Während Bill Murray mit Filmen wie „Ghostbusters“, „Die Geister, die ich rief“, „Und täglich grüßt das Murmeltier“ oder auch „Lost In Translation“ regelmäßig ein großes Publikum begeisterte, kann man leicht den Eindruck gewinnen, dass der Komiker nicht immer Freude an seinem Job hat. So ist bekannt, dass zahlreiche Kolleg*innen an seinen Launen zu leiden hatten – ganz besonders „3 Engel für Charlie“-Star Lucy Liu. Zudem macht er keinen Hehl daraus, dass er mit einigen seiner populärsten Filme rein gar nichts anfangen kann.
Während Regisseure wie McG oder Harold Ramis offenherzig bestätigten, dass Murray am Set nicht immer der angenehmste Zeitgenosse ist, hat ein anderer Filmemacher augenscheinlich keine Schwierigkeiten mit dem „Was ist mit Bob?“-Darsteller: Die Rede ist von Wes Anderson, der Murray in fast all seinen Filmen besetzte – von „Rushmore“ (1998) bis hin zu „Der phönizische Meisterstreich“, der erst in diesem Jahr in den deutschen Kinos lief.
Dieser Film war für Bill Murray eine riesige Herausforderung
Und doch ist es eine Regiearbeit von Wes Anderson, in der Murray nach eigenen Aussagen seine größte Herausforderung meistern musste: „Die Tiefseetaucher“. Der heute 75-Jährige übernahm in der Komödie die Hauptrolle des schrulligen und im Original titelgebenden Ozeanographen Steve Zissou. In einem Interview mit dem Magazin Female gab Murray zu Protokoll:
„Das ist bei Weitem der härteste Film, den ich je gemacht habe. Der physisch und emotional forderndste, privat wie beruflich, und zugleich auch der ambitionierteste.“ Tatsächlich gab Murray sogar zu, dass er bei dem Projekt wohl nie an Bord gewesen wäre, wenn nicht Anderson auf dem Regiestuhl gesessen hätte. „Wenn man das Drehbuch liest, ohne zu wissen, wer dafür verantwortlich ist, wäre man deutlich weniger zuversichtlich“, erläuterte er. „Ich würde sicher nicht einfach ins Ausland reisen und all das auf mich nehmen – nicht für irgendwen. Man muss Vertrauen in die Person haben, mit der man arbeitet.“
Murray empfand die Dreharbeiten als körperlich äußerst anstrengend, schließlich gab es aufwändige Tauchsequenzen und einige komplizierte Sets. Zudem war er sich lange unsicher, wie er der Rolle des Meereswissenschaftlers, der einen Rachefeldzug gegen einen Hai startet, gerecht werden könne, handelt es sich bei Steve Zissou doch um einen gleichermaßen komischen wie tragischen Charakter. In Verbindung mit Andersons auf größtmögliche Präzision bedachter Regie und dem großen Ensemble (u.a. Owen Wilson, Cate Blanchett, Angelica Huston, Jeff Goldblum und Willem Dafoe) erwies sich das Unterfangen für Murray als äußerst anspruchsvoll.
Auf der Leinwand merkte man ihm all die Mühe allerdings nicht an – auch in der offiziellen, 3,5 von 5 Sterne vergebenden FILMSTARTS-Kritik wird vor allem seine Performance lobend hervorgehoben: „[...] Was wäre dieses Ensemble ohne sein Zentrum Bill Murray?“, heißt es dort. „Um ihn und sein stoisches Gesicht sammelt sich die komplette Geschichte und bekommt viel später im Film noch richtigen Tiefgang […]. Er ist das Auge des Hurrikans, die Sonne in der Milchstraße und schlichtweg der Fels in der Brandung.“
Auch auf die Arbeiten anderer ist Bill Murray übrigens nicht immer gut zu sprechen – so hat er bei einem Film das Kino sogar vorzeitig verlassen. Um welchen starbesetzten Flop es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Ich habe ihn verabscheut": Bei diesem starbesetzten Flop hat Bill Murray das Kino vorzeitig verlassen!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.