Dieser Hollywood-Megastar rettete "Titanic" – dabei spielte er nicht mal mit!
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

James Camerons „Titanic“ ist einer der größten Kino-Hits aller Zeiten. Doch das Projekt schien ein finanzielles Desaster zu werden. Nun wurde enthüllt, welche hitzigen Diskussion es gab und wie ein Hollywood-Star den Machern des Films half...

In der öffentlichen Wahrnehmung steht zwar James Cameron im Fokus, doch einen großen Anteil am Erfolg von „Titanic“ hat auch Jon Landau. Der 2024 an Krebs verstorbene Produzent kämpfte hinter den Kulissen ausgiebig für Camerons Vision – und das gegen alle Widerstände. Anfang November 2025 erscheinen posthum seine Memoiren „The Bigger Picture“. Darin blickt Landau natürlich auch auf den umfangreichen Kampf um „Titanic“ zurück, wie erste vorab veröffentliche Auszüge zeigen.

Landau erinnert sich in seinem Buch zurück, unter welchem Druck er, Cameron und die Geldgeber standen, bevor der Film in die Kinos kam. Schließlich war „Titanic“ schon als kostspieliger Mega-Flop abgeschrieben. Cameron und Landau hatten das Budget massiv überzogen. Niemand wusste, was das Zielpublikum für den Film sein sollte. In Berichten war die Rede davon, dass „Titanic“ die Karriere von James Cameron versenken und ein episches Desaster auf den Spuren von legendären Box-Office-Debakeln wie „Cleopatra“ und „Waterworld“ werden wird. Der erste Trailer war die Chance für Cameron, Landau und die Studios, die Stimmung zu drehen – doch ausgerechnet um die Vorschau entbrannte ein riesiger Streit.

Erste Trailer-Reaktion: "Ich kotze mir gerade über meine Schuhe"

In seinen Memoiren spricht Landau von einer „großen Schlacht“ rund um den ersten Trailer für „Titanic“, den sie mit den beiden beteiligten Studios Fox und Paramount führen. „Titanic“ wurde damals gemeinsam mit gleich zwei Studios realisiert, weil beiden das Risiko zu groß war, den Film alleine zu stemmen.

Er und Cameron hatten einen über vier Minuten langen Trailer für den Film angefertigt und den Studios geschickt, berichtet Variety aus Landaus kommendem Buch. Die Reaktion ist mit „verhalten“ noch sehr milde ausgedrückt. Der damalige Paramount-Marketing-Chef soll über eine Mitarbeiterin Landau nach zwei Stunden ausgerichtet haben: „Ich habe euren Trailer gesehen und ich kotze mir gerade über meine Schuhe.“

Das Studio war überzeugt: Ein Action-Trailer muss es richten!

Paramount fertige daraufhin einen eigenen Trailer an, der eine übliche Länge von zwei Minuten hatte, aber laut Landau wenig mit dem Film gemein: „Wir nannten es den John-Woo-Trailer. Er bestand nur aus schnellen Schnitten und dröhnender Musik, Schüssen und Schreien. Er ließ den Film wie einen Action-Streifen aussehen, der zufällig auf der Titanic spielte. Das war nicht unser Film“, heißt es in den Memoiren des Erfolgsproduzenten.

Laut Landau entbrannte so der heftige Streit, wie man „Titanic“ einem Publikum präsentieren soll. Zuerst habe man noch sachlich argumentiert, sich bald aber auch angebrüllt, macht er deutlich, wie hitzig diese Diskussion geführt wurde. Am Ende rangen Cameron und Landau dem für die US-Kinoauswertungen zuständigen Studio Paramount ein Zugeständnis ab: Auf der jährlichen in Las Vegas stattfindenden Messe für amerikanische Kinobetreiber, dem Branchen-Event CinemaCon, dürfen sie im kleinen Kreis ihren Trailer zeigen.

"Ich würde zehn Dollar zahlen, nur um diesen Trailer noch einmal zu sehen!"

Auf der CinemaCon bringen die Studios immer ihre größten Stars mit, um die Kinobetreiber zu umschmeicheln und bei ihnen Vorfreude auf ihre nächsten großen Titel anzuheizen, sodass sie diese möglichst groß zeigen und selbst bewerben wollen. Paramount hatte für das Jahr 1997 nicht etwa „Titanic“, sondern den Action-Thriller „Breakdown“ im Zentrum der eigenen Präsentation. Und so war dessen Hauptdarsteller Kurt Russell vor Ort und saß mit Landau am Paramount-Tisch.

Der Produzent erinnert sich in dem via Variety vorab veröffentlichten Auszug aus seinen Memoiren: „Ich saß nervös da, als unser Trailer in diesem Festsaal in Las Vegas lief. In dem Moment, als er endete, verkündete Kurt Russell laut: ‚Ich würde zehn Dollar bezahlen, nur um diesen Trailer noch einmal zu sehen.‘“ Und damit nahm der „Die Klapperschlange“-Kultstar natürlich jeder Argumentation der Paramount-Verantwortlichen gegen die Vorschau den Wind aus den Segeln.

Kurt Russells Begeisterung war ein echter Wendepunkt!

Es waren zwar anschließend noch einige Hindernisse zu überwinden. So musste man sich eine Sondergenehmigung der US-Filmbehörde einholen, weil Vorschauen damals auf eine Länge von 150 Sekunden beschränkt waren, doch der Rest ist Geschichte. Für Landau war der Moment, als Kurt Russell ihren Trailer begeistert lobte, „ein echter Wendepunkt.“ Denn „von diesem Tag an endete jeder negative Artikel über den Film mit der Bemerkung, dass der Film vielleicht doch gut sein könnte.“

Dass die Stimmung sich drehte, ist ein entscheidender Faktor dafür, dass „Titanic“ später zum Erfolg wurde. Wir werden nie wissen, was passiert wäre, wenn Russell nicht so reagiert und sich Paramount dann vielleicht durchgesetzt hätte. Doch es ist recht wahrscheinlich, dass ein Action-Trailer im Stil eines John-Woo-Films einen beträchtlichen Teil des späteren „Titanic“-Publikums eher abgeschreckt hätte. Womöglich hätten viele dann auf den Kinobesuch verzichtet und der Film wäre der Flop geworden, den damals nahezu alle prophezeit hatten. So rettete Kurt Russell „Titanic“ ohne mitzuspielen, sondern einfach nur mit dem Ausdruck seiner Begeisterung im Affekt …

Zum Abschluss dieses Artikels haben wir natürlich den besagten, langen US-Kino-Trailer zu „Titanic“ für euch:

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