Beinahe jeden Tag kommen bei den Streaminganbietern neue Titel hinzu – Filme, Serien, Mini-Serien und Dokus. Da verliert man schnell mal den Durchblick. Aber zum Glück habt ihr uns! Woche für Woche suchen wir im Angebot von Amazon Prime Video für euch nach empfehlenswerten Klassikern, übersehenen Filmperlen und absoluten Geheimtipps, die mit gültigem Abo ohne Aufpreis abrufbar sind.
Diesmal haben Sebastian Daniels und Sidney Schering Spannungskino aus den 90ern, einen aufsehenerregenden Psycho-Thriller, der 2023 für so manche Schlagzeile sorgte, und einen gegen Plüschpuppen kämpfenden Nicolas Cage im Gepäck.
Sebastian Daniels empfiehlt: "Arlington Road" (1999)
Der Glanz des 90er-Jahre-Thriller-Kinos war schon fast ein wenig verflogen, da haben Regisseur Mark Pellington („Die Mothman Prophezeiungen“) und Drehbuchautor Ehren Kruger („Ring“) am Ende des goldenen Jahrzehnts noch mal einen echten Knaller herausgehauen: „Arlington Road“ ist ein Paranoia-Spannungsstück par excellence, das mit den Oscar-Preisträgern Jeff Bridges und Tim Robbins außerdem zwei herausragende Hauptdarsteller vorweisen kann.
Bridges spielt darin den Geschichtsprofessor und Terrorismus-Experten Michael Faraday, der sich mit seinem neuen Nachbarn Oliver Lang (Robbins) und dessen Familie anfreundet. Doch stückweise fallen Faraday Indizien auf, die ihn misstrauisch gegenüber dem zuvorkommenden Bauingenieur machen. Ist dieser womöglich nicht der, der er vorgibt zu sein? Faraday forscht nach und kommt allmählich zu der Überzeugung, einen von Lang geplanten Bombenanschlag verhindern zu müssen ...
„Arlington Road“ spielt ganz bewusst mit der Frage, ob Lang tatsächlich ein Terrorist oder Faraday nur ein Paranoiker ist. Für die Antwort darauf lässt sich der Film genussvoll Zeit, was das Spannungslevel immer weiter in die Höhe treibt. Ein cleverer Thriller mit einem bitterbösen Finale!
Sebastian Daniels empfiehlt: "Saltburn" (2023)
Nach ihrem fulminanten Regiedebüt „Promising Young Woman“ waren die Erwartungen an Emerald Fennells Nachfolger ziemlich hoch. Und auch wenn „Saltburn“ nicht mehr ganz die subversive Schlagkraft ihres Erstlings erreicht, ist ihr dennoch erneut ein bitterböser und stilsicherer Thriller gelungen, der über enormes Kult-Potenzial verfügt.
Wie der mittellose Oxford-Student Oliver (Barry Keoghan) sich schrittweise und manipulativ in den familiären Kreis seines reichen Kommilitonen Felix (Jacob Elordi) schleicht, verpackt Fennell in höchst elegant gefilmte Bilder, die in starkem Kontrast zu dem verabscheuungswürdigen Treiben ihrer provokativen Figuren stehen.
Als Zuschauer*in sollte man jedoch besser nicht zu zartbesaitet sein, denn „Saltburn“ hat so einige WTF-Szenen zu bieten, die ganz bewusst die Grenzen des Geschmacks ausloten und sich wohl auf ewig ins Gedächtnis brennen. Ein Segen für Fennell, dass sie in Barry Keoghan („The Banshees Of Inisherin“) einen Hauptdarsteller gefunden hat, der sich furchtlos in seine Rolle des obsessiven Oliver stürzt und damit aus einem insgesamt exzellenten Cast (u. a. Rosamund Pike) noch einmal heraussticht.
Sidney Schering empfiehlt: "Willy's Wonderland" (2021)
Achtung, zum Abschluss wird es womöglich kontrovers. Denn 2021 ist ein schmal budgetierter, mit Nicolas Cage allerdings prominent besetzter, schräger Horrorfilm an einem weltberühmten Franchise vorbeigezogen: „Willy's Wonderland“ nimmt quasi die Kernidee hinter „Five Nights At Freddy's“ und hat sie einfach zuerst verfilmt! Das kam bei der Presse auch noch besser an als die 2023 veröffentlichte, offizielle „Five Nights At Freddy's“-Adaption!
Die Kritiken-Aggregatorseite Rotten Tomatoes etwa wertet 61 Prozent der Besprechungen von „Willy's Wonderland“ als positiv, während bloß 32 Prozent der Kritiken zu „Five Nights At Freddy's“ einen Daumen nach oben aufweisen. Doch es ist der größere Name, der sich wirtschaftlich durchgesetzt hat: Derzeit läuft in den Kinos „Five Nights At Freddy's 2“, ein „Willy's Wonderland“-Sequel wird von Drehbuchautor G. O. Parsons derweil sporadisch in Interviews in Aussicht gestellt, gesichert ist aber nichts.
Ein Grund mehr, sich einfach den ersten (und vielleicht einzigen) Teil anzuschauen. Darin spielt Cage einen schweigsamen, unentwegt Koffeinbrause in sich schüttenden Sportwagenfahrer, der in einem abgelegenen Kaff strandet, Schulden anhäuft und gezwungen wird, diese in einem dubiosen Schuppen abzuarbeiten, wo er von plüschigen Killerrobotern attackiert wird. Das Ergebnis ist absurd, trocken-komisch und auf eine fesche Weise augenzwinkernd, die „FNAF“ nicht zu bieten hat.
Hinweis: Beim vorliegenden Text handelt es sich um eine Zusammenstellung von Streaming-Tipps, die schon zuvor in verschiedenen Artikeln auf FILMSTARTS erschienen sind.
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