Nur 2 Wochen nach Kinostart ab heute im Streaming: Der bisher beste Netflix-Film überhaupt!
von Christoph Petersen
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Vor zehn Jahren war jeder neue Netflix-Originalfilm noch ein Ereignis – inzwischen rauschen die Produktionen weitgehend an einem vorbei. Aber heute ist das anders – denn so einen starken Film hat Netflix bislang noch nicht gedreht.

Wie die Zeit vergeht! Es ist gerade mal elf Jahre her, dass mit „Beasts Of No Nation“ der erste Netflix-Originalfilm im Angebot des Streaming-Riesen auftauchte. Es folgten mehrere Jahre mit Oscar-Favoriten wie „Roma“, „Marriage Story“ oder „The Irishman“ sowie ersten Blockbuster-Produktionen wie „Bright“, „6 Underground“ oder „Red Notice“. Aber während Netflix-Serien immer noch regelmäßig im Zentrum des Zeitgeistes stehen …

… rauschten im Filmbereich zuletzt selbst Mega-Produktionen wie „The Electric State“ ohne größeren popkulturellen Nachhall vorbei – und die eine große Ausnahme, das Animations-Phänomen „KPop Demon Hunters“, war eigentlich fürs Kino geplant, bevor Netflix es Sony Pictures abgekauft hat. Aber selbst Filmfans, die da längst auf Durchzug gestellt haben, sollten heute trotzdem unbedingt hellhörig werden.

Acht Jahre Pause – und dann direkt das nächste Meisterwerk

Mit „Mank“ und „Pieces Of A Woman“ gab es zwar schon Netflix-Originale, die von FILMSTARTS die vollen 5 Sterne erhalten haben, aber der südkoreanische Meisterregisseur Lee Chang-dong („Poetry“) setzt da jetzt sogar noch einen drauf. Ganze acht Jahre hat er sich nach „Burning“ Zeit gelassen, um seinen beim Filmfest in Venedig mit dem Großen Preis der Jury (Silberner Löwe) bedachten Nachfolger vorzulegen – und so lautet das Fazit der im Rahmen des Festivals erschienenen FILMSTARTS-Kritik (natürlich 5 Sterne) auch:

„Das Jahrhundert-Meisterwerk ‚Burning‘ ist einer dieser Filme, bei denen man sich im Anschluss fragt, was zum Teufel danach eigentlich noch kommen soll. Mit ‚Possible Love‘ und seinem zweiten absolut brillanten Fünf-Sterne-Meisterwerk in Folge liefert Lee Chang-dong eine beeindruckende Antwort.“

Ab heute steht das Netflix-Original „Possible Love“ nach seinem Mini-Kinostart vor zwei Wochen auch auf der Streaming-Plattform selbst für euch bereit.

Darum geht es in "Possible Love"

Die Arbeiterin Mi-ok (Jeon Do-yeon) tut alles für ihren Mann Ho-seok (Sul Kyung-gu), der vor zwei Jahren seinen Job verloren hat und nach einem Streik von der Polizei zusammengeschlagen und inhaftiert wurde. Eine Therapie verweigert der wortkarge Ho-seok – und abends bedarf es viel Alkohols, um mit seinen Schmerzen zumindest etwas schlafen zu können. Da wird die etwa gleichaltrige Ye-ji (Cho Yeo-jeong) auf das Paar aufmerksam: Die Independent-Dokumentarregisseurin, die mit dem sehr reichen Sang-woo (Zo In-sung) verheiratet ist, plant einen Film über die Probleme der Arbeiterklasse – und findet in Mi-ok eine willige Protagonistin, selbst wenn sich Ho-seok zunächst noch querstellt.

Die beiden Paare unternehmen auch abseits der Filmaufnahmen zunehmend mehr miteinander; auf ein Abendessen folgt irgendwann sogar ein Urlaub in einer Familienvilla am Meer. Aber wie weit kann es mit Freundschaft und Solidarität wirklich her sein, wenn am Ende doch nur eines der Paare im Porsche nach Hause fährt …

Zur Abwechslung keine bloße Berieselung

Für meinen FILMSTARTS-Kollegen Daniel Fabian ist „Burning“ nicht weniger als der beste Film der letzten 15 Jahre – und auch „Possible Love“ ist mit seiner Laufzeit von 165 Minuten sicherlich ein Film, der eine gewisse Ausdauer und Konzentration erfordert, die auf der heimischen Couch womöglich nicht ganz so leicht aufzubringen ist wie in der Stille des dunklen Kinosaals.

Aber ich kann – wie schon in meiner ausführlichen Filmkritik zu „Possible Love“ geschrieben – auch nicht mehr tun, als euch an dieser Stelle regelrecht anzubetteln: „Macht es bitte trotzdem!“

… und wenn ihr euch auf Netflix doch vor allem berieseln lassen wollt, bitte schön:

Neu & exklusiv auf Netflix: In dieser starbesetzten Komödie gerät ein Kindergeburtstag völlig außer Kontrolle!

Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.
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