Seit Anfang 2026 tobt ein Streit zwischen Netflix und Teilen der deutschen Synchronbranche. Zahlreiche Sprecher*innen weigern sich, den neuen Vertrag mit Netflix zu unterschreiben, da sie mit diesem zustimmen sollen, dass ihre Stimmen zum Training von Künstlicher Intelligenz genutzt werden. Daher arbeiten zahlreiche deutsche Synchronkünstler*innen aktuell nicht für Netflix. Mehr zum Hintergrund gibt es unter anderem im folgenden Artikel:
Streit um deutsche Synchronisationen bei Netflix: Der Konflikt geht jetzt in die nächste RundeWer den neuen Actionfilm „War Machine“ jetzt in der deutschen Fassung bei Netflix streamt, dürfte womöglich direkt an diesen Streik denken. Denn ihr werdet die eine oder andere für die jeweiligen Schauspieler ungewohnte Stimme hören.
Wichtig dazu ist aber: Wir haben keine Kenntnis, ob die Synchronisation von „War Machine“ wirklich erst so spät entstanden ist, dass Umbesetzungen bereits Auswirkungen des aktuellen Streits sind. Oft entstehen Synchronfassungen mit einem größeren Verlauf. Es können also auch andere Entscheidungen dahinter stehen.
"Dragon Ball Z"-Legende spricht Alan Ritchson
Doch es fällt direkt auf, dass Alan Ritchson jetzt eine Stimme hat, die man noch nie auf ihm gehört hat, die einem aber trotzdem bestens vertraut ist. Nachdem der Action-Hüne zuletzt bei Amazon für „Reacher“, „The Ministry Of Ungentlemanly Warfare“ und „Playdate“ jeweils von Tobias Kluckert vertont wurde, ist erstmals in seiner Karriere Tommy Morgenstern auf ihm zu hören.
Morgenstern ist einer der bekanntesten deutschen Synchronsprecher. Anime-Fans kennen ihn natürlich vor allem als Son-Goku aus „Dragon Ball Z“. Zudem ist er seit dessen Marvel-Durchbruch die deutsche Stammstimme von „Thor“ Chris Hemsworth – und war zuletzt auch in „Crime 101“ auf dem Australier zu hören.
Festzustellen ist aber, dass Alan Ritchson noch keine klare deutsche Stammstimme hat. Kluckert schien sich mit „Reacher“ aufgrund der Popularität der Serie dafür in Stellung zu bringen, doch im Film „Ordinary Angels“ war zum Beispiel Daniel Welbat zu hören. Insgesamt haben schon deutlich über ein Dutzend verschiedene Sprecher in Deutschland Ritchson synchronisiert. Morgenstern ist jetzt der nächste Name.
Neue Stimme für ein Urgestein und ein "Stirb langsam"-Comeback
Ritchson ist nicht der einzige Schauspieler, bei dem ihr euch beim Anschauen von „War Machine“ an eine neue Stimme gewöhnen müsst. Auf Hollywood-Urgestein Dennis Quaid hört ihr nicht etwa den vertrauten Martin Umbach, sondern zum ersten Mal Hanns Jörg Krumpholz. Auch hier muss es aber nicht zwingend ein Ergebnis des Streits sein. Der u. a. auch George Clooney, Jeff Goldblum und Russell Crowe synchronisierende Umbach übernimmt seit einer Weile nicht mehr jedes Projekt. Auf Quaid waren zuletzt so bereits andere Sprecher zu hören – Matthias Klages in „Broke“, Mario von Jascheroff in „The Substance“ und Bernd Vollbrecht in „Lawmen: Bass Reeves“.
Nicht gänzlich neu ist im Gegensatz zu den Stimmen für Ritchson und Quaid Karlo Hackenberger auf Jai Courtney. Seit mehreren Jahren hat Hackenberger den Schauspieler zwar nicht mehr gesprochen, er war aber mal dessen Stammstimme. In „Jack Reacher“, „Spartacus: Blood And Sand“ und natürlich „Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben“ ist Hackenberger zu hören. Es kann also gut sein, dass die Verantwortlichen hier einfach seine frühere deutsche Stimme passender fanden – und nicht die diversen Sprecher aus den vergangenen Jahren.
Vertraute Stimmen gibt es aber natürlich auch: Der in der Vergangenheit auch von verschiedensten Personen synchronisierte Esai Morales wird wie zuletzt in der „Mission: Impossible“-Reihe wieder von Thomas Schmuckert gesprochen. Auf Keiynan Lonsdale hört ihr Amadeus Strobl, was Fans von den Auftritten des Schauspielers in den DC-Serien „The Flash“ und „Legends Of Tomorrow“ sowie dem Kinofilm „Love, Simon“ freuen dürfte.
Falls ihr noch Filmstipps für das Wochenende auf Netflix braucht, werdet ihr derweil hier fündig:
Die 3 besten Filme, die ihr dieses Wochenende auf Netflix schauen müsst – 6. bis 8. März 2026