Der letzte Film mit Robert Redford ist seit über 5 Jahren verschwunden – werden wir ihn jemals zu sehen bekommen?
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Der vor wenigen Tagen im Alter von 89 verstorbene Robert Redford hat mit zahlreichen ikonischen Rollen Hollywood geprägt – und zum Ende seiner Karriere hat er noch mal einen obskuren Part bekleidet, den wir allerdings womöglich nie zu sehen bekommen.

Disney und seine verbundenen Unternehmen

Seinen letzten Kino-Auftritt hatte Robert Redford 2019 im Marvel-Blockbuster „Avengers: Endgame“, wo er noch einmal als Alexander Pierce vor der Kamera stand. Im März dieses Jahr war er dann noch mal kurz in einem Cameo-Mini-Auftritt in der TV-Serie „Dark Winds“ zu sehen, wo er sich als Knast-Insasse beim Schach einen Spott über „Game Of Thrones“-Macher George R.R. Martin erlaubt.

Doch was viele nicht wissen: Dazwischen hat Redford noch einen Part in einem Film übernommen – wenn auch nur als Sprecher. Doch das Ergebnis, Redfords allerletzte Rolle in einem Film, ist seit über fünf Jahren wie vom Erdboden verschluckt. Dabei würde man gerade diese Rolle gerne hören, denn sie scheint reichlich obskur zu sein.

Robert Redford als "Delphin-Monster" in "Omniboat: A Fast Boat Fantasia"

Omniboat: A Fast Boat Fantasia“ ist ein Episodenfilm, der im Januar 2020 auf dem einst von Redford selbst gegründeten Sundance Film Festival seine Weltpremiere feierte – und anschließend wohl nirgends mehr aufgeführt oder veröffentlicht wurde. Warum das so ist, ist unbekannt. Es scheint zwar ein unglaublich schräger Film zu sein, aber keiner der unveröffentlichtbar wäre. Die wenigen Kritiken im Anschluss an die Weltpremiere waren durchwachsen. Bei der Kritikensammelseite RottenTomatoes sind 43 % der Besprechungen positiv.

Dazu sind einige prominente Namen an dem Episodenfilm beteiligt, der aus insgesamt 15 durch eine Rahmenhandlung verbundenen Kurzfilmen besteht. So haben die „Everything Everywhere All At Once“-Macher Daniel Kwan und Daniel Scheinert eines der Segmente inszeniert (allerdings vor ihrem Oscar-Erfolg) und auch „The LEGO Movie“-Macher Phil Lord. Teil der Regie-Riege ist zudem Dylan Redford, der Enkel von Robert Redford. Er dürfte der Grund sein, dass die Schauspiel-Legende hier noch einmal seine letzte Filmrolle bekleidet hat.

In dieser spricht Redford eine Figur, die als „Lokia The Dolphin Monster“ auf Übersichtsseiten gelistet wird. Wie wir in Erfahrung bringen konnten, werden die Episodenfilme von einem Schnellboot in Miami zusammengehalten, das in jedem Kurzfilm einen Auftritt hat. Die Kurzfilme selbst sind alle sehr unterschiedlich. Es gibt wohl absurde Komödien bis hin zu nachdenklichen Dramen. Doch das Schnellboot taucht immer wieder auf, nachdem es der reiche Immobilienmogul Jim Cummings (Mel Rodriguez) als das Objekt auserkoren hat, welches die Essenz der Stadt Miami am besten verkörpert.

Ein Szenenbild aus Borscht Corporation
Ein Szenenbild aus "Omniboat: A Fast Boat Fantasia" - mit dem Schnellboot in Mittelpunkt des Films.

Das von Redford gesprochene Delfin-Wesen habe seinen Auftritt am Ende des Films. In Kritiken wird festgestellt, dass diese Fantasie-Figur überraschend muskulös erscheine und eine Art gottgleiche Funktion in der Erzählung übernehme. „Delpin-Monster“ Lokia biete Mogul Cummings am Ende auch eine Art Absolution an.

Ob der Film vielleicht jetzt irgendwann wieder auftaucht oder erscheint, bleibt abzuwarten. Selbst die Beteiligten scheinen darüber nicht viel zu wissen. „Stranger Things“- und „ES“-Star Finn Wolfhard, der eine Rolle innehat, erklärte so gegenüber Slashfilm: „Ich weiß nicht, was mit diesem Film passiert ist. Es ist ein verlorenes Medium. Ich glaube, ich habe selbst nur den Kurzfilm gesehen, in dem ich war, aber ich glaube nicht, dass ich jemals den ganzen Film gesehen habe. Ich habe gehört, es ist ein verrückter Film, der alle möglichen verschiedenen Filmemacher*innen hatte. Ich bin sicher, eines Tages wird er herauskommen.“ Bleibt abzuwarten, ob sich Wolfhards Optimismus bewahrheitet oder der Film und damit Redfords letzte Rolle für immer verschollen bleiben.

Falls ihr dagegen einen Film mit Robert Redford sehen wollt, den ihr garantiert schauen könnt, der auch noch verdammt gut ist und trotzdem viel zu unbekannt, haben wir im nachfolgenden Artikel eine Streaming-Empfehlung für euch:

Streaming-Tipp: Ein bildgewaltiges Western-Abenteuer mit Robert Redford in einer seiner besten Rollen – viel zu unbekannt

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