"Jeder hasst dich": So hat Joaquin Phoenix in "Gladiator" einen der berüchtigtsten Bösewichte der Seriengeschichte inspiriert
Jaroslav Sebov
Jaroslav Sebov
-Freier Autor
Erholt sich immer noch von der 8. Staffel "Game Of Thrones" und vertreibt sich die Zeit mit allerhand Fandoms wie "Star Wars", "The Witcher" und "Der Herr der Ringe". Findet, kein anderer Film verdient einen zweiten Teil mehr als "Master And Commander".

Eine Legende der Schauspielkunst, Joaquin Phoenix in „Gladiator“ inspirierte einen der meistgehassten Bösewichte der TV-Geschichte – mit nichts weiter als einem einzigen, verächtlichen Lächeln.

Manchmal entsteht eine unvergessliche Rolle nicht allein aus dem Drehbuch, sondern durch eine Inspiration, die aus einem völlig anderen Universum stammt. Für Jack Gleeson, den Schauspieler hinter dem grausamsten König von Westeros, war genau das der Fall. Seine Darstellung von Joffrey Baratheon, dem sadistischen Kind-Monarchen aus „Game Of Thrones“, gehört bis heute zu den meistgehassten Figuren der Fernsehgeschichte – und das war volle Absicht.

In einem Interview mit Entertainment Weekly offenbarte Gleeson, dass ihn Joaquin Phoenix’ Auftritt als Kaiser Commodus in Ridley ScottsGladiator“ zutiefst geprägt habe. Besonders die Mimik des römischen Herrschers – dieses kalte, überhebliche Lächeln – habe er direkt übernommen. „Joaquin Phoenix’ Commodus in Gladiator hatte einen großen Einfluss auf meine Darstellung von Joffrey – das Grinsen“, erklärte Gleeson. Dieses selbstzufriedene Zucken der Mundwinkel wurde zu Joffreys Markenzeichen – und zum Auslöser unzähliger Zuschauer-Wutausbrüche.

"Gladiator" trifft Westeros: Wie ein Filmkönig einen Serien-Tyrannen erschuf

Auch in einem Gespräch mit GQ bestätigte Gleeson: „Oft, wenn ich auf meinem Thron sitze, denke ich an Phoenix auf dem seinem – mit diesem höhnischen Grinsen.“ Beide Figuren teilen die Faszination für Macht, Arroganz und Kontrolle – und beide genießen das Leid anderer mit einer fast kindlichen Bosheit. Phoenix' Commodus war die Blaupause für die eiskalte, berechnende Art, mit der Joffrey Baratheon über Leben und Tod entschied.

Dass Gleeson mit dieser Mischung aus Unsicherheit und Sadismus ins Schwarze traf, zeigte sich nicht nur an der weltweiten Fanreaktion. Selbst „Game Of Thrones“-Schöpfer George R. R. Martin schrieb ihm nach der Ausstrahlung eine humorvolle, aber bezeichnende Nachricht „Herzlichen Glückwunsch zu deiner großartigen Leistung. Jeder hasst dich!“

Ein größerer Ritterschlag für einen Bösewicht ist kaum denkbar. Joffrey Baratheon bleibt bis heute einer der meistdiskutierten TV-Schurken – so landete er etwa auf Platz 4 der Rolling Stone-Liste der „40 Greatest TV Villains of All Time“. Und während Phoenix als Commodus schon 2000 Kinogeschichte schrieb, schuf Gleeson Jahre später das perfekte Serien-Pendant: den kleinen König, den man einfach nur verabscheuen wollte – und genau deshalb nicht vergessen kann.

Übrigens haben wir das Ende von „Gladiator“ laut Regisseur Ridley Scott all die Jahre völlig falsch verstanden. Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:

"Sie sind beide Opfer": Laut Ridley Scott haben wir das Ende von "Gladiator" und die Figur von Joaquin Phoenix falsch verstanden
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