Leonardo DiCaprio hat sich in Hollywood eine einzigartige Position erarbeitet: Er gehört seit rund 30 Jahren zur absoluten Speerspitze der Traumfabrik – und das, obwohl er nur alle zwei bis drei Jahre einen Film dreht und qualitativ keinerlei Kompromisse eingeht. Die Liste der Regisseure, mit denen der 51-Jährige zusammengearbeitet hat, liest sich wie ein Who's Who der größten Namen des Kinos. Eine Auswahl: Martin Scorsese (der gerade seinen siebten Film mit DiCaprio dreht!), Steven Spielberg, James Cameron, Christopher Nolan, Quentin Tarantino, Clint Eastwood.
Dementsprechend hoch fallen in der Regel auch die Bewertungen für DiCaprios Filme aus. Sein bis dato letzter Film, Paul Thomas Andersons Oscar-Abräumer „One Battle After Another“, bekam von FILMSTARTS-Redakteur Björn Becher beispielsweise die seltene Höchstwertung von fünf Sternen spendiert – und steht auch auf der US-amerikanischen Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes aktuell bei sensationellen 94 Prozent an überwiegend positiven Rezensionen.
Doch in jeder Filmografie gibt es ein paar Ausreißer – da macht auch die auf den ersten Blick makellose Vita von DiCaprio keine Ausnahme. So startete er seine Karriere etwa mit einem Horror-Sequel, das nicht nur er selbst später als einen der schlechtesten Filme aller Zeiten bezeichnete. Dann ist da noch die Satire „Don't Look Up“, die 2021 eher durchwachsen aufgenommen wurde – ebenso wie Woody Allens „Celebrity“, der Abenteuer-Blockbuster „Der Mann in der eisernen Maske“ oder Danny Boyles „The Beach“. Aus guten Gründen fast gänzlich in Vergessenheit geraten ist außerdem „Total Eclipse“, die Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks von Christopher Hampton.
1995 stand DiCaprio zwar kurz vor seinem internationalen Durchbruch – trotzdem war der damalige Jungschauspieler in jenem Jahr in gleich drei Leinwand-Flops in Folge zu sehen: in dem Western „Schneller als der Tod“, in dem Coming-of-Age-Drama „Jim Carroll - In den Straßen von New York“ – und eben in „Total Eclipse“, dem mit Abstand größten Misserfolg in der Laufbahn des heutigen Oscar-Preisträgers („The Revenant“).
Unter der Regie der polnischen Filmemacherin Agnieszka Holland („Hitlerjunge Salomon“) schlüpfte DiCaprio in die Rolle des französischen Dichters Arthur Rimbaud, dessen turbulente und selbstzerstörerische Liebesbeziehung zu seinem Mentor Paul Verlaine (David Thewlis) im Zentrum der Handlung steht.
"Total Eclipse" war ein gigantischer Flop
Der Film stieß beim Publikum und bei der Kritik gleichermaßen auf Ablehnung: Bei Produktionskosten von rund acht Millionen US-Dollar spielte „Total Eclipse“ gerade einmal 340.000 (!) Dollar ein – eine absolute Katastrophe! Die Fachpresse wiederum kritisierte ihn als prätentiös, oberflächlich, leblos oder gar unfreiwillig komisch.
DiCaprio räumte in einem Interview ein (via Far Out Magazine): „Die Leute haben ihn gehasst. Ich glaube, die einzigen Leute, denen ‚Total Eclipse‘ gefallen hat, waren Leute, die Rimbaud mochten. Wobei: Viele Leute, die Rimbaud mochten, haben ihn auch gehasst. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich über ‚Total Eclipse‘ sagen soll.“
Einzig eine leidenschaftliche Kussszene zwischen DiCaprio und seinem Leinwandpartner David Thewlis sorgte kurzzeitig für etwas Gesprächsstoff, bevor „Total Eclipse“ in der Versenkung verschwand. Der Flop-Hattrick konnte DiCaprio aber bekanntlich nichts anhaben: Nur ein Jahr später wurde er dank Baz Luhrmanns „Romeo & Julia“ endgültig zum Teenie-Idol – und kurz darauf folgte auch schon „Titanic“. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte...
Wenn ihr übrigens wissen wollt, welchem Meisterwerk DiCaprio wie auch seine Kollegen Brad Pitt und Matt Damon die kalte Schulter gezeigt hat, dann lest direkt im nachfolgenden Artikel weiter:
"Alle sagten Nein": Brad Pitt, Leonardo DiCaprio und Matt Damon lehnten einen Film ab, der in die Geschichte einging