Wohl kaum eine Zeit ist so prägend, wild und gleichzeitig nervenaufreibend wie die Teenie-Jahre. Es ist die Zeit der verrückt spielenden Hormone und der vielen ersten Male: Die ersten Küsse, die ersten Herzensbrüche und natürlich auch die ersten Parties. Und so hat jede Generation ihre eigenen Teenie-Filme, die für viele untrennbar mit ihrer Jugend verbunden sind. Das erste Mal Händchen haltend oder auch kichernd im Kino saßen die einen bei „American Pie”, die anderen bei „Eis am Stiel” – und wer Anfang der 1980er-Jahre jung war, der bekommt verklärtes Herzklopfen beim Gedanken an Claude Pinoteaus „La Boum - Die Fete”. Und ganz bestimmt auch immer dann, wenn Richard Sandersons „Reality” irgendwo ertönt!
Dreams are my reality
Der Titelsong des Films ist so ikonisch wie der Film selbst und untermalt eine Schlüsselszene, die für viele zu den legendärsten romantischen Momenten der Filmgeschichte zählt: Die 13-jährige Vic (Sophie Marceau) steht auf einer Party, als sich Mathieu (Alexandre Sterling) von hinten anschleicht und ihr seine Kopfhörer aufsetzt. Alles wird still, „Dreams are my reality” erklingt und Vic und Mathieu beginnen eng umschlungen im Discolicht zu tanzen.
„La Boum – Die Fete” war damals ein Riesenerfolg, vor allem in Deutschland und Frankreich. „Reality” lief bei vielen Jugendlichen in Dauerschleife, und Sophie Marceau, die später u.a. in „Braveheart” und „James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug” zu sehen war, wurde der Weg zum Filmstar geebnet. Wer diesen Meilenstein des Jugendfilms, ohne den es viele nachfolgende Hits des Genres in den 1990er- und 2000er-Jahren so wahrscheinlich nicht gegeben hätte, noch nicht gesehen hat, dem empfehlen wir, dies noch heute nachzuholen.
Den Kultstreifen „La Boum – Die Fete” könnt ihr aktuell für ein paar Euro bei Video-on-Demand-Anbietern wie unter anderem Amazon Prime Video, Apple TV, Rakuten TV oder dem Sky Store streamen.
Falls ihr Amazon-Prime-Kund*in sein solltet, könnt ihr „La Boum“ unter dem obigen Link übrigens ebenfalls ohne Aufpreis streamen. Dazu müsst ihr euch lediglich für den siebentägigen Gratis-Test des Allstars-Channels anmelden. Sofern ihr nicht wieder stornieren wollt, werden nach dem Probezeitraum 3,99 Euro pro Monat fällig.
Ein zeitloses 80er-Relikt
„La Boum - Die Fete” erzählt von den üblichen Irrungen und Wirrungen des Erwachsenwerdens: Vic macht ihre ersten Erfahrungen mit Jungs, hängt stundenlang am Telefon mit ihren Freundinnen, weiß nicht was sie anziehen soll und ärgert sich mit ihren Eltern herum.
Pinoteau inszeniert das alles so schlicht wie sensibel, indem er vor allem seine jugendlichen Charaktere ernst nimmt. Einige Szenen streifen das Komödiantische: Popcorn-Tüten mit Löchern im Kino oder eingegipste Beine zum Stützen einer Lüge grenzen sogar an Albernheit, doch schlussendlich kehrt der Film immer wieder zum bittersüßen Ernst des Lebens zurück.
So wird die Ehekrise von Vics Eltern ebenso behandelt wie ihre erste Jugendromanze. Hier mag so einiges aus heutiger Perspektive überholt sein – die Geschlechterrollen, das Dating-Verhalten, die stellenweise spürbare (internalisierte) Misogynie. Und doch katapultiert der Film einen nicht nur direkt in die Teenie-Welt der 80er-Kids inklusive ihrer Rollschuhe und shiny Outfits, sondern erzählt auch mit einer zeitlosen Aktualität vom chaotischen Gefühlsleben der Jugendlichen. So ist „La Boum – Die Fete” auch 45 Jahre später immer noch sehenswert.
Apropos 80er-Kult – wenn ihr wissen wollt, vor welchem extrem beliebten Film Winona Ryder ausdrücklich gewarnt wurde, dann lest den folgenden Artikel:
"Deine Karriere ist vorbei, wenn du diese Rolle annimmst": Winona Ryder wurde ausdrücklich vor einem absoluten 80er-Jahre-Kultfilm gewarnt*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.
Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.