Nach 7 Wochen an der Spitze wurde James Camerons "Avatar 2" ausgerechnet von diesem Mystery-Thriller eiskalt vom Thron gestoßen
Sebastian Groß
Sebastian Groß
-Freier Autor
Manchmal fühlt er sich alt, weil er damals „The Big Lebowski“ oder „Matrix“ zum Kinostart gesehen hat. Andererseits konnte er damals „The Big Lebowski“ und „Matrix“ zum Kinostart sehen. Zum Glück behält er das für sich, außer jemand fragt ihn. Jetzt fragt ihn halt endlich.

Nach sieben Wochen an der Spitze stürzt James Camerons Mega-Hit „Avatar 2“ auf Platz 3 der US-Charts – und das nicht nur wegen älteren Football-Fans, sondern auch wegen eines kleinen Thrillers, der zum Überraschungssieger wurde.

Über Wochen hinweg dominierte James Camerons „Avatar: The Way of Water“ (2022) die weltweiten Kinokassen. Das bildgewaltige Sci-Fi-Epos lockte Hunderte Millionen Menschen in die Säle und avancierte auch in Deutschland zum Phänomen: Mit rund 148,2 Millionen US-Dollar Box-Office zählt der Film hierzulande zu den größten Kinoerfolgen überhaupt.

Wer den Blockbuster bislang verpasst hat – oder das Spektakel noch einmal in 3D genießen möchte – bekommt schon bald die Gelegenheit: Vom 2. bis 5. Oktober 2025 bringt Disney den Film für wenige Tage zurück ins Kino. Der perfekte Appetizer, bevor am 17. Dezember 2025 mit „Avatar: Fire and Ash“ das nächste Kapitel der Saga startet.

Doch auch ein Dauerbrenner wie „Avatar 2“ ist nicht unbesiegbar. Nach sieben Wochen an der Spitze der US-Kinocharts musste James Camerons Erfolgsfilm den Platz an der Sonne räumen – und das gleich doppelt. Statt sich mit Rang 2 zufriedenzugeben, rutschte der Blockbuster direkt auf Platz 3. Verantwortlich für diesen spektakulären Absturz: M. Night Shyamalans Mystery-Thriller „Knock at the Cabin“ (2023).

Shyamalan und "Grace & Frankie" schlagen Cameron

Der düstere, klaustrophobische Thriller eröffnete in Nordamerika mit 14,2 Millionen US-Dollar und verdrängte Camerons Mega-Hit damit unerwartet von der Spitzenposition. Dass „Avatar: The Way Of Water“ nicht nur vom ersten auf den zweiten, sondern gleich auf den dritten Platz zurückfiel, ist derweil einem anderen Film zu verdanken.

Denn auch Platz 2 ging an einen weiteren Neustart: Die starbesetzte Komödie „Brady's Ladies“ (2023) spielte 12,5 Millionen US-Dollar ein. Mit den „Grace & Frankie“-Stars Jane Fonda und Lily Tomlin in den Hauptrollen erzählt der Film von vier Freundinnen, die alles daransetzen, Football-Legende Tom Brady live beim Super Bowl zu sehen. Trotz sympathischer Resonanz blieb das Sport-Abenteuer letztlich hinter Shyamalans düsterem Szenario zurück.

Im Mittelpunkt von „Knock at the Cabin“ steht übrigens eine dreiköpfige Familie (darunter „Mindhunter“-Star Jonathan Groff), die sich in einer abgelegenen Hütte eigentlich nur erholen will – bis vier Fremde vor der Tür stehen. Diese behaupten, dass nur ein furchtbares Opfer die drohende Apokalypse verhindern könne. Was folgt, ist ein intensives Spiel zwischen Rationalität, Glauben und nackter Angst, ganz im Stile des Regisseurs, der sein Publikum seit jeher mit einem Gefühl der Unsicherheit konfrontiert.

Besonders herausragend: Dave Bautista („Dune“), der als charismatischer Anführer der Eindringlinge eine ungeahnte emotionale Wucht entfaltet und endgültig zeigt, dass er weit mehr ist als ein Ex-Wrestler. An seiner Seite: Nikki Amuka-Bird („The Outfit - Verbrechen nach Maß“), Abby Quinn („Little Women“) und „Harry Potter“-Star Rupert Grint, der hier eine ganz neue Facette seines Könnens offenbart.

James Cameron dürfte es damals gut verdaut haben, schließlich war „Avatar: The Way of Water“ davor lange genug an der Spitze. Sieben Wochen auf dem ersten Platz sind eine absolute Seltenheit. Der „Titanic“-Regisseur hat damit einmal mehr bewiesen, dass er Kino-Geschichte schreiben kann – auch wenn nicht immer alles glattläuft und sein Ruf als kompromissloser Perfektionist gelegentlich dazu führt, dass Weggefährten abspringen. Mehr über die Höhen und Tiefen von Camerons Karriere erfahrt ihr in einem gesonderten FILMSTARTS-Artikel.

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