In den späten 1980er-Jahren wurde Winona Ryder mit Tim Burtons „Beetlejuice“ und der schwarzhumorigen Highschool-Satire „Heathers“ zum Superstar – und bald darauf zur Ikone der Generation X. Vor allem in den 1990ern landete die Schauspielerin einen Erfolg nach dem anderen, von „Edward mit den Scherenhänden“ über „Bram Stoker's Dracula“ bis hin zu „Reality Bites“ oder „Alien 4 – Die Wiedergeburt“.
Doch um die Jahrtausendwende erlitt die Karriere der heute 53-Jährigen einen deutlichen Knick. Grund dafür war ein medial aufgebauschter Ladendiebstahlsskandal und damit verbunden ihr Rückzug aus Hollywood. Allerdings hatte sich Ryder schon zuvor von der Filmindustrie entfremdet – und zunehmend in Filmen mitgespielt, die weder beim Publikum noch bei der Kritik großen Anklang fanden.
Ein fast vergessener Okkultthriller ist der schlechteste Film von Winona Ryder
Die Adam-Sandler-Komödie „Mr. Deeds“ fiel bei der Fachpresse größtenteils durch, erwies sich aber immerhin noch am Box Office als Hit. „Es begann im September“ dagegen, eine Romanze, in der Winona Ryder an der Seite von Richard Gere zu sehen war, erhielt nicht nur vernichtende Kritiken, sondern wurde auch zum Mega-Flop. Dasselbe gilt für „Lost Souls – Verlorene Seelen“ – einem Projekt, das sich zumindest auf dem Papier vielversprechend las.
Schließlich handelt es sich bei dem Okkultthriller um die erste Regiearbeit von Janusz Kamiński, dem Stamm-Kameramann von Steven Spielberg, der für die unvergesslichen Bilder von Filmen wie „A.I.“, „Krieg der Welten“ oder zuletzt „Die Fabelmans“ verantwortlich war. Auch wenn der zweifache Oscar-Preisträger („Schindlers Liste“, „Der Soldat James Ryan“) ausgerechnet in seinem Regiedebüt die Bildgestaltung an einen Kollegen abgab (Mauro Fiore, der für „Avatar“ rund ein Jahrzehnt später einen Academy Award gewinnen sollte), wurde immerhin die Optik des Films vielfach lobend hervorgehoben. Wer aufgrund des klingenden Namens auf ein (visuelles) Meisterwerk gehofft hatte, wurde sehr wahrscheinlich aber trotzdem enttäuscht...
Das ist "Lost Souls"
Im Mittelpunkt des Films steht die tief religiöse Lehrerin Maya (Winona Ryder), die glaubt, dass der Kriminalschriftsteller Peter Kelson (Ben Chaplin) vom Teufel besessen ist – und eines Tages zur fleischgewordenen Inkarnation des Antichristen werden soll. Kann sie ihn aufhalten? Oder wäre es nicht vielmehr ihre Aufgabe, ihn vor seinem Schicksal zu bewahren? Während die Grenzen zwischen Realität und Aberglaube immer durchlässiger werden, ereignen sich allerlei übernatürliche Ereignisse, die Mayas dunkle Prophezeiungen zu bestätigen scheinen...
„Lost Souls“ konnte bei einem Budget von 28 Millionen US-Dollar lediglich 31,3 Millionen einspielen – viel zu wenig, um auch nur annähernd als lukrativ zu gelten. Zudem zerrissen die Kritiker*innen den Film in der Luft. Die US-amerikanischen Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes zählt so gerade mal 8 (!) Prozent an überwiegend positiven Rezensionen – womit es sich bei „Lost Souls“ um den mit Abstand am schlechtesten bewerteten Eintrag in die Filmografie von Winona Ryder handelt.
Auch der „Zeit der Unschuld“-Darstellerin wird klar sein, dass „Lost Souls“ keine Sternstunde in ihrer Vita ist. Im Interview mit der Vogue äußerte sie sich in dieser Hinsicht diplomatisch – aber doch deutlich genug: „Ich wollte unbedingt mit Janusz arbeiten, er ist ein Freund“, erklärte Ryder ihre Motivation – doch ob ihr der Film gefallen habe, wollte sie nicht beantworten. „Ich sag mal so: Ich habe ihn nie gesehen“, so die Schauspielerin – und in Anbetracht der Tatsache, dass sie sich seither nie wieder zu „Lost Souls“ geäußert hat, ist davon auszugehen, dass sie diesen Karriere-Tiefpunkt lieber vergessen möchte ...
... zumal sie ihn ohnehin längst überwunden hat – denn später konnte Ryder in Darren Aronofksys gefeiertem Psychothriller „Black Swan“, dem Netflix-Überhit „Stranger Things“ oder zuletzt der späten Kultfilm-Fortsetzung „Beetlejuice Beetlejuice“ wieder vollends überzeugen! Ob sie dagegen tatsächlich heimlich mit Keanu Reeves verheiratet ist, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Sie nennen sich Ehemann und Ehefrau: Sind Winona Ryder und Keanu Reeves seit mehr als 30 Jahren (!) heimlich verheiratet?