"Ich hätte sie niemals spielen dürfen": Zoë Saldaña bereut zutiefst, eine ihrer umstrittensten Rollen angenommen zu haben
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor neun Jahren verkörperte „Avatar“-Star und Oscar-Gewinnerin Zoë Saldaña eine Musik-Legende – und musste dafür einiges an Kritik einstecken. Dieser schließt sie sich mittlerweile selbst an.

Zoë Saldaña ist längst zu einem der ganz großen Namen in der Filmindustrie geworden: Schließlich war die 47-Jährige Teil von Blockbustern wie „Star Trek“, „Guardians Of The Galaxy“ oder „Avatar“, und für das Musical „Emilia Pérez“ erhielt sie im vergangenen Jahr einen Oscar als Beste Nebendarstellerin. Doch trotz all dieser Erfolge gibt es einen Film, den sie heute bitter bereut.

Die Hauptrolle in einem Biopic über eine Musik-Ikone zu ergattern, bringt für gewöhnlich Prestige mit sich – für Stars wie Rami Malek („Bohemian Rhapsody“), Jamie Foxx („Ray“), Marion Cotillard („La Vie En Rose“) oder Renée Zellweger („Judy“) war es das Rezept für den Oscar. Bei Zoë Saldaña verhielt es sich allerdings ein bisschen anders, als sie im Jahr 2016 die afroamerikanische Sängerin, Pianistin und Bürgerrechtsaktivistin Nina Simone verkörperte.

Deshalb hielten Zoë Saldaña viele für eine schlechte Wahl

Denn bereits als die Besetzung von „Nina“ bekannt gegeben wurde, waren viele Fans gerade mit dem Casting von Zoë Saldaña absolut nicht einverstanden. Der Grund: Ihr Hautton und ihre Gesichtszüge entsprachen nicht denen von Nina Simone – viele argumentierten, dass die Schauspielerin deutlich hellere Haut habe als die „Hohepriesterin des Soul“.

Zwar wurden Maßnahmen ergriffen, damit Saldaña der 2003 verstorbenen Musik-Legende möglichst ähnlich sieht, doch die machten es eher schlimmer als besser – so wurde die Haut der „Fluch der Karibik“-Darstellerin mithilfe von Make-up verdunkelt, zudem trug sie eine Nasenprothese und sogar ein künstliches Gebiss.

Dieses Vorgehen wurde als eine Form von Blackfacing interpretiert – eine Praxis, bei der sich weiße oder hellhäutige Menschen schminken, um eine Schwarze Person darzustellen. Der Begriff ist historisch stark belastet, da er seinen Ursprung in den rassistischen „Minstrel Shows“ des 19. Jahrhunderts hat.

"Ich hätte Nina Simone niemals spielen dürfen"

Später schloss sich sogar Saldaña selbst der Kritik an: „Ich hätte Nina niemals spielen dürfen“, erklärte sie im Jahr 2020 unter Tränen in einem Instagram-Livestream (via AdoroCinema). „Zwar war mein Einfluss [damals] noch ein anderer, aber ich hatte einen Einfluss, und ich hätte alles in meiner Macht Stehende tun sollen, damit eine andere schwarze Frau für die Rolle einer außergewöhnlich perfekten schwarzen Frau besetzt wird.

Damals dachte ich, ich hätte die Erlaubnis dazu, weil ich eben auch eine schwarze Frau bin […]. Aber es ist Nina. Nina hatte ein Leben und einen Lebensweg, die bis ins kleinste Detail hätten respektiert werden müssen, denn sie war eine einzigartige Persönlichkeit. Sie hätte mehr verdient, und es tut mir leid.“

„Nina“ war schlussendlich ein riesiger Misserfolg – so spielte er weltweit nur etwas mehr als 23.000 US-Dollar ein, hierzulande kam er nicht einmal ins Kino. Die Kritiken wiederum fielen verheerend aus: Die US-amerikanische Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes zählt lediglich 2 (!) Prozent an überwiegend positiven Rezensionen.

Deutlich erfolgreicher war natürlich das Queen-Biopic „Bohemian Rhapsody“. Wer statt Rami Malek ursprünglich die Rolle von Freddie Mercury spielen sollte, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Er ist kein besonders guter Schauspieler": Dieser kontroverse Kultdarsteller sollte Freddie Mercury eigentlich in "Bohemian Rhapsody" spielen

Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer brasilianischen Schwesternseite AdoroCinema erschienen.

*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren