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    Einen der besten Science-Fiction-Filme der 90er wollte im Kino niemand sehen – trotz Marvel- und "Harry Potter"-Stars
    Michael Bendix
    Michael Bendix
    -Redakteur
    Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

    „Strange Days“ hat sich inzwischen für viele zu einem Kultfilm entwickelt – doch vor 28 Jahren wurde der düstere Science-Fiction-Thriller von Kathryn Bigelow zum gigantischen Flop.

    Mit „Gefährliche Brandung“ schuf Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow („Tödliches Kommando – The Hurt Locker“) einen der ganz großen Action-Hits der 90er Jahre. Danach standen der Regisseurin in Hollywood sämtliche Türen offen, doch es dauerte vier Jahre, bis sie ihr nächstes Filmprojekt in die Kinos brachte: „Strange Days“, einen dystopischen Science-Fiction-Thriller, in dem unter anderem der spätere Voldemort-Darsteller Ralph Fiennes, „Black Panther“-Star Angela Bassett und Juliette Lewis („Natural Born Killers“) zu sehen waren.

    Für den Autor dieser Zeilen ist „Strange Days“ einer der besten Science-Fiction-Filme der 90er Jahre: Inspirieren ließ sich Bigelow dabei nicht nur durch Genre-Klassiker wie „Metropolis“ und „Blade Runner“, sondern auch von damals aktuellen politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen – etwa dem Prozess um Lorena Bobbitt (die ihrem Ehemann im Schlaf den Penis abschnitt, nachdem sie jahrelang von ihm missbraucht wurde) oder den Unruhen in Los Angeles im Zuge der Ermordung des Afroamerikaners Rodney King.

    Im Mittelpunkt des in den letzten Tagen des Jahres 1999 spielenden Films steht Ex-Polizist Lenny Nero (Fiennes), der mit sogenannten Squids dealt – verbotenen Mini-Discs, auf denen die Erlebnisse und Erinnerungen anderer Menschen gespeichert sind. Über einen dieser Clips stößt Nero bald auf den Mord an einer Prostituierten – und gerät in seiner Suche nach dem Killer immer tiefer in eine Spirale aus Sex und Gewalt.

    „Strange Days“ spielt in einer äußerst nahen Zukunft und wurde nicht im Studio, sondern vollständig an verschiedenen Locations in Los Angeles gedreht. Das verstärkt die beklemmende Atmosphäre des Films, der eine pessimistische Bestandsaufnahme des gesellschaftlichen Status Quo mit Elementen aus Cyberpunk und Film Noir zusammenbringt, der beunruhigend realistisch ist und zugleich wie aus einer anderen Welt wirkt.

    Dazu kommt Bigelows so stilsichere wie kraftvolle Inszenierung, die den Film zu einem mehr als würdigen Nachfolger für den Actionthriller-Erfolg mit Keanu Reeves und Patrick Swayze macht. Auch in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik gibt es für den Film volle 4 von 5 Sternen.

    "Strange Days" spielte weniger als ein Fünftel seines Budgets an der Kinokasse ein

    Doch dem damaligen Publikum war der Stoff wohl zu düster. Gerade einmal 8 Millionen Dollar konnte „Strange Days“ am Box Office einspielen – angesichts eines Budgets von 42 Millionen ein katastrophales Ergebnis. Bigelows Karriere lag im Anschluss für mehrere Jahre brach – und trotz des Oscar-Erfolges mit „The Hurt Locker“ konnte die Filmemacherin nie wieder an den Erfolg von „Gefährliche Brandung“ anknüpfen.

    Auch ihr bis dato letzter Film, der historische Thriller „Detroit“ (2017), konnte nicht einmal seine Produktionskosten einspielen. Mit „Aurora“ ist dennoch eine neue Regiearbeit angekündigt – und es ist zu hoffen, dass die Regisseurin, die nach Meinung des Autors noch keinen einzigen schlechten Film gedreht hat, damit endlich wieder die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient.

    Dieser starbesetzte Fantasy-Flop hat 150 Millionen Dollar gekostet – schon 16 Jahre später ist er halb vergessen

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