Unglaubliche wahre Geschichte jetzt kostenlos streamen: Zwei Berliner Animationskünstlern wird ihr Film geklaut – in den USA konfrontieren sie den Täter!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

Es klingt wie ein schlechter Scherz. Aber zwei Berliner Animationskünstlern wurde ihr Film, an dem sie jahrelang gearbeitet haben, einfach gestohlen. In der Doku „Der talentierte Mr. F“ (ab heute in der MDR Mediathek) kämpfen sie um Gerechtigkeit.

Im Animations-Kurzfilm „Butty“ wird ein Haushaltsroboter, der bislang tagein, tagaus nichts anderes gemacht hat, als immer dieselben Tätigkeiten in derselben Wohnung zu verrichten, nach einem Missgeschick von seiner Besitzerin vor die Tür gesetzt. Jetzt muss sich der metallene Titelheld erstmals in seiner Existenz selbst überlegen, wozu seine Fähigkeiten in der Welt dort draußen nützlich sein könnten...

Das erinnert an den modernen Pixar-Klassiker „Wall-E“. Trotzdem können die Berliner Filmhochschulabsolventen Moritz Henneberg (Regie + Drehbuch) und Julius Drost (Animation) absolut stolz auf das sein, was sie erreicht haben. Und jetzt ist die Zeit gekommen, die Früchte für die harte Arbeit zu ernten: Schließlich ist „Butty“ absolut gut genug, um eine Reihe von Festivaleinladungen abzusahnen – und dabei womöglich sogar noch den einen oder anderen Preis zu gewinnen!

Wer zum Teufel ist der Typ?

Aber Pustekuchen: „Butty“ lief nämlich bereits auf Festivals rund um den Globus! Offenbar hat sich ein US-amerikanischer Teenager den Film einfach von YouTube heruntergeladen, ihn leicht geschnitten und mit neuer Musik unterlegt – und ihn unter einem anderen Titel als seinen eigenen Film ausgegeben. Sogar Preise hat er schon gewonnen. Und im US-Frühstücksfernsehen wird er als anpackendes Vorbild für die Jugend interviewt.

Kein Wunder, dass Moritz und Julius da erst mal vom Glauben abfallen. Aber was tun? Ein Besuch im Anwaltsbüro fällt ernüchternd aus: Wahrscheinlich würden sie schon gewinnen, aber so eine Klage – dazu noch gegen einen Täter in den USA – kann auch schon mal eine sechsstellige Summe kosten. Das können sich die beiden nicht leisten. Aber die Situation einfach so hinnehmen, ist natürlich auch keine Lösung.

Man kann vor Spannung kaum hingucken

Und so entstand die Idee zum Dokumentarfilm „Der talentierte Mr. F“, in dem Regisseur Igor Plischke das Duo dabei begleitet, wie es zunächst alle online verfügbaren Fakten über den Filmdieb recherchiert – um dann selbst in die USA zu fliegen und ihn persönlich zur Rede zu stellen: eine aufwändige Undercover-Aktion samt arrangiertem Fake-Interview mit dem Fake-Filmemacher, die auch tatsächlich zur Konfrontation führt!

» Hier könnt ihr „Der talentierte Mr. F“ in der MDR-Mediathek schauen.

Man kann vor Anspannung kaum noch hinschauen, wenn es auf das erste persönliche Aufeinandertreffen zusteuert: Wie wird der Filmdieb reagieren, wenn die echten Filmemacher plötzlich vor ihm stehen! Spoiler (selbst wenn ich es mir selbst nur durch die Finger meiner Hand ansehen konnte, weil der Cringe-Faktor doch extrem ist): Es kommt ganz, ganz anders, als es sich Moritz und Julius (und mit ihnen das Filmpublikum) ausgemalt haben...

Eine ganz andere Art von Streaming-Tipp hat übrigens unser Autor Oliver Kube für euch:

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