„Eine Frage der Ehre“ gilt bis heute als eines der großen Gerichtsdramen der Filmgeschichte. In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik wird der Film als „ein perfekt inszeniertes und erzähltes Ensemblestück und beeindruckendes Drama“ gefeiert. Mit 5 von 5 Sternen – der absoluten Höchstwertung – gehört er für uns zu den echten Sternstunden des Kinos.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Aaron Sorkin aus dem Jahr 1989 und erzählt von einem Militärgerichtsverfahren, in dem zwei US-Marinesoldaten wegen des Mordes an einem Kameraden angeklagt sind. Inszeniert wurde der Hochglanz-Thriller von keinem Geringeren als dem kürzlich verstorbenen Rob Reiner („Harry und Sally“).
Unvergessen bleibt vor allem das nervenaufreibende Finale, in dem Jack Nicholson als Colonel Jessup seinen ikonischen Satz „Sie können die Wahrheit gar nicht ertragen!“ (im Original: „You can’t handle the truth!“) aus tiefster Seele herausbrüllt. Doch ausgerechnet bei den Dreharbeiten zu dieser legendären Szene soll Reiner den „Shining“-Star unabsichtlich vor den Kopf gestoßen haben.
Rob Reiners ungewöhnliche Art Regieanweisungen zu machen
In einem Interview mit Rich Eisen berichtete Kevin Pollak, der ebenfalls in „Eine Frage der Ehre“ mitspielte, von einem bemerkenswerten Moment am Set. Laut Pollak sei Reiner selbst ein hervorragender Schauspieler gewesen, der sich stark von den Emotionen einer Szene mitreißen ließ und seine Regieanweisungen oft durch eigenes Vorspielen vermittelte. Dabei gelte in Hollywood eigentlich eine unausgesprochene Regel: Regisseure sollten ihren Schauspielern nicht demonstrieren, wie sie ihre Texte zu sprechen haben.
Pollak erinnerte sich, wie Nicholson den berühmten Monolog auf dem Zeugenstand probte – bereits nahezu perfekt und zu „92 Prozent das, was wir später im Film sehen“. Reiner lobte ihn zunächst, konnte es sich dann aber nicht verkneifen, ihm noch einige Hinweise zu geben, die er direkt vorspielte. Dabei spielte der Regisseur gleich die gesamte zweite Hälfte des Monologs durch, während Nicholson ihn die ganze Zeit nur anstarrte.
Offenbar verärgert darüber, dass sein Regisseur ihm implizit nahelegte, die Szene selbst besser spielen zu können, reagierte Nicholson schließlich trocken und ruhig mit den Worten: „Ich glaube, ich bin noch nicht so weit.“ Das Set brach daraufhin in Gelächter aus. Pollak kommentierte in dem Interview, dass das eine sehr elegante Art gewesen sei zu sagen: „Danke. Ich erinnere mich nicht, dich nach deiner Meinung gefragt zu haben.“
Übrigens: Auch wenn diese Szene für viele als eine der besten Leistungen Jack Nicholsons überhaupt gilt, sieht die Schauspiel-Ikone selbst den Höhepunkt ihrer Karriere in einem ganz anderen Film – für den sie ausgerechnet eine Nominierung für die Goldene Himbeere erhielt. Um welchen Film es sich handelt, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel: