Gerard Butler hat sich in den vergangenen Jahren zum Garanten für solides, schnörkelloses Actionkino im mittleren Budgetbereich entwickelt. Davon zeugen Filme wie die „Has Fallen“-Trilogie, der Katastrophen-Blockbuster „Greenland“, der brutale Copthriller „Criminal Squad“ und der Survival-Actioner „Plane“.
Nachdem ihm mit Zack Snyders Spartaner-Schlachtplatte „300“ im Jahr 2006 der Leinwand-Durchbruch gelungen war, betrat Butler zunächst anderes Terrain – etwa in der Romanze „P.S. Ich liebe Dich“ oder dem Familien-Fantasyfilm „Die Insel der Abenteuer“. Erst 2009 gab es den nächsten Actionfilm, der ganz auf den Schotten als Star zugeschnitten war: „Gamer“!
Die Prämisse las sich dabei durchaus spannend: Butler verkörpert in der von Mark Neveldine und Brian Taylor („Crank“) inszenierten Sci-Fi-Dystopie einen zum Tode verurteilten Häftling, der als Spielfigur in einem global übertragenen Hightech-Event dient. Gesteuert von einem wohlhabenden Teenager, muss er sich durch eine tödliche Arena kämpfen – gemeinsam mit weiteren realen Menschen, die von zahlenden Spielern als Avatare benutzt werden.
"Gamer" war ein Reinfall – doch Gerard Butler verteidigt ihn bis heute
„‚Gamer“ strotzt vor kleinen inszenatorischen Einfällen, doch der Erzählbogen bleibt zwischen den orgiastischen Schnittfolgen schnell auf der Strecke“, urteilte FILMSTARTS-Chefredakteur Christoph Petersen in seiner 2,5-Sterne-Rezension – und gehörte damit noch zu den großzügigeren Kritikerstimmen. Doch nicht nur das Echo der Fachpresse fiel vernichtend aus, auch an den Kinokassen erwies sich „Gamer“ als Enttäuschung: Bei Produktionskosten von 50 Millionen US-Dollar konnte er nur knapp 40 Millionen am weltweiten Box Office erwirtschaften.
Butler ist davon überzeugt, dass der Film damals schlichtweg missverstanden wurde. In einem Interview mit UniLad gab der 56-Jährige zu Protokoll (via Far Out Magazine): „Ich hatte gehofft, dass der Film seiner Zeit voraus war, dass die Leute ihn verstehen würden. Ich hielt ihn für genial. Vielleicht hätte man ihn etwas anders umsetzen können, aber ich mochte den Kommentar darüber, wohin die Welt sich entwickelt – besonders im Hinblick auf Gaming, das Verlieren unserer Identität in dieser Welt und die Verschmelzung von Mensch und Maschine. [...] Ich glaube nicht, dass die Leute ihn damals wirklich verstanden haben. Er lief nicht besonders gut.“
Zwar glaube er, der Film habe mittlerweile „so etwas wie Kultstatus erreicht“, doch die ganz große Wiederentdeckung von „Gamer“ als verkanntes Meisterwerk ist bisher ausgeblieben. Das gilt auch für einen weiteren Gerard-Butler-Flop, von dem sich sogar der Regisseur distanzierte. Um welchen Film es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Es ist nicht mein Film": Regisseur distanziert sich von Sci-Fi-Flop mit Gerard Butler, der 71 Millionen Dollar Verlust machte*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.