Während viele vergleichbar erfolgreiche Schauspielstars regelmäßig zu ihren Paraderollen zurückkehren, hat Denzel Washington fast nie dieselbe Figur über mehrere Filme hinweg gespielt. Erst spät in seiner Karriere brach er mit seinen „The Equalizer“-Filmen aus diesem Muster aus, denn in seiner Rolle als Ex-Militär Robert McCall wurde er gleich dreimal aus dem Ruhestand geholt.
Dabei hätten schon frühere Werke des zweifachen Oscarpreisträgers immer wieder das Potenzial gehabt, ganze Filmreihen nach sich zu ziehen: In „Teufel in Blau“ (1995) schlüpfte Washington etwa in die Rolle des Detektivs Easy Rawlins, der einer mittlerweile 16-teiligen Romanreihe entstammt. Und auch bei seiner wenige Jahre darauf folgenden Verkörperung von Lincoln Rhyme in „Der Knochenjäger“ (1999) handelte es sich um einen bekannten Roman-Ermittler, der sogar in 17 Bänden auftrat. In beiden Fällen blieben Fortsetzungen allerdings aus.
Besonders ins Herz geschlossen hatte der Schauspieler aber eine ganz andere Romanfigur, die er einst verkörperte – und über die einige von euch sicherlich noch gar nicht wussten, dass sie überhaupt einer Buchreihe entsprungen ist: John Creasy aus Tony Scotts „Mann unter Feuer“ (2004). In Buchform gibt es ganze fünf Geschichten um den rachedurstigen Ex-CIA-Agenten – weshalb es Washington besonders ärgerte, dass er ihn nur einmal spielen durfte.
Denzel Washington hätte John Creasy gerne noch öfter verkörpert
Wer „Mann unter Feuer“ gesehen hat, dürfte über die Idee einer Fortsetzung jetzt etwas stutzen, schließlich endete der Film mit dem dramatischen Tod von Creasy, nachdem dieser zuvor die kleine Pita aus den Fängen von Entführern befreien konnte. Allerdings weicht der Film in diesem Punkt extrem von der Buchvorlage ab: Dort stirbt nämlich nicht die Hauptfigur, sondern das kleine Mädchen – was den Weg für vier weitere Romane mit Creasy ebnete.
Trotz des ziemlich endgültigen Schlusspunkts im Film wurde Washington nachträglich vom Filmmagazin Phase9 gefragt, ob man Creasy für weitere Adaptionen nicht doch noch einmal von den Toten zurückholen wolle. Dabei gestand Washington zunächst ganz trocken, dass er bis zu diesem Zeitpunkt noch nie von der Buchvorlage seines eigenen Films gehört hatte: „Ich wusste ehrlich gesagt nichts von diesen anderen Büchern – danke also für den Hinweis.“
Besonders amüsant war dann auch sein im Anschluss – nicht ganz ernst gemeinter – Frust darüber, dass seine Figur nie fortgeführt wurde, während sein Schauspielkollege und „Bourne“-Star Matt Damon damals eine komplette Trilogie spendiert bekommen hat: „Ich habe neulich ‚Die Bourne-Verschwörung‘ gesehen und es hat mich angekotzt! Er hat da eine schöne kleine Filmreihe am Laufen. Vielleicht könnte ich ja auch noch eine dieser Creasy-Geschichten machen.“
Zuletzt fand er, gefolgt von herzhaftem Gelächter, noch eine Lösung, wie man das Ende für weitere Fortsetzungen nachträglich anpassen könne: „Wir können einfach behaupten, dass [Creasy] am Ende des ersten Teils nur eingeschlafen ist.“
Mittlerweile wird die Figur von einem anderen Star verkörpert
Mit der 2026 auf Netflix erschienenen Serien-Adaption derselben Geschichte dürfte sich Washingtons Rückkehr in die Rolle allerdings endgültig erledigt haben. Die erste Staffel von „Man on Fire“, in der Yahya Abdul-Mateen II („Aquaman“) in Washingtons Fußstapfen trat, verarbeitete bereits die ersten zwei Creasy-Romane. Ob sich die Serie auch den drei verbleibenden Bänden noch widmen wird, ist bisher unklar.
Übrigens: Einem seiner schlechtesten Filme kann Denzel Washington selbst ziemlich viel abgewinnen – mehr dazu im nachfolgenden Artikel:
"Es ist großartig, der Film kam genau zur richtigen Zeit": So schwärmte Denzel Washington über einen seiner schlechtesten Filme