Kennt ihr das, wenn ihr im Kino sitzt und der Film euch so sehr mitreißt, dass ihr komplett Raum und Zeit vergesst? Dieses Gefühl, wenn alles um einen herum ausblendet und man vollkommen in die Welt auf der Leinwand eintaucht? Das hat sicher jede*r schon mindestens einmal erlebt.
Natürlich helfen da zum Teil auch moderne Techniken ordentlich nach: 3D, 4D, 5D – oder was auch immer da draußen noch durch die Säle pfeift. Bewegte Sitze, Windmaschinen, Wassernebel, Lichteffekte, Temperaturwechsel – alles, damit man sich fühlt, als wäre man mittendrin statt nur dabei.
Aber: Manchmal braucht's gar keinen technischen Schnickschnack, um in den Film hineingesogen zu werden. Manchmal reicht auch ein ganz normales 2D-Kino. Und ein Hauch Nervenkitzel im echten Leben.
Wenn der Filmtitel zur Realität wird
Es war Anfang 2023. Ich arbeitete damals für eine große Entertainment-Firma. Zur Vorbereitung auf eine Produktion musste ich ein Mietauto abholen, damit in eine Geschäftsstelle fahren und dort eine nicht ganz unbedeutende Summe Bargeld abholen. Fünfstellig. Also 10.000 Euro. In bar. In meinen Händen.
Für die Nacht war ich in einem Hotel untergebracht. Ich checkte ein, brachte meine Sachen aufs Zimmer und wollte das Geld sicher im Safe verstauen. Blöd nur: Der Safe war kaputt. In meinem Kopf liefen parallel mindestens drei Szenarien ab, in denen Diebe meinen Rucksack samt der 10.000 Euro klauen. Meine zugegeben nicht ganz so elegante Lösung: Ich stopfte das Geld in die Bauchtasche meines Hoodies – also lieber ganz nah am Körper.
Es war mittlerweile Abend geworden und ich verließ das Hotel um etwas zu essen. Danach wollte ich aber noch nicht einfach zurück ins Zimmer. Also entschloss ich mich dazu, den Tag mit einem Film ausklingen zu lassen. Praktisch, dass gleich um die Ecke ein Kino war. Die Filmauswahl war überschaubar. Meine Wahl fiel auf den zu dieser Zeit neuen Guy-Ritchie-Film „Operation Fortune“ – Agenten-Action mit Jason Statham, Aubrey Plaza, Josh Hartnett und Hugh Grant.
Und dann saß ich da. Im Sessel. Mit 10.000 Euro am Bauch. Auf der Leinwand MI6-Agent Orson Fortune (sein Name bedeutet einfach Vermögen in Deutsch!) in einem Fall rund um Waffenhandel, Erpressung und – wie könnte es anders sein – sehr viel Geld. Während er mit Pistole und Pokerface durch die Handlung raste, saß ich da wie der unauffälligste Möchtegern-Spion der Welt – schwitzend, aber professionell. Meine ganz persönliche Operation Fortune!
Der Titel des Films passte in meiner Situation an diesem Abend einfach wie die Faust aufs Auge. Glücklicherweise wusste das aber nur ich. Und ich habe meine Mission erfolgreich abgeschlossen. Am nächsten Tag übergab ich das Geld wie geplant – ganz ohne Verluste, Explosionen oder Verfolgungsjagden. Und jetzt… warte ich eigentlich nur noch auf den Anruf. Orson Fortune, James Bond oder Ethan Hunt – ganz egal. Ich hab meinen Hoodie griffbereit und bin bereit für die nächste Mission!
Von einem ganz anderen Filmerlebnis, welches für mich eine unerwartete Wendung nahm, lest ihr im nachfolgenden Artikel:
Streaming-Falle: Ich wollte doch nur einen Liebesfilm gucken – doch DAMIT habe ich nicht gerechnet!