In diesem provokanten Film des "Pulp Fiction"-Schöpfers zeigte sich "Dawson's Creek"-Star James Van Der Beek von einer völlig anderen Seite
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Fans kennen den kürzlich viel zu früh verstorbenen James Van Der Beek vor allem durch „Dawson's Creek“. Doch vor 24 Jahren spielte er in einem Film von „Pulp Fiction“-Autor Roger Avery gnadenlos gegen sein Image an

Unter Serienfans ist die Trauer groß: Am 11. Februar verstarb der vor allem durch „Dawson's Creek“ bekannte Schauspieler James Van Der Beek im Alter von gerade einmal 48 Jahren. In der von „Scream“-Autor Kevin Williamson geschaffenen Jugendserie spielte er die Hauptrolle des sensiblen, filmbegeisterten Teenagers Dawson Leery. Der 90er-Jahre-TV-Hit begleitete ihn und seinen Freundeskreis (darunter spätere Superstars wie Michelle Williams und Katie Holmes) beim Erwachsenwerden in der fiktiven Küstenstadt Capeside und machte Van Der Beek zum Gesicht einer Generation.

Doch obwohl Dawson Leery seine absolute Paraderolle geblieben ist, hat Van Der Beek noch in zahlreichen weiteren Serien und Filmen mitgespielt. Seinen ersten größeren Part übernahm er in der Teenie-Komödie „Angus – Voll cool“, später hatte er Kino-Hauptrollen in Filmen wie „Varsity Blues“, „Texas Rangers“ oder Die Regeln des Spiels“. Vor allem Letzterer sticht dabei aus seiner Filmografie heraus – schließlich bekam Van Der Beek hier eine Chance, gegen sein Saubermann-Image anzuspielen.

Die Regeln des Spiels
Die Regeln des Spiels
Starttermin 1. Mai 2003 | 1 Std. 50 Min.
Von Roger Avary
Mit James Van Der Beek, Shannyn Sossamon, Ian Somerhalder
User-Wertung
3,1
Filmstarts
1,0

Das ist "Die Regeln des Spiels"

Der Film kam 2002 in die Kinos und basiert auf dem Roman „Einfach unwiderstehlich“ von „American Psycho“-Autor Bret Easton Ellis. Geschrieben und inszeniert wurde er von Roger Avery, der zuvor gemeinsam mit Quentin Tarantino den Über-Kultfilm „Pulp Fiction“ erdacht hat dafür mit einem Drehbuch-Oscar ausgezeichnet wurde.

Van Beek verkörpert in „Die Regeln des Spiels“ den zynischen, drogendealenden Studenten Sean Bateman, der am fiktiven Camden College in ein verhängnisvolles Beziehungsgeflecht gerät: Sean ist besessen von Lauren (Shannyn Sossamon), die wiederum auf die Rückkehr ihres Ex-Freundes Victor (Kip Pardue) wartet, während Sean selbst das Objekt der Begierde des bisexuellen Paul (Ian Somerhalder) ist.

Avery stieß mit dem Film bei der Kritik damals auf nicht viel Verständnis (auch wir von FILMSTARTS straften ihn mit einem einzigen von fünf möglichen Sternen ab), während er an den Kinokassen zumindest gemessen an seinem Budget von gerade einmal vier Millionen US-Dollar ein moderater Erfolg war.

Tatsächlich ist der Film ziemlich sehenswert – nicht nur für Fans von James Van Der Beek, die den Schauspieler einmal von einer völlig anderen Seite kennenlernen wollen. Schließlich trifft das sich schonungslos in den Exzess stürzende satirische Drama mitunter kongenial den Ton von Bret Easton Ellis, während es ästhetisch auf eigenen Füßen steht, mit Split-Screens und rückwärts laufenden Sequenzen experimentiert und so visuelle Entsprechungen für die Orientierungslosigkeit der Figuren findet. Es lohnt sich also in jedem Fall, einen Blick zu riskieren!

Mehr zu James Van Der Beek und seinem viel zu frühen Tod lest ihr hier:

Er wurde 48 Jahre alt: "Dawson's Creek"-Star James Van Der Beek ist tot

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