"Er ist kein besonders guter Schauspieler": Dieser kontroverse Kultdarsteller sollte Freddie Mercury eigentlich in "Bohemian Rhapsody" spielen
Chantal Neumann
Chantal Neumann
-Redakteurin
Chantal liebt das große Kino genauso wie das Binge-Watching auf dem heimischen Sofa – Hauptsache der Film oder die Serie ist gut.

Der Weg zum Erfolg war für „Bohemian Rhapsody“ nicht der einfachste. So gab es etwa vor Rami Malek einen Schauspieler, der für die Rolle von Freddie Mercury vorgesehen war – das Projekt dann aber verließ. Was da los war, erfahrt ihr hier:

Queen ist ohne Frage eine der besten und erfolgreichsten Bands der Musikgeschichte. Mit dem 2018 erschienenen Biopic „Bohemian Rhapsody“ wurde ihre Geschichte schließlich auch auf der großen Leinwand geehrt – und das mit überwältigendem Erfolg. Der von Bryan Singer inszenierte Film spielte bei einem Budget von lediglich 52 Millionen Dollar weltweit ganze 910 Millionen Dollar ein. Auch bei der Oscar-Verleihung 2019 räumte das Drama ab: Bei fünf Nominierungen gewann der Musikfilm gleich vier Trophäen. Unter anderem konnte Rami Malek jubeln – er wurde für seine Darstellung von Freddie Mercury mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Doch der Weg zu diesem Erfolg war alles andere als einfach. Das Projekt war bereits seit 2010 in Planung und sollte ursprünglich mit einem ganz anderen Schauspieler in der Hauptrolle realisiert werden: Sacha Baron Cohen. Der britische Star ist vor allem für seine parodistischen und provokanten Werke wie „Borat“ oder „Der Diktator“ bekannt, die mittlerweile echten Kultstatus erreicht haben.

Trotz jahrelanger Entwicklung und Cohens offensichtlicher Ähnlichkeit mit Mercury entschied sich der Schauspieler 2013, das Projekt zu verlassen – offiziell aufgrund „künstlerischer Differenzen“ mit der Band.

Das störte Sacha Baron Cohen an "Bohemian Rhapsody"

Dabei schien Brian May, Gitarrist und Mitbegründer von Queen, 2011 noch begeistert gewesen zu sein: „Wir können Freddies Vermächtnis nicht beschmutzen. Wenn Sacha nicht immer und immer wieder darauf bestanden hätte, wären wir nicht hier. Er brennt für die Idee, Freddie zu spielen“, erklärte er damals dem Daily Record.

In einem Interview mit Howard Stern 2016 erklärte Cohen schließlich seine Beweggründe: Er wollte ein kompromissloses Porträt von Freddie Mercury zeichnen, das auch die dunklen und exzessiven Seiten des Künstlers zeigt. Queen selbst wünschten sich jedoch ein leichteres Biopic, das den Fokus auf den kometenhaften Aufstieg der Band legt.

„Es gibt unglaubliche Geschichten über Freddie Mercury. Der Typ war wild. Ich meine, er lebte einen Lebensstil extremer Ausschweifung. Es gibt Geschichten von kleinwüchsigen Menschen mit Tellern voller Kokain auf dem Kopf, die auf einer Party umherliefen“, erzählte Cohen.

Darüber hinaus lehnte er einen entscheidenden Punkt im Drehbuch ab: Ursprünglich war geplant, dass Mercurys Tod bereits in der Mitte des Films gezeigt wird und die zweite Hälfte sich mit der Geschichte von Queen nach seinem Tod beschäftigt. „Wer würde so einen Film sehen wollen?“, fragte Cohen und übte dabei auch Kritik an Brian May: „Er ist ein unglaublicher Musiker, aber kein guter Filmproduzent.“

May wiederum erklärte später gegenüber Daily Mail, dass Cohens Präsenz für das Projekt wohl „störend“ gewesen wäre: „Der Mann, der Freddie spielt, muss wirklich glaubwürdig Freddie sein. Und wir dachten nicht, dass das mit Sacha der Fall gewesen wäre.“ Auch Roger Taylor, Schlagzeuger von Queen, äußerte sich deutlich und kritisierte Cohens schauspielerische Fähigkeiten: „Ich habe mir seine letzten fünf Filme angesehen und bin zu dem Schluss gekommen, dass er kein besonders guter Schauspieler ist“, sagte er im Interview mit Classic Rock.

Am Ende kam alles so wie es kommen mussten. Ob der Film auch mit Sacha Baron Cohen ein Erfolg geworden wäre, lässt sich natürlich nicht sagen. Aber Rami Malek hat mit seiner oscarprämierten Darstellung bewiesen, dass die Entscheidung wohl goldrichtig war.

Übrigens: Wenn ihr wissen wollt, was hinter dem Ausstieg von Jeremy Renner aus der „Mission: Impossible“-Reihe steckt, lest gerne auch noch den nachfolgenden Artikel.

"Ich liebe Tom, aber ich konnte nicht": Aus diesem Grund musste Marvel-Star Jeremy Renner die "Mission: Impossible"-Reihe verlassen

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels. Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer französischen Schwesternseite AlloCiné erschienen.

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