"Jetzt könnt ihr euch mich nicht mehr leisten": Regie-Legende rechnet nach "James Bond"-Abfuhren ab
Tobias Kirchner
Tobias Kirchner
-Freier Autor
Tobias liebt das Kino, weil es ihn für ein paar Stunden in andere Welten entführt.

Während die Suche nach dem neuen Bond weitergeht, packt Regisseur Steven Spielberg über seine Vergangenheit mit dem legendären Agenten aus. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er ein Abenteuer von 007 inszeniert. Heute hat sich seine Meinung geändert.

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Steven Spielberg gehört ohne Frage zu den legendärsten Regisseuren der Filmgeschichte. Seine Vita ist mit Filmen wie „E.T. - Der Außerirdische“, „Jurassic Park“, „Der weiße Hai“ oder den Abenteuern von „Indiana Jones“ prall mit Kultklassikern gefüllt. Ein weiteres ikonisches Franchise in der herausragenden Filmografie hätte der junge Spielberg allerdings gerne hinzugefügt. Denn „James Bond“ stand lange ganz oben auf seiner Wunschliste. Den jungen Regisseur wollten die Produzenten damals allerdings nicht auf dem Regiestuhl sehen.

Agent gegen Archäologe getauscht

Wie der dreifache Oscar-Preisträger Spielberg im Podcast The Rest Is Entertainment enthüllte, hatte er sich bereits nach dem Sehen von „Dr. No“ als Regisseur für die britische Spionage-Reihe beworben – doch der damalige Produzent Albert „Cubby“ Broccoli lehnte ihn laut seiner Aussage wiederholt ab. Broccoli habe demnach nie erklärt, warum er Spielberg nicht in die Bond-Familie aufnehmen wollte, so der Regisseur. Heute wäre Spielbergs Antwort auf eine Anfrage für den 007-Regiestuhl klar: „Wenn sie mich jetzt fragen würden, einen Bond-Film zu machen, würde ich sagen: Jetzt könnt ihr euch mich nicht mehr leisten.“

Aber der Reihe nach: Bereits als Spielberg den ersten Bond-Film „Dr. No“ gesehen hatte, wollte er einen James-Bond-Film drehen. „Also rief ich Cubby Broccoli nach ‚Der Weiße Hai‘ an und bot mich an”, erzählte Spielberg im Podcast. „Ich sagte: Wenn ihr einen Regisseur braucht, würde ich gerne einen Film inszenieren. Und er sagte: Nein.“

Broccoli nahm dann schließlich selbst Kontakt zu Spielberg auf, nachdem „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ ein großer Erfolg geworden war – allerdings nicht für die Regie, sondern um die berühmten fünf Noten, die John Williams für den Sci-Fi-Film von Spielberg komponierte für „Moonraker“ zu nutzen.

Spielberg wollte sich nicht direkt darauf einlassen und bot einen Deal an: „Ich sagte: Ich mache euch einen Vorschlag. Ich erlaube euch, die fünf Noten zu verwenden, wenn ihr mich einen Bond-Film drehen lasst. Und er sagte: Nein. Aber ich gab ihm die fünf Noten trotzdem.“ Letztlich inszenierte Lewis Gilbert „Moonraker“ mit Roger Moore als 007.

Die Absagen haben wohl dafür gesorgt, dass Steven Spielberg schließlich auf dem Regiestuhl von „Jäger des verlorenen Schatzes“ landete. Nach der erneuten Absage für James Bond, kam George Lucas auf ihn zu. „Da sagte George zu mir: Ich habe etwas Besseres als Bond. Und er erklärte mir das Konzept der Indiana-Jones-Reihe. So bekam ich diesen Job.“

Aus heutiger Sicht sind manche Filmfans Albert Broccoli vielleicht dankbar. Denn ohne die Absagen an den jungen Steven Spielberg hätten wir wohl nie „Indiana Jones“ in der Form bekommen, wie wir heute die Kultfilm-Reihe kennen und lieben (und Spielberg baute sogar einen Seitenhieb gegen die 007-Reihe ein, in dem er Indy zu Beginn von „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ einen ikonischen Bond-Smoking tragen lässt).

Aktuell ist mit „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“ der neueste Film von Steven Spielberg in den Kinos gestartet. Was der Sci-Fi-Thriller mit einem der größten Genreklassiker gemeinsam hat, erfahrt ihr hier:

So hängt "Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit" mit einem der größten Sci-Fi-Klassiker aller Zeiten zusammen

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