Dieser kultige FSK-18-Rache-Thriller mit tragischer Hintergrundgeschichte ist zurück im Heimkino!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Diese finstere Comicadaption ging nicht zuletzt aufgrund tragischer Umstände in die Filmgeschichte ein. Doch auch davon losgelöst ist „The Crow“ ein eindringlicher Thriller mit denkwürdigem Look. Jetzt feiert er ein 4K-Comeback im Heimkino.

Es ist eine der düstersten Comicverfilmungen der Hollywood-Geschichte: „The Crow - Die Krähe“ basiert auf James O'Barrs Underground-Erfolg, mit dem er den Tod seiner Verlobten zu verarbeiten versuchte, die durch einen Autounfall ums Leben kam. Auch Alex Proyas' Rache-Thriller entstand unter tragischen Umständen: Hauptdarsteller Brandon Lee wurde während der Dreharbeiten tödlich verletzt, woraufhin das Drehbuch überarbeitet werden musste und ein Double zum Einsatz kam, um die für die Fertigstellung des Projekts notwendigen Szenen zu filmen.

Trotz (oder vielleicht auch gerade wegen) dieser bedauerlichen Hintergrundgeschichte wurde „The Crow“ zum angesehenen Kultfilm, der Fortsetzungen und ein (viel kritisiertes) Remake erhalten hat. Aber auch das Original steht wieder im Rampenlicht: Diese Woche hat das „The Crow“-Original eine 4K-Neuauflage im Heimkino erhalten!

Damit gibt es eine neue Alternative zum vergangenes Jahr erschienenen, nur noch gebraucht erhältlichen 4K-Steelbook*. 2024 kam zudem eine Limited Edition* mit exklusiven Goodies und aufwändiger, stylischer Aufmachung heraus. Die ist mittlerweile leider nur noch zu exorbitanten Preisen auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich.

"The Crow": Ein trostloser Abgrund aus Gewalt, Drogen und Kummer

Detroit in der Nacht vor Halloween: Straßenbanden sorgen marodierend und brandschatzend für Ausnahmezustand. Zu den Opfern der Kriminellen gehören der Musiker Eric Draven (Brandon Lee) und seine Verlobte Shelly Webster (Sofia Shinas): Sie wird vergewaltigt und schwer verletzt, er angeschossen und von einem Dach in den Tod gestürzt. Shelly erliegt alsbald ihren Verletzungen, Eric hingegen wird mithilfe einer Krähe wieder zum Leben erweckt.

Als wiederauferstandener Racheengel kennt er nunmehr nur noch ein Ziel: Er will blutige Vergeltung! Doch während seines Rachefeldzugs durch die widerlichsten Winkel einer heruntergekommenen, niederschmetternden Großstadt muss er feststellen, dass er im Anführer der mörderischen Gang, Top Dollar (Michael Wincott), einen ebenbürtigen Gegner gefunden hat...

Der spätere „Dark City“-Regisseur Alex Proyas erzeugt in „The Crow“ eine ungeheuerlich dichte, verregnet-harsche Gothic-Stimmung, mit der er eindringlich die emotionalen Abgründe der Story unterstreicht. Dazu tragen nicht nur die karge Farbdramaturgie und das zugespitzte, überwältigende Schatten werfende Produktionsdesign bei, sondern auch der mit Nine Inch Nails, The Cure sowie The Jesus and Mary Chain aufwartende Industrial-Soundtrack.

Ein Blick zurück und nach vorn

Der tragische Unfall, der wahrscheinlich und bedauerlicherweise zur Bekanntheit von „The Crow“ beigetragen hat, hätte Filmschaffenden eine Mahnung für mehr Set-Sicherheit sein sollen:

Vor dem Dreh der Sequenz, in der Eric angeschossen wird, vergaß man, ein zuvor für eine andere Szene benötigtes Projektil sachgerecht zu entfernen. Dieses traf Brandon Lee am Magen und verletzte ihn somit tödlich. Detaillierter gingen wir auf den bedauerlichen Unfall sowie auf die Qualitäten des ersten „The Crow“-Films im FILMSTARTS-Podcast Leinwandliebe ein:

Der Anlass für diese Retro-Ausgabe war das lang angekündigte Remake, das es vergangenes Jahr ins Kino geschafft hat, nachdem das Projekt viele Male verschoben wurde. Denn eine „The Crow“-Neuverfilmung wird in Hollywood bereits seit 2008 (!) geplant, allerdings verzögerte sich die Verwirklichung des Projekts durch ständige Finanzierungsschwierigkeiten, Umbesetzungen auf allen erdenklichen kreativen Posten und den Besitzerwechsel der Comic-Adaptionsrechte.

Zu den zahlreichen Stars, die in diesem Zeitraum als möglicher Hauptdarsteller gehandelt wurden, gehören Mark Wahlberg, Bradley Cooper, Channing Tatum, Ryan Gosling, James McAvoy, Luke Evans, Nicholas Hoult, Jack O'Connell und Jason Momoa. Letztlich bekam „Es“-Schurke Bill Skarsgård die begehrte Rolle, der Film weckte rief keinen Jubel der Begeisterung hervor. Das lange Warten hat sich also nicht gelohnt.

Dafür findet auch ein düsterer und beliebter Fantasy-Horror mit Johnny Depp den Weg zurück ins Heimkino. Mehr über diese (ebenfalls limitierte) 4K-Neuauflage erfahrt ihr in unserem folgenden Beitrag:

Besser denn je: Blutiger Fantasy-Horror mit Johnny Depp kehrt ins Heimkino zurück

Dies ist eine überarbeitete Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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