Mit diesem Western-Meisterwerk verabschiedeten sich gleich zwei (!) Hollywood-Ikonen von der Leinwand
Dobrila Kontic
Dobrila Kontic
-Freie Autorin
Zu Dobrilas Lieblingsfilmen gehört Düster-Melancholisches ("Donnie Darko") bis Dystopisches ("Children Of Men"), aber schwarzhumorigen Komödien und Satiren kann sie auch viel abgewinnen.

Mit Marilyn Monroe und Clark Gable brachte „Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“ zwei Schauspiellegenden zusammen, die aber beide nicht lange nach dem Dreh tragisch früh verstarben.

Manche Schauspieler planen ihn bewusst, doch die meisten haben keinen Einfluss darauf, welcher Film tatsächlich ihr letzter sein soll. Schließlich ist man vor allem in Hollywood weiterhin von der Gnade von Produzent*innen abhängig. Noch tragischer als ein Karriereende durch Interesseverlust ist aber, wenn ein frühzeitiger Tod bestimmt, mit welchem Film das Schauspieldasein enden soll.

So erging es leider auch Clark Gable und Marylin Monroe: Die zwei Hollywood-Legenden standen bei „Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“ (1961) erstmals gemeinsam vor der Kamera – ohne zu ahnen, dass dies ihr jeweils letzter vollendeter Film sein wird. Wer „Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“ bislang noch nicht geschaut hat, kann dies aktuell bei Amazon Prime Video nachholen:

Darum geht’s in "Misfits – Nicht gesellschaftsfähig"

Reno, Nevada 1960: Die 30-jährige Ex-Tänzerin Roslyn (Marilyn Monroe) zieht kurzzeitig nach Reno, damals die Metropole für unkomplizierte Scheidungsverfahren, um dort die Trennung von ihrem Ehemann Raymond zu beantragen.

Während ihrer sechswöchigen Wartezeit freundet sie sich mit ihrer Vermieterin Isabelle (Thelma Ritter) an und lernt beim Ausgehen den gealterten Cowboy Gaylord (Clark Gable), den verwitweten Guido (Eli Wallach) und den Rodeo-Reiter Perce (Montgomery Clift) kennen.

Alle drei rastlos am Rande der Gesellschaft dahintreibenden Männer verfallen der scheinbar lebensfrohen Roslyn, die aber selbst mit der Unstetigkeit ihres Lebens zu kämpfen hat.

Marilyn Monroe als Roslyn Ciné Sorbonne / Park Circus / MGM Studios
Marilyn Monroe als Roslyn

Vielversprechendes Projekt, schwierige Umsetzung

Als Filmprojekt brachte „Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“ einige gewichtige Namen zusammen: Das Drehbuch schrieb kein Geringerer als US-Schriftsteller und Dramatiker Arthur Miller auf Grundlage einer seiner Kurzgeschichten von 1957. Miller war zur Entstehungszeit des Skripts mit Marilyn Monroe verheiratet, die sich damals danach sehnte, mehr Rollen abseits des tumben „Bombshell“-Stereotyps zu spielen.

Als Regisseur für das Projekt wurde John Huston auserkoren, der mit seinem Krimi „Die Spur des Falken“ 1941 berühmt geworden war und mit Monroe Jahre zuvor bereits bei „Asphalt-Dschungel“ zusammengearbeitet hatte. Als dann auch noch Hollywoods legendärer ‚Leading Man‘ Clark Gable – heute vor allem für „Vom Winde verweht“ bekannt – für die Hauptrolle gewonnen wurde, schien „Misfits“ auf einen Hit zuzusteuern.

Versonnener Blick ins Ungewisse: Roslyn (Marilyn Monroe) und Gaylord (Clark Gable) Ciné Sorbonne / Park Circus / MGM Studios
Versonnener Blick ins Ungewisse: Roslyn (Marilyn Monroe) und Gaylord (Clark Gable)

Doch die viermonatigen Dreharbeiten für das zeitgenössische Western-Drama im glutheißen Nevada gestalteten sich äußerst schwierig: Arthur Miller feilte während des Drehs das Skript weiter zurecht und nahm Änderungen vor, die Marilyn Monroe missfielen. Ihre Eheprobleme kulminierten noch während der Dreharbeiten und Marilyns Abhängigkeit von Beruhigungstabletten und Alkohol zeichnete sich für die Filmcrew immer stärker ab.

Unterdessen bestand der etwas in die Jahre gekommene Clark Gable stur darauf, die meisten seiner Stunts selbst zu vollführen, womit Regisseur John Huston haderte. Huston hatte zudem mit seiner Spielsucht ein hartnäckiges Laster, das die Dreharbeiten zeitweise unterbrechen sollte. Mehr zum schwierigen Making-of von „Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“ erfahrt ihr beim sehenswerten Beitrag von BeKindRewind:

Ende eines Dramas und zweier Leben

Nur zwölf Tage nach Vollendung des schwierigen Drehs zu „Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“ erlag Clark Gable im Alter von 59 Jahren einem Herzinfarkt. Sein letzter Film feierte am 1. Februar 1961 – Gables Geburtstag – Premiere. Zu diesem Zeitpunkt waren Arthur Miller und Marilyn Monroe bereits geschieden. Ihr gemeinsamer Film erhielt gemischte Kritiken und konnte am heimischen Box Office nur knapp das Budget einspielen.

Im weiteren Verlauf von 1961 und 1962 hatte Monroe zunehmend mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die ihren Dreh zu George CukorsSomething’s Got to Give“ überschatteten. Dieser sollte aber nicht mehr abgedreht werden: Monroe starb am 4. August 1962 an einer Überdosis Schlaftabletten. „Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“ wurde so zu ihrem letzten vollendeten Film und gilt heute vielen Kritikern und Filmhistorikern als sehenswertes Drama und einer der besten Filme der 1960er.

Was der letzte Film dieser kürzlich verstorbenen Schauspielikone war, erfahrt ihr hier:

Das waren die letzten Filme von Hollywood-Ikone Diane Keaton: 55 Karrierejahre, 1 Oscar – und aktiv bis ins hohe Alter!

*Bei diesem Link handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren