In den späten 80ern und frühen 90ern eroberte Peter Jackson mit Filmen wie „Bad Taste“ sowie vor allem mit seiner legendären Zombie-Sause „Braindead“ die Herzen vieler Splatter-Fans. Spätestens mit dem Geister-Spaß „The Frighteners“ stieß er dann in das Mainstream-Fach vor – bevor er das Blockbuster-Kino mit seiner „Der Herr der Ringe“-Saga neu definierte. Es folgten eine phänomenale „King Kong“-Neuverfilmung, das berührende Fantasy-Drama „In meinem Himmel“ sowie die Rückkehr nach Mittelerde.
Seit „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“ drehte der gebürtige Neuseeländer, auf dessen Konto mit „Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs“ auch einer der drei Filme mit den meisten Oscar-Auszeichnungen aller Zeiten (neben „Titanic“ und „Ben Hur“) geht, keinen neuen Film mehr. Aber warum eigentlich? Und was heißt das für die Zukunft? Das erklärte der Filmemacher jetzt in einem Video.
Peter Jackson hat seinen "Bruder" verloren
Beim im Ausland aktuell laufenden Re-Release des dritten „Herr der Ringe“-Films werden Vorstellungen mit einem Video eröffnet, in dem Jackson sich nun zum Thema äußerte. Als entscheidenden Faktor nennt der Regisseur dabei den Tod von Kameramann Andrew Lesnie.
„Die Beziehung zwischen einem Regisseur und seinem Kameramann ist ziemlich intensiv. [...] Ich bin ein Einzelkind und dachte, Andrew sei wie ein Bruder für mich [...] und dann erlitt er plötzlich einen schweren Herzinfarkt und starb“, so Jackson. Dies sei ein heftiger Schlag für den dreifachen Oscarpreisträger gewesen – der sich auf ihn nicht nur persönlich auswirkte, sondern auch großen Einfluss auf seine Karriere hatte:
„Es war keine bewusste Entscheidung, aber danach drehte ich eine Dokumentation mit altem Filmmaterial und anschließend eine Dokumentation über die Beatles, ebenfalls mit altem Material, das bereits gedreht war“, so Peter Jackson, der seitdem zwar noch die Ausnahme-Werke „They Shall Not Grow Old“ und „The Beatles: Get Back“ verantwortete, für seine Arbeit an jenen Projekten aber eben auch keinen Kameramann benötigte:
„Rückblickend fällt mir auf, dass ich Spielfilme gemieden habe, weil ich dafür mit jemand anderem zusammenarbeiten müsste, der nicht Andrew ist. [...] Das Ergebnis ist, dass ich seit elf oder zwölf Jahren keinen Spielfilm mehr gedreht habe, weil ich dafür eine Beziehung zu einem anderen Kameramann aufbauen müsste“, so Jackson, der bei seinen Kinofilmen ab 2001 stets auf Lesnie setzte.
Peter Jackson will weiter Filme machen
Aus der Filmwelt zurückgezogen hat sich der 64-Jährige allerdings keineswegs. Als Produzent brachte er unter anderem noch das Steampunk-Abenteuer „Mortal Engines: Krieg der Städte“ (2018) auf den Weg und kehrte mit „Die Schlacht der Rohirrim“ (2024) einmal mehr in die Welt von „Der Herr der Ringe“ zurück. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Fran Walsh, die ihm seit seinen Anfängen auch als Autorin und Produzentin nicht von der Seite weicht, begleitet er außerdem auch „Der Herr der Ringe: The Hunt For Gollum“ (Kinostart: 16. Dezember 2027), während Hauptdarsteller Andy Serkis auch Regie führt.
Ob Peter Jackson aber jemals mit einer eigenen Regiearbeit ins Kino zurückkehren wird? Es sieht ganz so aus! „Werde ich. Und der Tag kommt immer näher“, verspricht er schließlich, nachdem er gegenüber ScreenRant im Vorjahr bereits bestätigt hatte, aktuell an gleich drei Drehbüchern zu arbeiten. Ob er diese am Ende aber auch selbst verfilmen wird – und darunter dann vielleicht auch die seit einer halben Ewigkeit im Raum stehende Fortsetzung zu „Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der ‚Einhorn‘“ sein wird? Das wird die Zukunft zeigen.
Die neuesten Gerüchte legen zudem nahe, dass nach dem nächstes Jahr ins Haus stehenden Gollum-Film auch noch weitere Ableger folgen könnten. Mehr dazu erfahrt ihr hier:
"Der Herr der Ringe": Kommen nach dem Gollum- und Gandalf-Abenteuer noch mehr neue Fantasy-Ableger ins Kino?