikern wie „Rio Bravo“ oder „Der schwarze Falke“ in der Rückschau zugab, sei dies eine „schwere Zeit“ für ihn gewesen, weil die „linken Gutmenschen“ den Film bereits vor Vollendung der Dreharbeiten kritisiert hätten und seine zweite Ehe mit Esperanza Baur vor dem Aus stand.

Und wo wir gerade beim Thema sind: Dies war nicht das einzige Mal im Leben des John Wayne, dass er unter Beobachtung des FBI stand. Zuvor hatte bereits seine außereheliche Affaire mit Marlene Dietrich den amerikanischen Geheimdienst auf den Plan gerufen, vermutete man in dieser doch eine potenzielle Nazi-Spionin. Mehr darüber, wie es zu diesem Zusammentreffen kam, erfahrt ihr hier:

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