"Er war sehr herrisch": Streit zwischen Kult-Regisseuren bei Arbeit an Fantasy-Spektakel-Remake verhinderte Zusammenarbeit
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Ein Regisseur kam so schlecht mit James Cameron klar, dass er einem gigantischen Fantasy-Remake den Rücken kehrte. Und doch zeigt dieses Beispiel nur, dass Fehden zwischen Kreativköpfe einer Filmproduktion gar nicht so selten sind.

Disney und seine verbundenen Unternehmen

Richard Fleischers Sci-Fi-Abenteuer „Die phantastische Reise“ (1966) zählt zu den großen Klassikern des Genres, der zahllose weitere Filme ähnlicher Thematik beeinflusste. Darin reist eine Gruppe von Wissenschaftlern, auf Miniaturgröße geschrumpft, ins Innere des menschlichen Körpers. So gilt etwa der 80er-Jahre-Hit „Die Reise ins Ich“ mit Dennis Quaid ohne Fleischers Original als undenkbar.

Viele Jahre schon halten sich Gerüchte um eine moderne Neuinterpretation hartnäckig. Niemand Geringeres als Regie-Visionär James Cameron („Terminator“, „Avatar“) plant schon länger, das Projekt zu realisieren. Schon seit 2007 ist er als Produzent einer möglichen Neuverfilmung im Gespräch.

Die phantastische Reise
Die phantastische Reise
Starttermin 23. Dezember 1966 | 1 Std. 40 Min.
Von Richard Fleischer
Mit Stephen Boyd, Raquel Welch, Edmond O'Brien
User-Wertung
3,1

Beinahe wäre es dabei sogar zu einer Zusammenarbeit mit einem anderen Vordenker des effektgetriebenen, bildgewaltigen Massenkinos gekommen: Roland Emmerich („Independence Day“). Cameron und Emmerich, die sich für ein Sci-Fi-Klassiker-Remake zusammentun? Allein bei dieser Vorstellung bekommen viele Filmfans leuchtende Augen. Doch Emmerich verließ das Projekt ziemlich schnell wieder.

"Wenn ich das nicht machen kann, bin ich nicht interessiert"

Was war passiert? Der Hollywood Reporter berichtete 2024 von einem Panel auf der San Diego Comic-Con, in dem sich Emmerich über seine Erfahrungen mit Cameron äußerte. Und diese Auslassungen klangen alles andere positiv. Cameron sei sehr herrisch gewesen, wie Emmerich verlauten ließ. „Deshalb habe ich irgendwann einfach aufgegeben. Es war so eine Situation von: ‚Ist es dein Film oder mein Film?‘.“ Emmerich benötige bei Filmprojekten vor allem eines: Freiraum. „Ich muss einfach mein Ding machen können, und wenn ich das nicht machen kann, bin ich nicht interessiert.“

Auf die wenig ehrenvollen Aussagen seines Regie-Kollegen reagierte James Cameron übrigens wenig später, wie ihr in diesem Beitrag nachlesen könnt:

"Ja, ich bin herrisch. Verdammt richtig": "Avatar"-Genie James Cameron reagiert auf Vorwürfe von Roland Emmerich

Regisseur vs. Produzenten

Und doch sind (kreative) Auseinandersetzungen zwischen Produzenten oder Drehbuchautoren und Regisseuren in der Geschichte der Traumfabrik alles andere als neu. Der Ur-Konflikt liegt, neben zwischenmenschlichen Problemen, auf der Hand: Die Unstimmigkeiten entstehen meist aus unterschiedlichen künstlerischen und geschäftlichen Vorstellungen sowie Verantwortlichkeiten (dem Regisseur obliegt die kreative Umsetzung, der Produzent verantwortet u. a. die Finanzen). Zu jenen Konflikten kann es vor, während und noch nach den Dreharbeiten kommen.

Ein bekanntes Beispiel ist die Absetzung des Animators und Drehbuchautors Jan Pinkava, der 2000 als Regisseur mit der Arbeit an „Ratatouille“ begann. 2005 wurde er durch Brad Bird („Die Unglaublichen“) ersetzt, da sich Pinkava – angeblich – in der Story-Entwicklung verhedderte und der Plot nicht mehr entscheidend vorankam.

Ein anderer Fall: Im Rahmen der Post-Produktion des B-Movies „Dying Of The Light“ (mit Nicolas Cage in der Hauptrolle) gab es Streit zwischen Regisseur Paul Schrader und den Produzenten über den Final Cut, sodass dem Regisseur der Film am Ende entzogen wurde.

Doch ebenso zwischen (gestandenen) Schauspielgrößen und Regisseuren kann es zu Eklats kommen. Diese können so weit gehen, dass die Filmemacher die Produktion auch durchaus mal mittendrin verlassen müssen. Das zeigt etwa dieses Beispiel eines Tom-Hanks-Klassikers:

"Es war schmerzhaft für beide": Dieser Regisseur hat es gehasst, mit Tom Hanks zusammenzuarbeiten

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