Bei Filmen, die sich so in das kollektive Gedächtnis der Kinofans eingebrannt haben wie „Rain Man“ von Regisseur Barry Levinson („Good Morning, Vietnam“), ist es schwierig, sich diese mit anderen Schauspieler*innen vorzustellen. Trotzdem wäre es sicher interessant gewesen, zu sehen, wie jemand wie Mel Gibson sich in dem Leinwandmonument, das Allein bei uns in Deutschland satte sechs Millionen Menschen in die Kinos lockte, geschlagen hätte. Warum es nicht dazu kam, lest ihr etwas weiter unten in diesem Artikel.
„Rain Man“ könnt ihr aktuell ohne Aufpreis im Rahmen eurer Flatrate-Abos bei Joyn+*, oder MagentaTV streamen. Zudem ist das bittersüße Drama als Blu-ray und DVD* sowie für ein paar wenige Euros als kostenpflichtiges Video-on-Demand zu haben:
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Das ist die Story von "Rain Man"
Yuppie Charlie Babbitt (Tom Cruise) ist ein oberflächlicher, geld- und karrieregeiler Egoist. Als sein von ihm entfremdeter Vater stirbt, erfährt er, dass er einen älteren Bruder namens Ray (Dustin Hoffman) hat, der drei Millionen Dollar erbt, während er lediglich Daddys Auto und ein paar Rosenstöcke abbekommt.
Charlie ist stocksauer, wittert aber eine Chance. Denn Ray ist Autist und lebt in einem Pflegeheim. Dort steht er unter der Obhut von Dr. Bruner (Gerald R. Molen), einem alten Freund des Toten, der Rays Vermögen treuhänderisch verwalten und Charlie eigentlich gar nicht über Ray informieren sollte.
Charlie nimmt Ray daraufhin kurzerhand mit und plant, die Vormundschaft für seinen Bruder zu erstreiten, um auf diese Weise an den Zaster zu gelangen. Eine Reise beginnt, bei der sich die beiden sehr unterschiedlichen Männer Stück für Stück näherkommen…
Mel Gibson winkte ab. Bill Murray ebenfalls!
Die Tragikomödie wurde bei den Oscars 1989 mit insgesamt vier Statuen (Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Beste Regie und Bestes Originaldrehbuch) ausgezeichnet, wobei sie noch für vier weitere Kategorien nominiert war. Den Schauspielpreis erhielt Dustin Hoffman, der hier auf mal rührende, dann wieder witzige Weise ganz meisterhaft einen Autisten verkörperte. Die andere Hauptrolle spielte Tom Cruise, der zwei Jahre zuvor mit „Top Gun“ zum Superstar avanciert war.
Doch Cruise hatte Glück, dass er die Rolle überhaupt bekam, denn eigentlich sollte sie eine andere Hollywood-Größe spielen. Nein, gemeint ist nicht der in der Überschrift genannte Mel Gibson, sondern tatsächlich Dustin Hoffman. Denn nachdem Produzent und Drehbuchautor Barry Morrow das Studio MGM von seiner Idee für den Film überzeugt hatte, waren noch ganz andere Stars für die Rolle des titelgebenden Autisten in Planung. Nachdem sich die Besetzungsidee mit den realen Brüdern Dennis und Randy Quaid zerschlagen hatte, wollten die Macher unbedingt Comedy-Superstar Bill Murray („Ghostbusters“) für den Titelpart und Dustin Hoffman als seinen hinterhältigen älteren Bruder verpflichten.
Als der notorisch launenhafte Murray jedoch ablehnte, musste man umdenken. Mel Gibson, der gerade mit „Die Bounty“, „Mad Max 3“ und „Lethal Weapon“ einen echten Lauf hatte, erhielt das Angebot. Doch auch er winkte ab – eine Entscheidung, die Gibson übrigens bis heute bereut. Irgendjemand kam dann auf die Idee, das Altersverhältnis der Brüder umzudrehen und einfach Hoffman die Rolle des Autisten übernehmen zu lassen. Damit war der Weg für Tom Cruise frei, der – auch wenn er von der Academy damals glatt übersehen wurde – hier eine seiner besten Leistungen als sich vom Saulus zum Paulus wandelnder Mann ablieferte.
Falls ihr „Rain Man“ noch nicht gesehen haben solltet, tut euch den Gefallen und schaut ihn euch an. Alle, die den Film bereits kennen, werden hingegen wissen, dass man ihn – speziell dank des wunderbaren Zusammenspiels von Dustin Hoffman und Tom Cruise – immer wieder genießen kann.
Einen zwar ganz anderen, aber ebenfalls sehr emotionalen Streaming-Tipp hat FILMSTARTS-Redakteur Pascal Reis für euch im folgenden Artikel:
Heute Abend streamen: Der kontroverseste Film der 1990er-Jahre – noch heute ein heftiger Schlag in die Magengrube*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.
Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.