Darum ist der Disney-Hit "Lilo & Stitch" auch ein dicker Stinkefinger an Netflix
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Mittlerweile kann „Lilo & Stitch“ auf Disney+ gestreamt werden – und knüpft dort nahtlos an die Kino-Erfolgsgeschichte an. Damit belehrt das Live-Action-Remake auch den Netflix-Boss eines Besseren. Warum, verraten wir euch in diesem Artikel.

Als Disneys „Schneewittchen“-Remake im Frühjahr 2025 an den Kinokassen abschmierte, war Ted Sarandos direkt zur Stelle, um das Leinwand-Erlebnis zu beerdigen: „Was sagt uns das? Was will der Verbraucher uns damit mitteilen? Dass er Filme lieber zu Hause schauen möchte – danke schön“, erklärte der Netflix-Boss das Kino aufgrund des Flops für tot. Doch längst wurde auf ziemlich eindrucksvolle Weise das Gegenteil bewiesen – ausgerechnet durch einen anderen Disneyfilm.

Denn „Lilo & Stitch“ ist der Hollywood-Kino-Erfolg 2025. Mit Einnahmen von über einer Milliarde Dollar allein an den Kinokassen ist es der erfolgreichste US-Film des Jahres. Jetzt wird diese Erfolgsgeschichte im Streaming auf Disney+ fortgeschrieben:

"Lilo & Stitch" zeigt die Lust aufs Kino!

„Lilo & Stitch“ beweist damit, dass das Kino alles andere als tot ist. Das Publikum hat weiterhin Lust, Filme auf der großen Leinwand zu sehen und nicht aufs Streaming zu warten. Obwohl alle Welt wusste, dass der Film früher oder später im Disney-Plus-Streaming-Abo landen würde (und es sogar nur etwas mehr als drei Monate bis dahin dauerte), gingen die Menschen trotzdem zahlreich ins Kino. Dieses Ergebnis ist so auch ein deutlicher Stinkefinger gen Netflix und die Aussagen von Ted Sarandos.

Daneben ist das Ergebnis aber auch noch aus anderen Gründen die beeindruckendste Kino-Erfolgsgeschichte des Jahres in Hollywood.

Für die Erfolgszahlen von "Lilo & Stitch" braucht's sonst mehr Geld

Denn entstanden ist „Lilo & Stitch“ mit einem für einen solchen Titel eher moderaten Budget von 100 Millionen Dollar. Eigentlich war das Realfilm-Remake nämlich wirklich nur für Streamingdienst Disney+ geplant. Erst im Laufe der Produktion erkannte man das Kino-Potenzial.

Dass es hier zum Milliarden-Hit wurde, ist außergewöhnlich für einen so „günstigen Film“. Denn normalerweise muss man viel mehr investieren, um in solche Einnahme-Regionen vordringen zu können.

Filme, die mit ähnlich überschaubarem Budget vergleichbare Erfolge einfuhren, sind daher äußerst rar. Nur ein einziger Film erreichte vor dem Disney-Remake die Milliarden-Einnahmen-Schallmauer mit einem Budget von höchstens 100 Millionen Dollar: „Joker“ mit 1,08 Milliarden Dollar bei einem Budget von 55 Millionen Dollar.

"Lilo & Stitch": Nur Disney kassiert!

Was „Lilo & Stitch“ zudem für einen absoluten Gewinn für Disney macht, unterstrich vor einiger Zeit die New York Times in einem Bericht. Es kommt eigentlich nie vor, dass die Studios bei solchen Mega-Blockbustern abseits der Abgaben an die Kinos als Abspielstätten alle Gewinne selbst einstreichen können. Meist gebe es schließlich finanzielle Beteiligungen von Stars, die ein paar Prozente der Gewinne abgreifen. Oder in Fällen wie dem erwähnten „Joker“ wird das Risiko verteilt. Da holte Studio Warner mit Village Roadshow noch einen externen Partner an Bord. Der übernahm zwar einen Teil der Kosten, bekam beim Überraschungserfolg dann aber auch einiges vom Erlös ab.

Bei „Lilo & Stitch“ gibt es das nun nicht. Alle Einnahmen landen laut der New York Times direkt bei Disney. Es gebe weder Boni-Vereinbarungen mit den Filmschaffenden noch externe Finanziers, die auszuzahlen sind.

Dazu darf sich Disney noch über Merchandise-Einnahmen freuen. Analysten schätzen laut der Times, dass das Maushaus mit „Lilo & Stitch“-Kuscheltieren, -Kissen und Co. künftig 400 Millionen Dollar pro Jahr verdienen wird. Dazu kommen noch die ganzen Heimkino-Einnahmen bis hin zu den nicht einfach direkt dem Film zurechenbaren Disney-Plus-Abo-Abschlüssen, die vielleicht gerade jetzt in den vergangenen Tagen gemacht werden, um den Film dann doch auch (Grüße an Ted Sarandos) mal zu streamen.

"Lilo & Stitch 2" ist nur eine Frage der Zeit.

„Disney hat hier alles richtig gemacht“, erklärt so Kevin Goetz, Geschäftsführer des Filmmarktforschungsunternehmens Screen Engine/ASI, gegenüber der New York Times. „Sie haben einen Film gemacht, den die Leute lieben. Sie haben ihn zum richtigen Preis produziert. Sie haben ein perfektes Startdatum gewählt. Das Marketing, die Pressearbeit und die Social-Media-Kampagnen – ich könnte ewig so weitermachen“, ist der Experte offensichtlich beeindruckt.

Es ist daher nur logisch, dass „Lilo & Stitch 2“ kommen wird. Disney-Entertainment-Co-Chef Alan Bergman machte wenig überraschend gegenüber dem Wall Street Journal auch schon deutlich, dass entsprechende Überlegungen längst im Gange sind: „Es ist genau die Art von Stoff, die sich für mehr anbietet.“ Aktuell arbeitet man so auch bereits am Sequel – mit einem überraschenden Rückkehrer:

Die Fortsetzung zum erfolgreichsten Hollywood-Hit 2025: Überraschende Rückkehr für "Lilo & Stitch 2"

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