"Es wird keinen Cent bringen": Diesen Mega-Star lehnte Quentin Tarantino bei "Pulp Fiction“ gnadenlos ab
Jaroslav Sebov
Jaroslav Sebov
-Freier Autor
Erholt sich immer noch von der 8. Staffel "Game Of Thrones" und vertreibt sich die Zeit mit allerhand Fandoms wie "Star Wars", "The Witcher" und "Der Herr der Ringe". Findet, kein anderer Film verdient einen zweiten Teil mehr als "Master And Commander".

Quentin Tarantino wusste genau, wen er für seine Kultrollen in „Pulp Fiction“ wollte – und ließ sich selbst vom Wunsch des Studios nach einer Besetzung von Johnny Depp nicht umstimmen.

Mit „Reservoir Dogs“ legte Quentin Tarantino 1992 ein vielbeachtetes Debüt hin. Doch erst mit „Pulp Fiction“ schrieb er endgültig Filmgeschichte. Statt mit begrenztem Budget improvisieren zu müssen, konnte der Regisseur diesmal selbst bestimmen, welche Gesichter seine verschachtelte Gangster-Saga prägen sollten.

Von "Reservoir Dogs" zum großen Wurf

Das Ergebnis war ein Ensemble, das später Kultstatus erlangte: John Travolta erlebte durch Tarantino ein spektakuläres Comeback, Samuel L. Jacksons Rolle machte ihn zum Weltstar, Uma Thurman erhielt ihre erste Oscar-Nominierung, und sogar Bruce Willis nahm eine deutliche Gagenkürzung in Kauf, um Teil des Projekts zu werden. Viele dieser Entscheidungen erwiesen sich rückblickend als Meilensteine für Karrieren – und als Beweis für Tarantinos Gespür für Besetzungen.

Doch hinter den Kulissen gab es Reibungen. Hollywood-Studioverantwortliche wollten bei einem Prestigeprojekt dieser Größenordnung unbedingt eigene Akzente setzen – und schlugen Stars vor, die auf den ersten Blick mehr Kassenmagnet als kreative Vision waren.

Kein Platz für Johnny Depp in "Pulp Fiction"

Besonders deutlich zeigte sich dieser Konflikt bei der Rolle des Kleinganoven Pumpkin. Tarantino hatte die Figur zusammen mit Honey Bunny speziell für Tim Roth und Amanda Plummer geschrieben. Doch der damalige TriStar-Manager Mike Medavoy brachte einen anderen Namen ins Spiel: Johnny Depp.

Tarantino erinnerte sich später an dieses Gespräch und konterte: „Glaubst du wirklich, dass Johnny Depp in dieser Rolle – die im Eröffnungs- und im Schlussteil vorkommt und sonst nicht – den Einspielergebnissen viel bringt?“ Medavoy musste zugeben: „Es wird keinen Cent bringen, aber ich würde mich besser fühlen.“ (via Far Out)

Damit war die Sache für Tarantino erledigt. Für ihn zählte nicht der Promi-Faktor, sondern die künstlerische Stimmigkeit. Dass er damit richtig lag, zeigt die Wirkung des Films: „Pulp Fiction“ wurde ohne Depp zu einem der einflussreichsten Werke der 1990er, gewann die Goldene Palme in Cannes und veränderte Hollywood nachhaltig.

Ironischerweise wurde Johnny Depp erst Jahre später, durch „Fluch der Karibik“, zu dem Kassenmagneten, den die Studios sich schon damals erhofft hatten. Tarantinos Instinkt, sich gegen Star-Zwang und für künstlerische Konsequenz zu entscheiden, erwies sich einmal mehr als sein Erfolgsgeheimnis.

Was ansonsten noch bei der Produktion von „Pulp Fiction“ nicht nach Plan lief, erfahrt ihr hier:

"Ich habe nicht mal das Drehbuch gelesen": Dieser Marvel-Star lehnte "Pulp Fiction" ab – aus einem ziemlich dämlichen Grund

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