"Ein schlechter Filmemacher mit schrecklichem Drehbuch": Pop-Ikone Cher ist bis heute wütend auf den Regisseur ihres größten Flops
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Trotz Pop-Stars in den Hauptrollen und einem ordentlichen Budget kam der Musikfilm „Burlesque“ finanziell unter die Räder und floppte an den Kassen. Hauptdarstellerin Cher ist überzeugt davon, dass ein Mann die Hauptschuld an dem Desaster trägt.

Cher gehört zu den größten Unterhaltungskünstlerinnen aller Zeiten. Ihre Musikkarriere erstreckt sich über mehr als sechs Jahrzehnte, sie verkaufte Millionen von Alben und Singles („Believe“, „I Got You Babe“) und 12 ihrer Hits erreichten die Top-Ten der US-Charts. Doch nicht nur als Sängerin glänzte die mittlerweile 79-Jährige – auch auf der Leinwand erreichte sie große Erfolge.

Ihr schauspielerisches Talent stellte sie unter anderem mit „Silkwood“ und „Die Maske“ unter Beweis. 1988 gewann sie schließlich den Oscar als Beste Hauptdarstellerin für „Mondsüchtig“. Doch wie wohl jeder Schauspieler und jede Schauspielerin hat auch Cher in ihrer Filmografie einen Titel stehen, mit dem sie nicht zufrieden ist. Die Rede ist von Steven Antins „Burlesque“, ein Mix aus Musikfilm und Drama.

Von der Provinz ins Revue-Theater – das ist "Burlesque"

Zwei unterschiedliche Generationen an Pop-Stars finden in „Burlesque“ auf der Tanzfläche zusammen: Cher und Christian Aguilera („Genie In A Bottle“). Aguilera spielt Ali, eine junge Frau vom Land, die es in die Glitzermetropole L.A. zieht. Ihr Traum ist es, endlich der Perspektivlosigkeit zu entkommen und als Sängerin durchzustarten. Durch Zufall landet sie in der „Burlesque Lounge“, einem in die Jahre gekommenen Revue-Theater ohne Zukunft. Dank der Club-Besitzerin Tess (Cher), einer früheren Tänzerin, gelingt Ali der Aufstieg von der Kellnerin zur Bühnenkünstlerin. Als Hauptattraktion des Ladens bewahrt sie diesen schließlich vor dem finanziellen Ruin.

Finanzieller Ruin – zumindest in Teilen lässt sich diese harte Begrifflichkeit auch auf „Burlesque“ selbst übertragen. Denn bei stattlichen Produktionskosten von über 50 Millionen Dollar, spielte der Film nur knapp 90 Millionen ein. Und dass trotz der prominenten „Pop“-Besetzung und obwohl Musicals mit rasanten Tanz-Darbietungen zu jener Zeit einen Hype erlebten (das Erfolgs-Musical „Mamma Mia!“ lag gerade einmal zwei Jahre zurück).

"Ich bin immer noch enttäuscht"

Cher sieht den Grund für den Misserfolg bei Regisseur Steven Antin und seinem Skript. „Er war ein schrecklicher Regisseur und er hatte ein schlechtes Drehbuch“, so die Sängerin über den optisch schön anzusehenden, aber inhaltlich dürftigen Edel-Flop (via Far Out Magazine). Sie geht in diesen Äußerungen mit dem Filmemacher zwar hart ins Gericht, doch Tatsache ist, dass Antin zur Zeit von „Burlesque“ ein unerfahrener Regie-Neuling war.

Der durch Auftritte in 80er-Serien wie „21 Jump Street“ und „Qunicy“ bekannt gewordene Ex-Schauspieler hatte zuvor erst einen Film (den eher unbekannten Thriller „The Goode's House“) inszeniert. Gut möglich, dass „Burlesque“, zu dem Antin auch das Drehbuch beisteuerte, schlicht eine Nummer zu groß für ihn war.

Burlesque
Burlesque
Starttermin 6. Januar 2011 | 1 Std. 40 Min.
Von Steven Antin
Mit Christina Aguilera, Cher, Stanley Tucci
Pressekritiken
3,0
User-Wertung
3,5
Filmstarts
3,0

Das Skript mit der ausführlichen Einführung und Etablierung der Hauptfigur Ali hatte eine Laufzeit von 120 Minuten zur Folge. Eigentlich keine ungewöhnliche Länge für ein Musical – doch Cher sieht das etwas anders. „Wäre der Film kürzer, hätte er vielleicht gerade so als unterhaltsamer Popcornfilm funktioniert“, sagte die Pop-Legende. Und sie ergänzte mit etwas Bedauern: „Ich bin bis heute enttäuscht, dass aus ‚Burlesque‘ kein guter Film geworden ist. Es hätte etwas viel Besseres entstehen können.“

Immerhin: „Burlesque“ ging am Ende bei diversen Preisverleihungen nicht leer aus. So erhielt der Film unter anderem einen Golden Globe für den „Besten Originalsong“ („You Haven't Seen The Last Of Me“).

Auch Chers „Meerjungfrauen küssen besser“-Filmtochter Winona Ryder hat übrigens einen Film, den sie bereut. Um welchen Horror-Flop es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Seit 25 Jahren tut Winona Ryder alles, um den schlechtesten Film ihrer Karriere zu vergessen: "Ich habe ihn nie gesehen"
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