Es gab eine Zeit, in der Studios in schöner Regelmäßigkeit Produktionen auf den Markt warfen, die sich durch eine unterhaltsame, bissige Mixtur aus Action-Abenteuer, Komödie und Heist-Movie auszeichneten. Die Rede ist vom sogenannten „Men on a Mission”-Subgenre, das meist als Untergattung des Kriegsfilms gilt. Was alle diese Filme eint: Ein bunt zusammengewürfelter Haufen verschiedenster Charaktere – oft Soldaten – begibt sich auf eine gefährliche Mission. Und die im Titel des Genres bereits angelegte „Mission“ steht voll und ganz im Zentrum.
Das Genre war in den 60er- und 70er-Jahren am beliebtesten, damals entstanden Evergreens wie „Das dreckige Dutzend“ mit Lee Marvin oder „Agenten sterben einsam“ mit Clint Eastwood. Eastwood spielte auch die Hauptrolle in einem weiteren Meilenstein dieses Subgenres: „Stroßtrupp Gold“ von 1970. Ein Film, den sogar Regie-Legende Quentin Tarantino als große Inspirationsquelle nannte! Fast 40 Jahre nach Erscheinen zollte der Regie-Visionär dem Eastwood-Hit in seinem eigenen Kriegs-Actioner „Inglourious Basterds“ dann sogar auf ganz besondere Weise Tribut.
Die "Befreiung des Goldes": Das ist "Stoßtrupp Gold"
Die Story entführt den Zuschauer in die Endphase des Zweiten Weltkrieges. Im Frankreich des Jahres 1944 plant der abgebrühte Kelly (Clint Eastwood) gemeinsam mit drei Komplizen den Raub eines Nazi-Goldschatzes. Bei dieser heiklen Mission zur „Befreiung“ des Goldes aus deutscher Hand bekommt jeder der Beteiligten eine „Spezialaufgabe“ zugewiesen. Ihr Ziel: die im unberührten Hinterland gelegene Bank von Claremont, in der 14.000 Barren Gold warten.
„Stroßtrupp Gold“ hat den cinephilen Regisseur Tarantino, ein eingefleischter Liebhaber und Kenner vor allem des Kinos der 60er- bis 80er-Jahre, nachhaltig geprägt. Am deutlichsten zeigt sich Tarantinos Verehrung im Soundtrack zu seiner abgedrehten, wilden Kriegssatire „Inglourious Basterds“ (2009): Im finalen Akt erklingt plötzlich das dramatische, mit messerscharfen Streichern angereicherte Stück „Tiger Tank“, das der argentinische Komponist Lalo Schifrin einst für „Stoßtrupp Gold“ schrieb.
So viel "Stroßtrupp Gold" steckt in "Inglourious Basterds"
Doch noch an weiteren Stellen treten die „Men on a Mission”-Bezüge und Ähnlichkeiten mit „Stroßtrupp Gold“ deutlich zum Vorschein. Als Ensemble-Werke angelegt, geht es in diesen, mit Western-Elementen angereicherten Filmen weniger um ausufernde (Weltkriegs-)Schlachten. Hier wie dort entfernen sich die Kumpanen vielmehr vom Chaos der Front, um ihr eigenes Ding durchzuziehen.
In beiden Filmen geht es um Männer, die alle ihre eigene Geschichte (und Traumata) mit sich tragen – und jeweils Experten in einem bestimmten Fachgebiet sind. Ob für Sprengstoff, schweres Kriegsgerät, Nahkampf oder Waffen aller Art. In Tarantinos modernem Klassiker lautet die Mission jedoch nicht „Goldraub“, sondern Obernazi und Kriegstreiber Adolf Hitler zu töten.
Tarantino ist bekannt für sein „gesundes Selbstvertrauen“ und auch dafür, seine Meinung und Ansichten offen kund zu tun – ob über Regie-Kollegen, Schauspieler, andere Filme oder die eigenen Werke. In Sachen Genialität und Kreativität sieht er nur einen einzigen anderen Regisseur, der es mit ihm aufnehmen kann. Hier lest ihr, welchen „Thriller-Meister“ Tarantino meint:
"Wir sind die besten Regisseure": Quentin Tarantino glaubt, dass nur ein einziger Filmemacher so gut ist wie er selbst