Vor 26 Jahren waren Matt Damon & Will Smith gemeinsam in einer Bestseller-Verfilmung zu sehen – die heute völlig vergessen ist!
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

Quizfrage: In welchem Film von Hollywood-Legende Robert Robert waren Will Smith, Matt Damon und der große Jack Lemmon in seiner letzten Rolle zu sehen? Ihr wisst es nicht? Kein Wunder, denn das gesuchte Werk ist zu Unrecht in Vergessenheit geraten.

Wie kann es eigentlich sein, dass manche Filme vollständig in der Versenkung verschwinden, obwohl sie mit einer beachtlichen Wucht an Starpower auffahren? Anders gefragt: Warum erinnert sich heutzutage kaum noch jemand an „Die Legende von Bagger Vance“? Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Steven Pressfield brachte schließlich alles mit, um im damaligen Oscar-Rennen ein ernstzunehmendes Wörtchen mitzureden und heute als Klassiker des mythisch aufgeladenen Hollywood-Märchenkinos zu gelten.

Tatsächlich jedoch wollte „Die Legende von Bagger Vance“ bei seinem Erscheinen im Jahre 2000 so gut wie niemand sehen – und es gab nicht eine einzige Academy-Award-Nominierung. Bei einem stattlichen Budget von rund 80 Millionen US-Dollar konnten weltweit lediglich 39,4 Millionen US-Dollar eingespielt werden. Ein erstaunliches Ergebnis, wenn man sich vergegenwärtigt, wer hier eigentlich vor und hinter der Kamera versammelt ist:

Mit Will Smith („Men In Black“) war in einer gewichtigen Nebenrolle DER Star der Stunde an Bord, während Matt Damon („Good Will Hunting“) als frischgebackener Oscar-Gewinner ebenfalls zu den heißesten Eisen der Traumfabrik zählte. Hinzu kommen klangvolle Namen wie Charlize Theron („Im Auftrag des Teufels“) sowie Schauspiel-Ikone Jack Lemmon („Das Appartement“), der hier in seiner letzten Filmrolle zu sehen war. Noch nicht genug? Inszeniert wurde „Die Legende von Bagger Vance“ von Robert Redford („Eine ganz normale Familie“), einem der prägendsten Hollywood-Stars und -Filmemacher seiner Generation.

Die Legende von Bagger Vance
Die Legende von Bagger Vance
Starttermin 1. Februar 2001 | 2 Std. 06 Min.
Von Robert Redford
Mit Matt Damon, Will Smith, Charlize Theron
User-Wertung
3,9

Niemand hatte Lust auf Bagger Vance – was schade ist!

Die Gründe dafür, dass „Die Legende von Bagger Vance“ an den Kinokassen scheiterte, liegen allerdings weniger in seiner prominenten Besetzung als vielmehr an anderer Stelle. Zum einen war der Kinozeitgeist um die Jahrtausendwende mit Filmen wie „Matrix“, „Gladiator“ oder „Der Herr der Ringe“ ein grundlegend anderer, zum anderen versuchte das Marketing, den Film als sanft berührenden Sport-Feel-Good-Movie zu verkaufen. Hinzu kam früh laut werdende Kritik an der von Will Smith verkörperten Titelfigur, die als Ausprägung der sogenannten „Magical Negro“-Trope gelesen wurde: ein mystisch aufgeladener Schwarzer, der der weißen Hauptfigur predigend und belehrend zur Seite steht.

Tatsächlich bringt der Bagger-Vance-Film ein gewisses Geschmäckle mit, fällt es doch nicht schwer, dem auch noch in den Südstaaten – der historischen Hochburg der amerikanischen Sklaverei – angesiedelten Film zumindest irritierende Tendenzen zu unterstellen. Gleichzeitig besitzt der Film jedoch durchaus Qualitäten, die es lohnend erscheinen lassen, „Die Legende von Bagger Vance“ auch heute noch eine Chance zu geben.

Manchmal darf es auch sanft und erbaulich sein

Die Geschichte um ein Golf-Wunderkind (Matt Damon), das im Ersten Weltkrieg buchstäblich seinen Schwung verliert und als alkoholkrankes Wrack in seine Heimatstadt zurückkehrt, nur um schließlich doch noch einmal zum Golfschläger zu greifen – und damit auch zurück ins Leben zu finden –, ist klassisches Hollywood-Erzählkino mit Hang zum rührigen Erbauungskitsch. Stets greift der Film nach den großen Themen Liebe, Erlösung, innerer Heilung, Neuanfang.

Blendet man die salbungsvollen Reden von Bagger Vance, der als eine Art manifestierter Seelenreiniger über die Einswerdung mit dem Grün und die Weisheit der Hände schwadroniert, an dieser Stelle einmal aus, funktioniert das Sportdrama erstaunlich gut als leichtfüßig und sorgsam dargebotenes Charakterstück um einen zerstörten Mann, der sich auf der Mythenlandschaft namens Fairway selbst wiederfindet.

Vor allem aber profitiert „Die Legende von Bagger Vance“ von seinem strahlenden Hollywood-Cast. Will Smiths Figur ist in ihrer Anlage zweifellos problematisch, doch der „Bad Boys“-Star bringt genügend Nonchalance mit, um zumindest einen Hauch von Selbstironie erkennen zu lassen. Charlize Theron ist der bezaubernde Inbegriff einer renitenten Southern Beauty, und Matt Damon war bereits in den 1990er-Jahren ein herausragender Schauspieler, der Selbstzerstörung und Lebenslust gleichermaßen glaubhaft zu verkörpern wusste.

Schon gewusst? Vor 11 Jahren wollte Will Smith einen ziemlich wilden Mix aus Bibel-Epos und Vampirfilm in die Kinos bringen. Warum daraus nicht wurde, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Vor 11 Jahren wollte Will Smith eine spektakuläre Mischung aus Bibel-Epos und Vampirfilm ins Kino bringen – doch ein Sci-Fi-Flop machte dem Projekt ein Ende!

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