Legendäre "Star Wars"- und "James Bond"-Stars in einer nahezu unbekannten Horror-Hommage – jetzt neu im Heimkino
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Vier Größen des Horrorkinos treffen aufeinander: Die humorvolle Gruselhommage „Das Haus der langen Schatten“ mit Vincent Price, Christopher Lee, Peter Cushing und John Carradine hat kürzlich eine Blu-ray-Neuauflage erhalten.

Zwischenzeitlich gab es wenige beliebtere, markantere Gesichter im westlichen Horrorkino als „Der Untergang des Hauses Usher“-Star Vincent Price, „Blut für Dracula“-Ikone und „Der Mann mit dem goldenen Colt“-Schurke Christopher Lee, „Krieg der Sterne“-Fiesling und „Frankensteins Ungeheuer“-Mime Peter Cushing sowie John Carradine („Draculas Haus“). Lee und Cushing spielten für die britische Filmschmiede Hammer, deren Horror- und Thriller-Archiv nunmehr kultgleich verehrt wird, auch oft zusammen.

Doch es gibt nur einen einzigen Film, in dem Lee, Cushing, Carradine und Price gemeinsame Sache machen: Die Horror-Hommage und -Persiflage Das Haus der langen Schattenvon 1983, die trotz ihres namhaften Casts ein ziemliches Schattendasein fristet. Ihr deutsches Blu-ray-Debüt erfolgte bereits 2012, allerdings ist diese Auflage nur noch gebraucht zu erhalten – genauso wie mehrere seither erfolgte Neuauflagen. Aber:

Diese Woche hat „Das Haus der langen Schatten“ eine Blu-ray-Neuauflage erhalten. Dabei handelt es sich um ein streng limitiertes Mediabook – Fans sollten also schnell zuschlagen!

Der Film wird im englischen Originalton und zwei deutschen Tonfassungen präsentiert: In der für den VHS-Markt erstellten Synchro von 1984 und in der für's ZDF produzierten Synchro aus dem Jahr 1988. Neben der obig verlinkten, auf 333 Exemplare verlinkten Edition gibt es mehrere Varianten mit alternativem Titelmotiv:

Cover B* ist auf 111 Stück begrenzt, Cover D* auf 222 Exemplare und Cover E* wieder auf 111 Stück. Cover A*, Cover B*, das bei JPC nicht erhältliche Cover C*, Cover D* und Cover E* sind allesamt auch bei Amazon gelichtet, waren aber schon kurz nach Beginn des Vorverkaufs vergriffen.

Vielleicht bekommt Amazon noch Nachschub, auf Nummer sicher geht ihr aber bei alternativen Shops wie JPC. Egal, zu welchem Cover ihr greift: Die Mediabooks sind inhaltlich identisch und umfassen als Extras ein 24-seitiges Booklet von Christoph Kellerbach, drei Audiokommentare, ein Interview mit Regisseur Pete Walker und die Begleitdoku „House of the Long Shadows … Revisited“.

Das ist "Das Haus der langen Schatten"

Kenneth Magee (Desi Arnaz Jr.) ist ein junger und übermütiger Schriftsteller: Er wettet 20.000 Dollar, dass es ihm möglich ist, innerhalb von nur 24 Stunden einen Bestseller-Roman zu schreiben. Für diese rekordverdächtige Leistung zieht er sich auf ein abgelegenes Anwesen zurück. Dort erwartet ihn allerdings keine entspannte, dem Schreibprozess zuträgliche Atmosphäre, sondern der eigenwillige Lord Grisbane (John Carradine) mitsamt seiner Tochter Victoria (Sheila Keith). Und bald kommt polternder Besuch durch Grisbanes Söhne Lionel (Vincent Price) und Sebastian (Peter Cushing) hinzu!

Weitere Störungen erfolgen durch den am Anwesen interessierten Corrigan (Christopher Lee) und Mary Norton (Julie Peasgood). Letztere wurde vom Verlag beauftragt, Kenneth beim Schreiben seines Romans (und somit beim Gewinn seiner Wette) zu behindern. Und dann häufen sich auch noch unerklärliche Ereignisse...

Das Haus der langen Schatten
Das Haus der langen Schatten
Starttermin 23. Juni 2015 | 1 Std. 30 Min.
Von Pete Walker
Mit Vincent Price, Christopher Lee, Peter Cushing
User-Wertung
3,3

Verfasst wurde „Das Haus der langen Schatten“ von „Hexen bis aufs Blut gequält“-Autor Michael Armstrong, der sich dabei am Roman „Seven Keys To Baldpate“ von Earl Derr Biggers orientierte. Der Roman über einen Schriftsteller, sechs ihn in seiner Ruhe störende Menschen, Bestechungen und Schusswechsel wurde noch in seinem Erscheinungsjahr als Theaterstück adaptiert – und das kam im englischsprachigen Raum so gut an, dass es 1916, 1917, 1925, 1929, 1939 und 1947 (!) verfilmt wurde.

Das führte allerdings auch dazu, dass in diesem Kulturkreis die Kinokritiken zu „Das Haus der langen Schatten“ enttäuscht ausfielen: Oft wurde Bedauern geäußert, dass vier Legenden des Horrorkinos für ein augenzwinkernd-schauriges Remake eines abgenutzten Stoffes zusammengetrommelt wurden. Dass Carradine in einer Szene vor der Kamera sichtbar eingeschlafen ist und recht lange braucht, um wieder wach zu werden, spricht auch nicht unbedingt für den Stoff.

Der ironische Schlussakt und das bloße Aufeinandertreffen der Genregrößen verhilft dem Film dessen ungeachtet bei eingefleischten Horror-Begeisterten für eine kleine Handvoll an Sympathiepunkten. Wem namhafte Gesichter aber nicht reichen, bekommt in unserem folgenden Heimkino-Tipp deutlich anspruchsvollere Schauerkost geboten:

Neu im Heimkino: Dieses surreale Meisterwerk ist schlichtweg genial – selbst wenn man es nicht ganz versteht

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